Test: Flammendes Inferno

Emergency 2012 Test

In zwölf Desastern um die Welt –- und wer räumt hinterher den Müll weg? In Deep Silvers Katastrophensimulation müsst ihr retten, löschen und evakuieren, was das Zeug hält. Ob dieses Konzept auch langfristig Spaß macht oder in öde Klickorgien ausartet, verrät euch unser Test.
Florian Pfeffer 10. November 2010 - 23:23 — vor 6 Jahren aktualisiert
PC
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von Florian Pfeffer

München versinkt unter meterhohen Schneemassen, ein Jahrhundertsturm zieht über Paris und zerreißt den Eifelturm, das Matterhorn rutscht ab und begräbt das Örtchen Zermatt fast vollständig -- Emergency 2012 bietet Katastrophenszenarien nur eine Nummer unter denen von Roland Emmerich. Und wir sind tatsächlich beeindruckt, weil uns angesichts des deutlich sichtbaren Klimawandels die dargestellten Desaster gar nicht mal so weit hergeholt erscheinen. Ausreichend Grundlage für ein spannendes Spiel bietet Emergency 2012 also auf jeden Fall. Doch kann uns auch die technische Umsetzung überzeugen? Die Vorgänger stehen bei Fans der Serie hoch im Kurs, sind aber keinesfalls für ihre Einsteigerfreundlichkeit bekannt. Wir haben uns gespannt in die Krisengebiete gewagt und ungefähr so viele virtuelle Leben gerettet, wie in Black Ops pro Mission ausgeblasen werden...

Großaufgebot vor dem Chemiewerk: Ein Tank ist explodiert und hat die Arbeiter kontaminiert.

Einstieg: Feuer und Flamme

Standard- vs. Deluxe-Version
In der Standard-Ausgabe (ca. 35 EUR) bietet Emergency 2012 einen Umfang von zwölf Missionen, in der ca. 15 EUR teureren Deluxe-Variante sind es 15, dazu kommen eine DVD (Feuerwehrdokumentation) sowie ein USB-Blaulicht enthalten.
Zu Beginn eines jeden Einsatzes wird euch mit einem kleinen Video das Szenario vorgestellt, wobei es sich zumeist um eine Naturkatastrophe handelt, die Menschen verletzt oder in Gefahr gebracht hat. Danach werdet ihr mitten ins Geschehen geworfen: Einsatzfahrzeuge rücken an und wollen in typischer RTS-Manier an die richtige Stelle kommandiert werden.

Stehen euch in den ersten Missionen zunächst nur eine verhältnismäßig kleine Auswahl an Einsatzkräften wie Notarzt, Krankenwagen und Polizeistreifenwagen zur Verfügung, so erweitert sich das Arsenal schon bald zusehends, bis ihr im späteren Verlauf sogar Bergungshubschrauber, SEK-Scharfschützen, Wasserwerfer und Löschflugzeuge befehligen dürft. Die Anzahl und die Art der Fahrzeuge ist stets festgelegt und kann nicht verändert werden. Schwieriger noch: Mit den vom Programm vorgesehenen Einheiten müsst ihr auskommen, Ersatz steht euch innerhalb eines Einsatzes nicht zur Verfügung. Ebensowenig ist ein Austauschen gegen andere Rettungseinheiten möglich. In einigen Missionen mit mehreren über die Karte verteilten Brandherden hätten wir uns aber durchaus die Möglichkeit gewünscht, die Rettungshundestaffel gegen ein bis zwei Löschfahrzeuge eintauschen zu können...

Die Einsätze: schwer zu koordinieren

Zwar gibt es kein direktes Zeitlimit, vor allem in den späteren Missionen geht es aber trotzdem durchaus hektisch zur Sache. Es gilt, an mehreren Orten gleichzeitig verschiedene Hilfskräfte zu koordinieren, also beispielsweise an einer Stelle ein Feuer zu löschen, während nebenan die Brandstifter mit Hilfe von Blendgranaten unschädlich gemacht und verhaftet werden wollen. Derweil solltet ihr ein paar Straßen weiter auch noch fliehende Plünderer mit einer Straßensperre aufhalten! Dabei werdet ihr immer wieder während einer laufenden Mission mit veränderten Sachlagen umzugehen haben. Ewa wenn in einem Flüchtlingslager plötzlich eine Seuche ausbricht oder ein Hotel auf der anderen Seite der Karte einzustürzen droht. Ihr habt also stets alle Hände voll zu tun; Einsteiger dürften teilweise überfordert sein. Zu allem Überfluss macht die Minimap in der rechten oberen Ecke ihrem Namen alle Ehre, ja, mehr noch, sie ist deutlich mehr Mini als Map. Zum ungefähren Ansteuern des gewünschten Standpunktes reicht sie zwar aus, aber genaues Positionieren des technischen Geräts ist damit nicht möglich.

Immerhin: Sämtliche Ereignisse sind geskriptet und werden durch die Erfüllung von vorherigen Teilaufgaben ausgelöst. Diese starre Chronologie der Unfälle führt dazu, dass ihr eine Mission ungeniert oft spielen könnt, bis ihr die Reihenfolge der Skriptereignisse auswendig kennt und im Voraus wisst, an welcher Stelle die Einsatzfahrzeuge am besten zu platzieren sind.
 
Wir machen ein paar nervende Demonstranten nass, während die Anstifter im Hintergrund bereits abgeführt werden.
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