Shooter zu Eve Online

Dust 514 Test

Vier Jahre ist es her, dass CCP seinen F2P-Shooter exklusiv für PS3 ankündigte. Auf den ersten Blick handelt es sich um ein Battlefield im Science-Fiction-Szenario. Die Besonderheit: Der Titel spielt im Universum von Eve Online. Und das macht sich nicht nur in der Story, sondern auch im Spielablauf bemerkbar.
Keksus 25. Mai 2013 - 18:56 — vor 5 Jahren aktualisiert
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Wir befinden uns in einem Schiff im Orbit des Planeten Ennur VI. In wenigen Minuten beginnt die Schlacht. Unsere Aufgabe ist es, einen Fabrikkomplex zu verteidigen, der von den One-Armed Bandits angegriffen wird. Bevor es losgeht, überprüfen wir noch schnell unsere Ausrüstung. Unsere Panzerung ist ein Caldari Medium Frame C-1 für 6.800 ISK mit Verbesserungen im Wert von 4.790 ISK. Als Bewaffnung nutzen wir ein GEK-38-Sturmgewehr für 10.770 ISK. Macht insgesamt 22.360 ISK. Die Schlacht ist wichtig, also kaufen wir uns noch einen Panzer für 200.000 ISK. Sterben wir im anstehenden Kampf, verlieren wir Ausrüstung, die uns viel Geld und somit Spielzeit gekostet hat.

Das Gefecht beginnt und wir springen aus dem Landungsschiff mitten ins Kampfgebiet. Sofort setzen wir einen Funkspruch ab, um unseren frisch gekauften Panzer einfliegen zu lassen. Ein Transportschiff bringt uns den Stahlkoloss. Wir steigen ein und bewegen uns auf die feindliche Basis zu. Es kommt, wie es vielleicht kommen musste: Nach nur wenigen Minuten wird unser Panzer von einer Rakete getroffen. Wir steigen in letzter Sekunde aus und bringen uns noch gerade so in Sicherheit. Diese Schlacht können wir jetzt schon unabhängig von ihrem Ausgang als Minus verbuchen – der Panzer war weit mehr wert als unser Sold für die Schlacht.

Ein Universum, ein Krieg
Ein Orbitalschlag in Aktion: Angefordert wird er bei Eve-Spielern (Oben), die anschließend den Beschuss starten (Mitte, Bild von Eve-Spieler Tiger Gold Estemaire). Der Einschlag ist gewaltig (Unten).
Die große Besonderheit des Free-to-play-Shooters Dust 514 ist die Verzahnung mit dem Science-Fiction-MMO Eve Online. Es ist aber nicht nur im selben Universum angesiedelt: Die Spieler von Eve (das auf PCs läuft) sollen maßgeblich das Erlebnis in Dust (PS3) beeinflussen können, und umgekehrt. Derzeit beschränkt sich die ambitionierte Verbindung der beiden Titel freilich auf einen gemeinsamen Chat und das Anfordern von Orbitalschlägen aus dem All.

Um einen der Angriffe in Aktion zu sehen, sind wir mit unserem Söldner in den öffentlichen Chatkanal "Z-U-P Pub" der Faction-Warfare-Corporation Abteilung-8 gegangen und haben uns mit dem Kapselpiloten dort abgesprochen. Es kann eine Weile dauern, bis ihr einen Planeten gefunden habt, um den ihr gemeinsam kämpfen könnt. Vom Schlachtfeld aus werden eure "Schutzengel" am Himmel durch blaue Vierecke markiert. Um über ein Menü Unterstützungsfeuer anzufordern, benötigt ihr jedoch zunächst genügend Warpoints – so heißen die Punkte, die ihr während der Partie sammelt. Bei den Eve-Piloten erscheint dann ein Hinweis, dass sie euren Gegnern mit spezieller taktischer Munition Feuer unterm Hintern machen dürfen. Doch ist die Unterstützung nicht garantiert, denn die Piloten in Eve Online können sich gerade selber in einem Gefecht befinden. Ganz ausgereift ist das System noch nicht: Zum einen werden Eve-Spieler nicht dafür belohnt, dass sie sich in feindliches Gebiet wagen, zum anderen ist die genaue Absprache mit Dust-Spielern unabdingbar, um überhaupt die Kämpfe zu finden. An diesem Punkt muss CCP noch arbeiten.

Weitere Überschneidungen der beiden Spiele sind bereits geplant. So soll es in Zukunft auch möglich sein, ISK von Eve Online direkt an einen Dust-Spieler zu versenden, und auch eine Zusammenlegung der Märkte beider Spiele ist angedacht. Zudem sollen Spieler des PC-MMOs selber Ausrüstung produzieren und verkaufen können und damit einen ganz neuen Wirtschaftszweig bereitstellen. Darüber hinaus sollen die Kämpfe in Dust auf weitere Gebiete ausgeweitet werden. Derzeit finden sie nur in den so genannten LowSec-Gebieten von Eve Online statt, wo sich die vier großen NPC-Nationen bekriegen. Später soll auch das NullSec – die Gebiete, wo die Spieler Stationen bauen und die Gesetze machen – davon beeinflusst werden. Außerdem sollen Dust-Spieler vom Boden aus auf die Schiffe aus Eve schießen können.

Obwohl die Verbindung zwischen den beiden Spielen derzeit noch zu wünschen übrig lässt, zieht Dust 514 hieraus dennoch einen Großteil seines Reizes: Die von euch geführten Kämpfe haben tatsächlich Auswirkungen, die auch nach dem Kampf noch spürbar sind. Habt ihr ein Viertel erobert, wirkt sich das entsprechend auf den Besitzer in Eve Online aus.

Bodenkampf in Neu EdenIm Kern ist Dust 514 jedoch ein üblicher Shooter im Stil von Battlefield 3 (GG-Test: 9.0). Das macht sich auch an den vorhandenen Spielmodi bemerkbar, in denen bis zu 32 Spieler gegeneinander antreten: In "Skirmish" erobert
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ihr Punkte auf der Karte und haltet diese, bis das Landungsschiff der Gegner keine Energie (sprich Tickets) mehr hat. "Domination" funktioniert ganz ähnlich, beschränkt sich jedoch auf einen einzelnen Eroberungspunkt. Dazu gesellt sich noch der Modus "Ambush", hinter dem sich letztendlich aber nicht mehr als Team Deathmatch verbirgt.

So weit, so Standard. Der für Einsteiger offensichtlichste Unterschied im Vergleich zur Konkurrenz ist der, dass Ausrüstung und auch Fahrzeuge nur gegen Einsatz der Spielwährung ISK gekauft werden können. Gratis gibt es lediglich eine verhältnismäßig schlechte Basisausrüstung. Ein weiterer Unterschied zu gängigen Shootern: Geht ihr drauf, verliert ihr euer komplettes Equipment, also auch das vielleicht erst vor wenigen Minuten gekaufte Sturmgewehr. Um die Balance zu gewährleisten und Frust vorzubeugen, werden dringend benötigte Gegenstände wie Waffen recht günstig angeboten. Ein Gewehr kostet im schlimmsten Fall 80.000 ISK, in jeder Runde verdient ihr meist zwischen 100.000 und 300.000 ISK. Kleinere Gegenstände lassen sich so schnell nachkaufen, die Investition in einen dicken Panzer will aber wohlüberlegt sein.
Hier wehren wir einen feindlichen Panzer ab. Diese gehören zu den teuersten Anschaffungen in Dust 514.

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