Brutaler & bunter Mehrspieler-Strauß

Gears 5 (Multiplayer) Test

Dennis Hilla 10. September 2019 - 14:48 — vor 4 Jahren aktualisiert
Dieser Inhalt wäre ohne die Premium-User nicht finanzierbar. Doch wir brauchen dringend mehr Unterstützer: Hilf auch du mit!
Alle zehn Wellen heißt es im Horde-Modus: Boss-Zeit! So will mir dieser Swarmak ans Leder.
Anzeige
 

Horde: Evolution statt Revolution

Natürlich darf in einem neuen Gears of War auch der Horde-Modus nicht fehlen. Für alle, die noch nichts von ihm gehört haben: Ein Team von fünf Mitspielern muss zunächst einen Fabrikator an einer möglichst gut geeigneten Stelle in einem der Versus-Levels platzieren und ihn anschließend gegen Wellen von Gegnern beschützen. Jeder erlegte Feind bringt euch Energie, die unter dem Team aufgeteilt wird und am Fabrikator für Stachelbarrieren, stationäre Maschinengewehre und Waffen ausgegeben werden kann und auch sollte. Insgesamt 50 Wellen gibt es und glaubt mir, wenn ich sage, dass bereits ab Stufe 20 ordentliches Teamwork und schnelle Reflexe Pflicht sind – selbst auf niedrigeren Schwierigkeitsgraden. Diese schrauben ähnlich wie in Flucht an Variablen wie Lebensenergie oder Respawn-Möglichkeiten.

Neu im Horde-Modus von Gears 5 ist der Energiespender. Dieser Kasten erscheint ab Welle elf auf einem zufälligen Punkt der Karte und muss ähnlich wie ein Bereich in König des Hügels erobert werden. Habt ihr das geschafft, so dürft ihr ihn nach jeder Stufe besuchen und etwas Extra-Energie ernten. Doch Vorsicht, meist steht er weit weg von eurem Fabrikator und somit auch euren Verteidigungsanlagen. Teamplay ist also dringend nötig. Außerdem verändert der Apparat alle zehn Runden seinen Standort und ihr müsst ihn erneut einnehmen.

Noch ein neues Feature, dass ihr aber bereits aus Flucht und dem Arcade-Deathmatch kennen dürftet, sind die Charakterfähigkeiten und Vorteile. JD Fenix kann als Ultimate einen Luftschlag anfordern, Del darf Verteidigungsanlagen schneller bauen und Drohne Jack kann die aus der Kampagne bekannte Gedankenkontrolle als ultimative Fähigkeit einsetzen. Ja, richtig gelesen: Auf Wunsch könnt ihr in die Rolle der fliegenden Blechdose schlüpfen und Feinde zappen, Verbündete wiederbeleben und nicht sonderlich viel Schaden verursachen. Zwischen den Wellen dürft ihr weiter noch Vorteile mit Energie erwerben, durch die ihr mehr Maschinengewehrschaden verursacht, schneller Munition regeneriert oder flotter nachladet.
Einmal erobert, liefert der Energiespender jede Runde...naja, Energie halt. Sonderlich viel ist das allerdings nicht.
 

Levelsystem und Mikrotransaktionen

Mit jeder Partie, die ihr im Multiplayermodus von Gears 5 absolviert (egal ob Versus, Horde oder Flucht) verdient ihr Erfahrungspunkte, mit denen ihr nach und nach im Level aufsteigt. Anders als beispielsweise in Call of Duty verdient ihr mit einem Rank-Up allerdings keine neuen Waffen oder ähnliches, lediglich kosmetische Objekte schaltet ihr auf diese Art und Weise frei. Lediglich Karten, die euch Boni im Horde- und Flucht-Modus gewähren erhaltet ihr noch, da diese sich nicht auf die kompetitiven Varianten auswirken ist das für mich aber in Ordnung. Durch viel Spielzeit erhaltet ihr außerdem Nachschubkisten, die ebenfalls lediglich optische Anpassungen beinhalten. Eine Notiz am Rande, die Behältnisse müsst ihr nicht manuell öffnen, die verdienten Objekte werde automatisch in euer Anpassungsmenü eingepflegt.
Mit Echtgeld kauft ihr Eisen, mit Eisen Skins, Emotes oder Banner.


