Christoph Vent 25. September 2014 - 9:00 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal
 
Wem Forza Motorsport schon immer zu bieder und zu simulationslastig war, der fand 2012 in Forza Horizon (GG-Test: 8.0) eine geeignete Alternative. Das Spin-off der Xbox-exklusiven Rennspiel-Reihe präsentierte sich hipper, lauter, spielerisch deutlich zugänglicher und mit einer offenen Welt, die ihr am Steuer dutzender Fahrzeuge frei erkunden durftet. Nun macht das gleichnamige Horizon-Festival, auf dem ihr euch vom Rookie zum gefeierten Rennfahrer hocharbeitet, erstmals auf der Xbox One Halt. Für Forza Horizon 2 hat sich Playground Games einige Neuerungen einfallen lassen. So verschlägt es euch nicht mehr ins amerikanische Colorado, sondern in einen fiktiven, zusammenhängenden Ausschnitt von Italien und Frankreich. Rallye-Rennen sind dieses Mal von Anfang an dabei, zudem regnet es zum ersten Mal in der Forza-Reihe.
 
Autotour durch sechs Städte
Auf den Autotouren zwischen den Veranstaltungsorten werdet ihr regelmäßig von anderen Drivataren begleitet.
Wie im ersten Teil seid ihr einer der Teilnehmer am Horizon-Festival. Veranstalter Ben nimmt euch unter seine Fittiche und erklärt euch in kurzen Zwischensequenzen den Ablauf. Der Reihe nach fahrt ihr sechs Städte ab, wobei ihr in jeder eine Meisterschaft mit vier Rennen bestreitet. In welcher Fahrzeugklasse diese stattfindet, dürft ihr euch selber aussuchen. Ob normale Rennwagen, Hot Hatch, Oldtimer oder Offroad – hier ist für jeden etwas dabei. Um den Sieg rast ihr auf Rundkursen oder auf Etappen, die euch von A nach B führen. Unterschieden wird auch zwischen dem Fahrbahnbelag, wobei es entweder auf Asphalt, im Gelände oder in einer Mischung aus beidem zur Sache geht. Durch den häufigen Wechsel der Fahrbahnoberfläche können wir uns zwar kaum über fehlende Abwechslung beschweren, ein oder zwei weitere Modi wie das Slalomfahren aus Forza Motorsport 5 (GG-Test: 8.5) hätten es aber dennoch sein dürfen. Eine Qualifikation um den Startplatz gibt es übrigens wieder nicht. Ihr startet immer auf dem achten von zwölf Plätzen.

Habt ihr 15 Meisterschaften als Sieger abgeschlossen, werdet ihr für das große Finale zugelassen. Doch auch danach ist noch lange nicht Schluss, denn bis zu diesem Zeitpunkt – rechnet bis hierhin mit zehn bis zwölf Stunden Spielzeit – dürftet ihr erst einen Bruchteil des Spiels abgeschlossen haben; bei uns waren es knappe 15 Prozent. Bis ihr zum Beispiel alle der insgesamt 168 Meisterschaften gewonnen habt, seid ihr für mehrere Wochen beschäftigt.  Zudem steigt ihr durch gewonnene Erfahrungspunkte auch als Horizon-Meister weiterhin im Rang auf, was gerade im Vergleich mit Freunden einen kleinen weiteren Motivationsschub verleiht.

Forza goes Need for Speed
Mit jedem Stufenanstieg dürft ihr einmal das Glücksrad drehen. Meistens gewinnt ihr aber lediglich Credits.
Forza Horizon 2 versteht sich als klassisches Spin-off und nimmt sich die Freiheit, das realistische Fahrverhalten der Boliden aus der Hauptreihe weitestgehend über Bord zu werfen. Das war bereits im ersten Teil der Fall, wird im aktuellen aber fast noch deutlicher. Fahrt ihr mit den Standardeinstellungen, müsst ihr euch über dosiertes Beschleunigen und Bremsen kaum Gedanken machen. Es gibt keine durchdrehenden Reifen beim Start, und auch die Bremsen greifen vor einer Kurve sehr zuverlässig und bringen euch – abhängig vom gewählten Wagen – meist innerhalb weniger Meter zum Stehen. Selbst bei Höchstgeschwindigkeiten könnt ihr euren Wagen noch sehr gut kontrollieren. Forza Horizon 2 richtet sich damit ideal an Fans klassischer Need for Speed-Spiele und eignet sich bestens für Einsteiger.

Rennspiel-Veteranen werden bereits nach wenigen Rennen die Einstellungen für den Schwierigkeitsgrad aufsuchen und die Fahrhilfen der Reihe nach abschalten. Während sich die deaktivierte Traktionskontrolle kaum bemerkbar macht, raten wir euch vor allem, die Lenkung auf "Simulation" zu stellen und das Antiblockiersystem abzuschalten. In kurvigen Vollgasabschnitten müsst ihr nun sensibler mit dem Einschlag des Lenkrads umgehen, da der Wagen sonst zum Ausbrechen neigt. Auch die Anfahrten auf Kurven werden dadurch anspruchsvoller. Durch die Vibrationsmotoren in den Triggern des Xbox-One-Controllers merkt ihr jedoch sofort, wenn eure Reifen blockieren und ihr kurz die Bremse lösen müsst. Außerdem ist es jetzt so gut wie unmöglich, in einer Kurve oder gar erst na
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ch dem Scheitelpunkt zu bremsen. Belohnt werdet ihr nach den Rennveranstaltungen mit entsprechenden Bonus-Credits. So gibt es 20 Prozent mehr Geld aufs Konto, wenn ihr auf die Traktionskontrolle verzichtet. Nur jeweils 3 Prozent mehr verdient ihr bei der Lenkung sowie dem ABS – obwohl gerade der Verzicht auf diese beiden Fahrhilfen die größere Herausforderung darstellt.

Doch muss euch klar sein, dass sich Forza Horizon 2 auch bei komplett deaktivierten Fahrhilfen nicht ernsthaft mit einer Simulation vergleichen lässt. Das Lenkrad eures Toyota Supra beginnt bei 150 km/h unruhig zu zittern? Egal, einfach nicht beachten. Mit ein wenig Übung lassen sich selbst Geschosse wie der McLaren P1 oder die ungestümen Muscle Cars noch gut beherrschen. Warum uns die Entwickler hier optional kein realistischeres Fahrverhalten anbieten, verstehen wir nicht – schließlich sollte die notwendige Fahrphysik dank Forza Motorsport 5 vorhanden sein. Habt ihr euch aber einmal auf den starken Arcade-Einschlag eingelassen, erwartet euch ein tolles Fahrgefühl, das besonders in der Cockpit-Perspektive und dank des tollen Geschwindigkeitsgefühls sein volles Potential entfaltet.
Schon nach einigen Meisterschaften könnt ihr euch selbst einen teuren Sportwagen wie den Lamborghini Diablo leisten.
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