Test: Battlefield + Kuchen + CTF

Fat Princess Test

Lasst euch von der Grafik nicht täuschen: Hinter Fat Princess verbergen sich abwechselnd Battlefield und Capture the Flag. Ersteres, weil ihr „Strongholds“ einnehmt und derweil „Tickets“ runterzählen. Und Letzteres, weil ihr feindliche Prinzessinnen entführt. Und mit Kuchen mästet, damit sie nicht so leicht befreit werden können.
Tim Gross 31. Juli 2009 - 18:48 — vor 10 Jahren aktualisiert
PS3
Fat Princess ist ein Arcade-Multiplayer-Spiel, das euch in das märchenhafte Land Titania versetzt. Die abgedrehte Rahmenhandlung erzählt von zwei Prinzessinnen, die ein magisches Stück Torte finden und davon probieren. Die unerwartete Köstlichkeit lässt sie aber nicht mehr aufhören zu essen, was die netten Damen äußerst schwerfällig werden lässt. Diese verrückte Idee dient als Setting für ein überraschend komplexes Multiplayer-Erlebnis voller Ideen – das aber auch nicht ganz perfekt gelungen ist.

Fettprinzessin und drei weitere Spielmodi.

Die feindliche Prinzessin solltet ihr ständig mit Kuchen versorgen, damit sie von etwaigen Befreiern nur langsam eskortiert werden kann.
Vier Spielmodi stellen jeweils andere Anforderungen an euch. Da wäre zunächst der quasi namensgebende "Befreit die Prinzessin"-Modus. Hier handelt es sich um eine witzige Variante von Capture the Flag, die gute Teamarbeit voraussetzt. Die Prinzessin sitzt im Kerker der gegnerischen Burg und will befreit werden. Die Dame ist aber auch außergewöhnlich hungrig und verlangt nacht Torte. Daher versorgt sie der Gegner taktisch geschickt mit möglichst viel Kuchen, wodurch die Prinzessin immer dicker und schwerer wird. Schafft ihr es erst einmal, in die feindliche Festung einzudringen, findet ihr unter Umständen eine gut proportionierte Dame vor (wenn die gegnerische Mannschaft für genügend Essen gesorgt hat), die sich nur sehr langsam wegtragen lässt. In diesem Fall sollten sich möglichst viele Spieler zum Tragen zusammentun, um den Vorgang zu beschleunigen. Habt ihr die Dame erstmal in der eigenen Burg, muss sie für dreißig Sekunden auf dem Thron sitzen bleiben, um das Spiel zu gewinnen – das kann sehr lange dauern.

Im ähnlich gestrickten "Schnapp und weg" müsst ihr hingegen die Prinzessin eures Widersachers einfangen und in eurem Kerker platzieren. Diese Leistung müsst ihr ganze drei Mal vollbringen, bevor ihr diesen Spielmodus gewinnt.

Wer darauf keine Lust hat, kann sich auch im simplen "Team-Deathmatch" vergnügen. Hier müsst ihr wie üblich nur genügend Gegner in die ewigen Jagdgründe schicken. Zuletzt gibt es noch die Spielvariante "Invasion", in der ihr möglichst alle Vorposten auf der Karte erobern sollt – ein klassischer Battlefield-Spielablauf. Denn je mehr ihr von diesen kleinen Türmen in eurem Besitz habt, desto mehr verliert euer Gegner an Mut (sprich: „Tickets“). Beim Ableben einer Figur verliert ihr 5 Tickets, und wie in der Vorlage erobert ihr Vorposten umso schneller, je mehr eigene Truppen neben dem Turm stehen.

Die Karte sorgt für Übersicht und kann während des Spiel immer aufgerufen werden.

Klassenwahl durch Hutaufsetzen

Zum eigentlichen Spielablauf: Ihr startet als einfacher Dorfbewohner in eurer Basis – das kann eine Burg sein, aber auch ein Schiff. Doch während eure Mitspieler bereits eifrig losrennen, steht ihr ohne Vorwissen zunächst verdattert da. Wir empfehlen allen Interessierten, sich die im Spiel integrierte Anleitung durchzulesen; die ist nicht so lang, wie sie aussieht.


