Abenteuerurlaub in Nepal

Far Cry 4 Test

Christoph Vent 14. November 2014 - 15:17 — vor 5 Jahren aktualisiert
Die Spielwelt von Far Cry 4 ist wunderschön. Kyrat bietet teils fantastische Aussichten mit sehr hoher Weitsicht.
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Koop-Spaß und 5-vs-5Erstmals in der Reihe dürft ihr die Spielwelt von Far Cry 4 auch kooperativ zu zweit erkunden – mit einer entscheidenden Einschränkung: Die Hauptmissionen sind ausschließlich solo spielbar, vermutlich aus Balancegründen. Dennoch machen die Ausflüge nach Kyrat auch zu zweit sehr viel Spaß, insbesondere das gemeinsame Befreien von Außenposten. Es hat schon einen gewissen Stil, wenn ein Spieler aus erhöhter Position die Lage auskundschaftet und der andere auf seine Anweisungen hin die eigentliche Arbeit erledigt. Als zusätzliche Herausforderung gibt es zudem vier Festungen, besonders stark bewachte Außenposten. Die lassen sich zwar auch alleine angehen, sind aber vor allem auf Koop ausgelegt.

In den kompetitiven Spielmodi erwarten euch drei objektbasierte Varianten für fünf gegen fünf Spieler. In "Außenposten" muss ein Team eine einzige Flagge einnehmen, während das andere dies zu verhindern versucht. "Demon Mask", in dem ihr eine Maske zu einem Schrein transportieren müsst, erinnert entfernt an Capture the Flag. Bei "Propaganda" zuletzt sollen die Angreifer unter Zeitdruck an drei vorgegebenen Stellen Bomben platzieren. Der Clou am Multiplayer-Modus von Far Cry 4 ist allerdings, dass das eine Team normale Soldaten des Goldenen Pfad spielt, das andere jedoch die Eingeborenen der Rakshasa. Die werden etwa in geduckter Haltung unsichtbar und sind dann nur noch durch ein leichtes Schimmern zu erkennen. Im Gegenzug können sie keine Fahrzeuge steuern und haben als einzige Waffe einen Bogen sowie Tiere, die sie als Killstreak beschwören.

Nach mehreren Stunden Spielzeit müssen wir jedoch feststellen, dass die Rakshasa bevorteilt sind: Ihre Pfeile töten Gegner mit dem ersten Treffer, zudem ist das Autoaim auf Konsolen in diesem Fall stärker als bei den Waffen des Goldenen Pfad. Letzterer benötigt also ein gut eingespieltes Team, um gegen die Eingeborenen eine reelle Chance zu haben – dazu gehört auch, dass sie den Glockenturm auf der Karte kontrollieren, da dieser die Rakshasa zumindest auf der Minimap markiert.

So nah wie hier kommt ihr Tieren nur selten. Schnell per Kamera markieren, damit sie euch nicht entkommen.

Oh, wunderschönes Kyrat
Alternativen: Far Cry 4
Wer ein Tropen-Setting bevorzugt und den Vorgänger noch nicht kennt, sollte Far Cry 3 (GG-Test: 8.5) nachholen. Eine noch bessere Open World mit viel Erkundung, allerdings als Rollenspiel, erwartet euch in The Elder Scrolls 5 - Skyrim (GG-Test: 9.5). Eine annähernd perfekte Mischung aus Action und Open World gibt es in GTA 5 (GG-Test: 10.0) – mit der nächsten Woche erscheinenden PS4- und Xbox-One-Fassung auch mit der Möglichkeit, Tiere zu jagen. Mögt ihr historische Settings und Open World in einem Action-Adventure-Umfeld, dann raten wir euch zum fantastischen Assassin's Creed Unity (GG-Test: 9.0).
Obwohl Far Cry 4 technisch auf seinem Vorgänger basiert, sieht Kyrat in der von uns gespielten PS4-Fassung einfach nur wunderschön aus. Besonders die dichtere Vegetation macht im Vergleich zum Vorgänger für Xbox 360 und PS3 einen riesigen Schritt nach vorne. Die Weitsicht ist grandios – auf hohen Bergen könnt ihr kilometerweit in die Ferne schauen und anhand der Rauchwolken jeden feindlichen Außenposten ausmachen. Lediglich im Flug mit dem Gleiter, dem Wingsuit oder dem Gyrokopter lassen sich Popups bei Bäumen, Felsen und anderer Landschaft ausmachen. Die Texturen wirken meist scharf, wobei es gerade an Felswänden oder auf dem Boden auch mal etwas matschiger wird. Zudem läuft das Spiel überwiegend flüssig. Die Bildrate geht nur dann leicht runter, wenn sehr viele Gegner gleichzeitig auf dem Bildschirm agieren. Im direkten Vergleich zur Konzern-Schwester Assassin's Creed Unity dürfte Far Cry 4 FPS-Fetischisten weniger Grund zur Klage geben – und auch wir halten flüssige Bildraten bei einem Shooter für wichtiger als bei einem Action-Adventure.