Durch dieses System bietet Gears 5 Spielern, die einfach viel Zeit in die Mehrspieler-Modi stecken, bereits einiges an Extras. Wenn ihr jedoch noch mehr haben wollt, dann müsst ihr euch die Währung Eisen kaufen. 500 Eisen entsprechen fünf Euro, für einen Charakter-Skin oder gar nur ein Emote werden bereits 1.000 Eisen fällig. Das ist jetzt nicht sonderlich günstig, da es sich aber nicht um Objekte handelt, die euch Vorteile verschaffen (ganz ehrlich: eine neon leuchtende Gnasher ist sogar eher ein Nachteil) finde ich aber nicht schlimm.

Mit Echtgeld könnt ihr euch außerdem XP-Boosts im Shop kaufen. Bevor ihr jetzt Schnappatmung wegen vermeintlichen Pay-to-Win-Mechaniken bekommt, erinnert euch: Levelaufstiege bringen euch lediglich Anpassungsoptionen, aber keine spielrelevanten Vorteile in den kompetitiven Modi. So hat The Coalition einen für mich akzeptablen Weg gefunden, Mikrotransaktionen in Gears 5 zu bringen. Wer seine Charaktere, Waffen und Banner aufhübschen will, der kann das tun.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 

Meinung: Dennis Hilla

Der Multiplayer von Gears 5 ist in bester Serientradition schnell, erbarmungslos und umfangreich. Um wirklich mal einen Stich in den Versus-Modi zu machen, müsst ihr entweder ein Naturtalent sein oder viele Trainingsstunden einplanen. Denn auch, wenn ihr in der Kampagne der Locust-Schreck schlechthin seid, so ist das Niveau im Online-Modus durch die Bank sehr hoch. Das liegt sicherlich auch an dem Umstand, dass sich am grundlegenden Gameplay seit Teil Eins nicht viel geändert hat und viele Spieler seit 2006 auf den Servern unterwegs sind.

Neben dem spaßigen neuen Arcade-Deathmatch war der Flucht-Modus meine große Überraschung im Online-Part von Gears 5. Durch die begrenzte Munition und den Zeitdruck aufgrund des mir immer im Nacken schwebenden Giftgases entsteht eine gewisse Anspannung, die Teamplay und taktisches, aber doch zackiges Vorgehen verlangt. Besonders auf den hohen Stufen bin ich doch schnell ins Schwitzen, beziehungsweise Bluten gekommen.

Auch wenn am Horde-Modus verhältnismäßig wenig geschraubt wurde (sorry, aber die Energiespender hätte man sich eigentlich auch schenken können), so ist der auch wieder ein Spaßgarant. Besonders viel Gaudi macht er mit befreundeten Spielern, ich würde definitiv empfehlen, dass immer ein Jack im Gepäck ist. Denn die Drohne ist flott, klein und schnell im Wiederbeleben. Kurzum, wenn ihr nach einer vollen Multiplayer-Packung mit sowohl kompetitiven als auch kooperativen Modi sucht, dann wird euch Gears 5 trotz kleiner Nervfaktoren, wie den nicht abschaltbaren Charakterskills im Flucht-Modus, sehr glücklich machen.
 