Die sechs Klassen
Jede der Klasse hat eine Besonderheit, die für den Erfolg in einer Partie wichtig ist. 1 Der Dorfbewohner ist eigentlich keine Klasse und sehr schwächlich. Dafür läuft er am schnellsten. 2 Der Priester ist ein typischer Heiler und kann entweder einzelne Verbündete heilen oder sogar einen Flächenzauber wirken. 3 Der Magier verschießt Feuer- und Eiszauber, wobei letztere keinen Schaden verursachen, sondern die Feinde lähmen. 4 Der Arbeiter ist für das Sammeln der Rohstoffe und den Gebäudeausbau verantwortlich. 5 Der Waldläufer ist mit seiner Armbrust ein guter Fernkämpfer, 6 während sich der Krieger mit Schwert oder Hellebarde mitten ins Getümmel wirft.

In eurem Lager befinden sich Gebäude, die Hüte produzieren. Jeder dieser Hüte ist mit einer Charakterklasse verknüpft, die ihr durch Aufsetzen des Huts annehmt. Nicht, dass der gemeine Dorfbewohner nutzlos wäre: Er ist die schnellste Klasse im Spiel und kann mit etwas Glück Feinde lähmen und ihnen das Getragene stibitzen. Aber die Spezialisierungen bringen schon Vorteile: Als Arbeiter etwa baut ihr Rohstoffe ab, Holz und Erz. Habt ihr einen Baum gefällt, ist dieser nicht für immer weg, sondern wächst schnell nach; das gleiche gilt für das Erz. Ihr nehmt den Brocken oder den Stamm auf und befördert ihn zurück zur Basis. Als Arbeiter kämpft ihr mies und habt kaum Hitpoints, könnt dafür aber Hilfsgerät konstruieren oder Hutfabriken upgraden. Unter das Hilfsgerät fallen beispielsweise Katapulte, die euch bis zur gegnerischen Festung schießen, oder Tore, die vom Gegner erst zerstört werden müssen, bevor sie in euer Lager eindringen können.

Sammeln und Basisbau findet ihr öde? Für die Actionorientierten unter euch gibt es ja noch vier weitere Klassen. Der Krieger verfügt trotz des Mini-Schwerts und zierlichen Schilds über die besten Nahkampffähigkeiten, und führt nach dem Ausbau der Krieger-Hut-Maschine gar eine tödliche Hellebarde. Wer sich nicht ins Kampfgetümmel stürzen möchte, der schnappt sich stattdessen den Waldläufer, der mit seiner Armbrust, beziehungsweise seinem Gewehr aus der Ferne Gegner ins Visier nimmt.
Der Magier verschießt zu Beginn Feuerbälle, später aber auch Eiszauber, die den Gegner kurzzeitig lähmen. Neben diesen gezielten Angriffen, die vergleichsweise viel Schaden anrichten, kann der Magier bei gedrückter Angriffs-Taste auch Flächenzauber ausführen.

Mit den bisher genannten Klassen haben wir fast die typische Rollenspielparty versammelt; um die zu komplettieren, gibt es auch einen Priester, der verbündete Einheiten heilen kann. Nach der Verbesserung des Priester-Gebäudes kann der dann „dunkle“ Priester auch Lebensenergie der Gegner absaugen. Übrigens: Die Waffen dürft ihr nach der Verbesserung stets wechseln. Und auch die Klasse, dazu müsst ihr nur schnell die Mütze eines gefallenen Gegners aufziehen. Das macht das Spiel sehr dynamisch.

Unser Video zeigt zunächst, wie wir als Schütze kämpfen und sterben, und dann als Krieger siegreich bleiben. Danach stellen wir das Ressourcensammeln und Gebäude-Upgraden vor, bevor wir zu einer Fun-Einlage gehen: Fußball.


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