Akustisch haben wir keinen Grund zur Klage. In der Natur lauschen wir dem Plätschern von Bächen und dem Gezwitscher von Vögeln, in Kämpfen freuen wir uns über brachiale Soundeffekte. Die deutsche Sprachausgabe ist gelungen, wenn auch nicht immer lippensynchron.
 
Autor: Christoph Vent / Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

Christoph Vent
Meine Vermutung aus der Preview-Fassung hat sich bestätigt: Far Cry 4 ist nicht viel mehr als Teil 3 in neuem Setting. Doch jeder, der den Vorgänger gespielt hat, weiß auch, dass das alles andere als schlecht ist! Alleine schon die hübsch designte Landschaft mit ihren vielen kleinen sehenswerten Eckchen ist einen Ausflug nach Kyrat wert. Unglaublich viel Zeit verbringe ich damit, nur durch die Natur zu spazieren, mich mit dem Wingsuit von einem hohen Berg in die Tiefe zu stürzen oder ein paar Runden mit dem Tuk Tuk oder Gyrokopter zu drehen. Da fällt es für mich auch nicht allzu schwer ins Gewicht, dass die Story immer noch ziemlich einfallslos und ohne echte Überraschungen daherkommt. Immerhin gibt es mit Pagan Min wieder einen... nun ja... charismatischen Bösewicht. Und die Story ist weniger unglaubwürdig.
 
Die Kernkompetenz, das Schießen auf gut bewaffnete Feinde, erledigt Far Cry 4 tadellos. Es macht einfach Spaß, mit den verschiedensten Waffen (und auch auf unterschiedliche Weisen) Außenposten zu leeren oder mich durch Missionen zu ballern. Und außerhalb der Hauptaufträge gibt es noch mehr als ein Dutzend echte Nebenmissionen sowie zahlreiche Glockentürme und Außenposten. Gerade letztere werden mich wohl noch eine Zeit lang beschäftigen. Während ich die Türme nämlich alle solo in Angriff genommen habe, hebe ich mir die meisten feindlichen Lager lieber für den Koop auf! Falls danach jemand immer noch nicht genug hat, versucht er sich in unzähligen Sammelaufgaben sowie weiteren Aufträgen wie Rennen gegen die Zeit oder Beschützermissionen. Wie viel es in Far Cry 4 zu tun gibt, verrät die folgende Zahl: Nach dem Abspann – und ich habe nicht ausschließlich auf die Story hin gespielt! – hatte ich gerade mal knapp über 20 Prozent des Spiels erledigt.
 
So viel Spaß mir der Ausflug nach Kyrat auch bereitet hat: Ein paar weitere Neuerungen hätten es durchaus sein dürfen. Die neuen Kletterhaken, die tollen Elefanten und das nur schlecht umgesetzte Karmasystem reichen da einfach nicht. Für ein Far Cry 5 wünsche ich mir mehr als nur ein neues Setting, einen neuen Bösewicht und ein paar Elefanten. Sondern auch neue Ideen!

 Far Cry 4
Einstieg/Bedienung
  • Sehr gute Shooter-Steuerung
  • Drei jederzeit änderbare Schwierigkeitsgrade
  • Schnellreisefunktion erspart lange Fahrten
  • Hotspots zum Öffnen von Kisten, Plündern von Leichen usw. oft ungenau
  • Cutscenes lassen sich nicht überspringen
Spieltiefe/Balance
  • Riesige Spielwelt (etwa so groß wie Far Cry 3)
  • Bessere Ausrüstung durch Jagen
  • Gelungene Gegner-KI
  • Etwa 15stündige Story mit 32 Hauptmissionen
  • Über ein Dutzend Nebenmissionen
  • Dutzende Glockentürme und Außenposten zu befreien
  • 48 zu erlernende Fähigkeiten
  • Vielseitiges Waffenarsenal
  • Große Fahrzeugauswahl inklusive Wingsuit und Elefanten
  • Spaßiges Klettern
  • Unzählige optionale Sammelaufgaben
  • Karmasystem spielt kaum eine Rolle
  • Jagen wird schnell zur Fleißaufgabe
  • Charaktere bis auf Pagan Min eher seelenlos
  • Kaum echte Neuerungen
Grafik/Technik
  • Sehr hohe Weitsicht
  • Dichte Vegetation
  • Schöne Lichteffekte
  • Passende Animationen
  • Meist flüssiges Spielerlebnis
  • Vereinzelte matschige Texturen
  • Per Wingsuit und Gyrokopter aufpoppende Objekte
Sound/Sprache
  • Tolle Soundeffekte
  • Passende Umgebungsgeräusche
  • Gelungene deutsche Sprachausgabe
  • Sprachausgabe zu häufig nicht lippensynchron
Multiplayer
  • Koop-Modus für zwei Spieler, ...
  • Zwei unterschiedliche Parteien (Rakshasa und Goldener Pfad)
  • Drei Spielmodi auf zehn Karten
  • ... aber nicht für die Hauptmissionen
  • Rakshasa-Fraktion ist zu stark
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Userwertung
8.1
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Action
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Ubisoft Montreal
Ubisoft
18.11.2014
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Christoph Vent 14. November 2014 - 15:17 — vor 5 Jahren aktualisiert
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