F1 2019 Test+

Königsklasse mit Nachwuchs

Benjamin Braun / 21. Juni 2019 - 12:21
Steckbrief
PCPS4XOne
Sport
Rennspiel
3
Codemasters
Koch Media
28.06.2019
Link
Amazon (€): 54,90 (Xbox One), 59,00 (Playstation 4), 43,99 (PC)
GMG (€): 19,99 (STEAM), 17,99 (Premium), 54,99 (STEAM), 49,49 (Premium), 49,99 (STEAM), 44,99 (Premium), 12,99 (STEAM), 11,69 (Premium), 34,99 (STEAM), 31,49 (Premium)
Früher als sonst dürft ihr in Codemasters' Rennsimulation die neue F1-Saison spielen. Aber nicht nur das: neben den aktuellen Boliden und zig Klassikern klemmt ihr euch auch hinters Steuer in der F2.
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Seit Jahren erfüllt Entwickler Codemasters Rennspielfreunden den Wunsch, zumindest virtuell Weltmeister in der Formel 1 werden zu können. F1 2019, die neueste Iteration des F1-Racers aus dem Brexit-Land, bietet aber nicht nur das gesamte Fahrerfeld und sämtliche Strecken des aktuellen Jahrgangs, sondern mit der Formel 2 erstmals eine weitere Rennserie mitsamt aller Teams der 2018er-Saison.

Ich habe mich für euch schwerpunktmäßig mit dem Karrieremodus beschäftigt, bin Weltmeister geworden und habe meinem Team zudem den Konstrukteurstitel gesichert. Wie mir F1 2019 gefällt, ob die F2 mehr als nur eine nette Dreingabe ist und was sich im Vergleich zur Vorjahresversion ändert, erfahrt ihr in meinem Test.
Gerade bei Regen macht F1 2019 visuell einiges her. Abseits der Piste ist das Spiel aber noch etwas statischer als der Vorgänger.


Vom F2-Meister zum Formel-1-Champion

In F1 2019 beginnt ihr den Karrieremodus tatsächlich nicht sofort in der Formel 1, sondern in der Nachwuchsrennserie Formel 2. Allzu lang müsst ihr euch mit den dezent langsameren Fahrzeugen allerdings nicht herumplagen. Stattdessen nehmt ihr im kurzen Prolog lediglich an drei F2-Rennen teil, die so ähnlich wie in einigen der Auftaktspiele im FIFA-Storymodus The Journey mittendrin starten. Davon, dass ihr gleich im ersten Rennen die Option habt, euren Teamkollegen Lukas Weber passieren zu lassen oder auf Wunsch selbst auf Sieg fahrt, solltet ihr euch nicht täuschen lassen.

Auswirkungen darauf, dass ihr vielleicht 20 Spielminuten später F2-Meister werdet und bei einem beliebigen F1-Team unterschreibt, hat diese Entscheidung nämlich nicht. Da Weber sowie euer Kontrahent Devon Butler ebenfalls in die Formel 1 wechseln, soll wohl den Wettbewerb intensivieren. Da ihr abseits der teils seltsamen TV-Interviews mit der aus dem Vorgänger bekannten Pressefrau Claire jedoch praktisch nichts mehr von den beiden zu sehen bekommt, geht Codemasters' womöglich geheckter Plan nicht auf. Der Unterhaltungswert der Rennen selbst bleibt aber gewohnt hoch.
Lukas Weber (links) und Devon Butler wechseln zu Beginn gemeinsam mit uns von der Formel 2 in die F1. Ein wirkliches Konkurrenzgefühl entsteht zu den beiden fiktiven Fahrern nach dem nett gemachten Einstieg aber nicht.
 

Forschung wichtiger denn je

Bereits in den Vorgängern konntet ihr vor allem in den Trainingssession erworbene Ressourcenpunkte in die Forschung investieren und den Motor, die Aerodynamik oder die Haltbarkeit erhöhen. In F1 2019 verdient ihr zwar auch beim Simulieren der Trainingssessions Punkte, werdet aber auch viel stärker die Auswirkungen der Forschung auf den Rennerfolg zu spüren bekommen.

Das gilt allerdings nur, wenn ihr zu jenen Spielern gehört, die längere Rennen fahren, also mindestens 25 Prozent der echten Distanz und nicht nur das Minimum von fünf Rennen. Genau das mutet unverständlich an, denn auch bei niedrigen Schwierigkeitseinstellungen kann es so in längeren Sessions durchaus passieren, dass einem der Sprit ausgeht oder sich andere, stark abgenutzte Fahrzeugkomponenten massiv auf die Leistung auswirken. Eine sonderbare Entscheidung, wo im Spiel ansonsten mittels etlicher Fahrhilfen oder der stufenweise regelbaren KI-Stärke praktisch alles anpassbar ist.
Mich nervt der Halo-Überrollschutz immer noch ziemlich. Obwohl die Cockpitansicht am authentischsten ist, fahre ich aber eh am liebsten mit einer der beiden "Schulterperspektiven".
 