Gears 5 (Multiplayer) PCXOne
Einstieg/Bedienung
  • Sehr gute Controllersteuerung
  • Flottes, eingängiges Movement
  • Einstufungs-Matches sorgen für passende Kategorie
  • Kaum Erklärungen zu den Modi und anderen Elementen
  • Einstieg kann aufgrund des hohen Niveaus frustrieren
Spieltiefe/Balance
  • Fantastisches Spielgefühl
  • Neun Spielmodi im Versus-Modus...
  • Steigt ein Spieler in Horde aus, wird er durch einen KI-Mitstreiter ersetzt...
  • 12 abwechslungsreiche, stimmige Maps
  • Gewohnt deftiger Horde-Modus
  • Teamplay wird gefördert und gefordert
  • Keine Helden in normalen Versus-Modi
  • Arcade-Deathmatch bringt spaßigen Twist
  • Spannender Flucht-Modus, der die Formel der Reihe etwas ändert
  • Keine Pay-to-Win-Mechaniken
  • Helden im Flucht-Modus nicht abschaltbar
  • ...die sich teils aber stark ähneln
  • Maps teils recht einfach aufgebaut
  • ...die aber dumm wie Locust-Drohnen sind
Grafik/Technik
  • Flüssiger Spielablauf ohne Ruckler (One X und One S)
  • Knackscharfe Optik in 4K (One X)
  • Fesche Texturen und Umgebungen
  • Schicke Animationen
  • Ladezeiten teils etwas zu lang
  • Kollisionsabfrage mit Macken
Sound/Sprache
  • Sehr gute deutsche Sprecher
  • Gegnerortung mit Headset gut möglich
  • Wuchtige Soundeffekte
  • Manche Charaktere (T-800) sprechen trotz deutscher Einstellung englisch
Multiplayer
  • Umfangreiches Multiplayer-Paket für Koop- und kompetitive Spieler
  • Stabiler Netzcode
  • Keinerlei Verbindungsabbrüche
  • Matchmaking nicht immer ideal
  • Spielerzahl teils nicht ausgeglichen
9.0
Note für Multiplayer : 9.0
Userwertung8.2
Mikrotransaktionen
Ja; kosmetische Items & XP-Boost
Hardware-Info
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • uPlay
  • Origin
  • Epic Games Store
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
Partner-Angebote
Amazon.de Aktuelle Preise (€): 30,00 (Xbox Series X, Xbox One)
Dennis Hilla 10. September 2019 - 14:48 — vor 4 Jahren aktualisiert
Dennis Hilla 30 Pro-Gamer - P - 172477 - 10. September 2019 - 14:48 #

Viel Spaß beim Lesen!

Hannes Herrmann Community-Moderator - P - 43364 - 10. September 2019 - 15:05 #

Wie schön, dass das Spiel im Gamepass ist. Hab ich kein schlechtes Gewissen es nicht sofort zu spielen.

vgamer85 (unregistriert) 10. September 2019 - 16:21 #

Find ich auch schön. Einige Euros gespart und Spaß gehabt.

Maverick 34 GG-Veteran - - 1349848 - 10. September 2019 - 19:30 #

Bist du schon durch mit der Kampagne?

vgamer85 (unregistriert) 10. September 2019 - 21:00 #

Oh nein, noch nicht. Bin erst bei Akt 3 oder so :-) Ja (+bisher) machts Spaß. Die bieten viel mehr Abwechslung als in Teil 4.

Maverick 34 GG-Veteran - - 1349848 - 10. September 2019 - 21:47 #

Muss auch endlich mal damit starten. ;)

Punisher 22 Motivator - 32234 - 11. September 2019 - 10:08 #

Werde es so oder so gemütlich nach CONTROL spielen. :)

Maverick 34 GG-Veteran - - 1349848 - 10. September 2019 - 19:30 #

Liest sich gut mit dem neuen Flucht-Modus. Aber erst mal den Singleplayer-Part angehen, bevor ich die MP-Modi spiele. ;)

Dukuu 15 Kenner - 3473 - 11. September 2019 - 7:25 #

So schlecht find ich nen KI Kumpel bei Horde gar nicht. Immerhin hat der mich sehr häufig wiederbelebt, wohingegen die menschlichen Kameraden diesbezüglich sehr zurückhaltend agieren. So zumindest meine Erfahrung bisher.

TheRaffer 23 Langzeituser - P - 40552 - 11. September 2019 - 17:49 #

Wenn überhaupt Single-Player. Aber scheint ja auch Multiplayer ganz brauchbar geworden zu sein. :)