Brandaktuell und teils ziemlich alt

Wie auch in den vergangenen Jahren lässt euch Codemasters nicht nur in jeden einzelnen der aktuellen F1-Boliden einsteigen und in allen 21 Rennen der diesjährigen Saison teilnehmen. Innerhalb der Karriere, aber auch in frei wählbaren Einzelrennen oder gar selbsterstellen Saisons, dürft ihr zudem in eine Reihe klassischer F1-Rennfahrzeuge einsteigen.

Dazu zählen unter anderem der Williams FW18, mit dem Damon Hill im Jahr 1996 den Weltmeistertitel holte oder auch der McLaren MP4/4, mit dem Ayrton Senna 1988 die WM-Trophäe ergattern konnte. Dazu kommen etliche Modelle von Ferrari, Lotus oder auch der Brawn GP 001, der Jenson Button 1999 zum Titel verhalf. Jedes Fahrzeug dürft ihr natürlich aus gleich sechs Perspektiven steuern, die neben der Cockpitansicht auch mehrere Außenansichten oder "Schulterkameras" umfassen.

F1 2019 erscheint am 28. Juni (und damit früher in der aktuellen Saison als sämtliche Vorgänger) für PC, PS4 und Xbox One. Die von mir getestete Xbox-Fassung konnte ich in Version 1.03 spielen. Käufer der Discfassung (das Spiel selbst ist rund 40 GB schwer) dürfen sich dabei auf einen 20 GB großen Patch einstellen.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Christoph Vent (GamersGlobal)

 
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Meinung: Benjamin Braun

F1 2019 macht an sich nichts grundlegend anders als der Vorgänger. Die Bedeutung der Forschung und des ERS-Systems sind  definitiv gestiegen, wovon aber lediglich Intensivspieler und Hardcore-Simulations-Fans profitieren. Bescheuert finde ich dabei, dass es es zu stark an der gewählten Rennlänge liegt, wie stark diese Aspekte greifen, während ich praktisch alles andere an meine Wünsche anpasssen kann. Falsch ist der Ansatz grundsätzlich sicherlich nicht, aber eben aufgrund der ansonst so hohen Anpassbarkeit hätte man das besser regeln können.

Unterm Strich aber ist und bleibt F1 2019, genauso wie sein Vorgänger, eine erstklassige und gut aussehende Rennsimulation, die die Faszination Formel 1 auf der Stecke vorbildlich vermittelt. Gerade die Story bleibt jedoch vernachlässigbares Beiwerk. Und während die Classic Cars Rennsportenthusiasten Freude bereiten werden, bringt die Integration der Formel 2 keinen nennenswerten Mehrwert. Kurzum: Mögt ihr Rennspiele und habt letztes Jahr nicht zugeschlagen, dann nur zu! Besitzt ihr hingegen F1 2018, werdet ihr abseits des aktualisierten Fahrerfelds und der F2 nicht viel finden, das zum erneuten Zuschlagen zum Vollpreis lockt.
 
F1 2019 PCXOnePS4
Einstieg/Bedienung
  • Präzise, direkte Gamepadeingabe
  • Schwierigkeitsgrad (Fahrhilfen, KI-Stärke) und Co. umfassend individuell anpassbar
  • Faires, nachvollziehbares Strafensystem (zwei Stufen)
  • Fahrzeuganpassungen und Co. während der Fahrt sehr fummelig
  • Regularien werden für F1-Einsteiger meist nur oberflächlich erklärt
Spieltiefe/Balance
  • Sehr gutes Fahrmodell
  • Starkes Geschwindigkeitsgefühl
  • Alle Rennen und Teams der 2019er-F1-Saison enthalten
  • Großes Angebot an klassischen F1-Flitzern
  • F2 (2018er-Saison) nette Dreingabe
  • Üppiges, motivierendes Upgradesystem
  • Selbst zusammenstellbare Saisons und Einzelrennen
  • Einladungsevents (Zusatzchallenges) lockern Karrieremodus auf
  • Abseits der Strecke vergleichsweise statisch
  • Benzinverbrauch und Verschleiß bei längeren Rennen zu bedeutend
  • Story im Karrieremodus nur mäßiges Beiwerk
Grafik/Technik
  • Erstklassige Regeneffekte
  • Verbesserte Beleuchtung
  • Allgemein sehr detaillierte, flüssige Grafik
  • Ladezeiten deutlich länger als im Vorgänger
Sound/Sprache
  • Authentische Motorengeräusche
  • Allgemein sehr gute Soundeffekte
  • Ordentliche deutsche Sprecher
  • Deutsche Fassung nicht ansatzweise lippensynchron
Multiplayer
Nicht getestet
 
9.0
Userwertung0.0
Mikrotransaktionen
Hardware-Info
Keine Besonderheiten
 
Eingabegeräte
  • Maus/Tastatur
  • Gamepad
  • Lenkrad
  • Anderes
Virtual Reality
  • Oculus Rift
  • HTC Vive
  • Playstation VR
  • Anderes
Kopierschutz
  • Steam
  • uPlay
  • Origin
  • Hersteller-Kontoanbindung
  • Ständige Internetverbindung
  • Internetverbindung beim Start
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Benjamin Braun 21. Juni 2019 - 12:21

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