Test: Schnetzeln für die Legion

Dungeon Siege 3 Test

Rechen 19. Juni 2011 - 1:33 — vor 8 Jahren aktualisiert
Die Handlung rund um die 10. Legion führt uns unter anderem in diese eisige Gebirgsregion.
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Story mit Tücken
Die Geschichte um die 10. Legion ist unterhaltsam erzählt und motiviert zum Weiterspielen. Die guten deutschen Sprecher tragen ihren Teil dazu bei, auch wenn uns manche Dialoge deutlich zu lang sind. Im Kleinen haben wir auch ein wenig Entscheidungsfreiheit. Lassen wir einen besiegten Feind am Leben oder töten wir ihn? Helfen wir den Zyklopen dabei, gerechte Löhne in Stonebridge auszuhandeln, oder knüppeln wir den Anführer der einäugigen Riesen einfach um und „überzeugen“ so den Rest der Sippe zum Weiterarbeiten? Sogar verschiedene Enden hat Dungeon Siege 3 in petto. Die Atmosphäre und die Authentizität der Welt wird immer wieder von Büchern unterstrichen, die ihr findet und natürlich auch lesen könnt. Eine Sache hat uns dann aber doch richtig gestört. Jeyne Kassynder hat fast die komplette 10. Legion ausgelöscht und somit viele hundert, wenn nicht sogar tausende Kämpfer ermordet. Die wiedergegründete Legion hat etwa ein halbes Dutzend Mitglieder. Besonders absurd: Im weiteren Spielverlauf schließen wir ein Bündnis mit der Krone. Klar: Knapp sechs Mann werden schon reißen, was vorher eine Armee aus dem gleichen Holz nicht hingekriegt hat…

Wenn ihr euch daran nicht stört, wird euch die Story gut unterhalten. Wer sich daran stört, muss an manchen Stellen einfach ein wenig tapfer sein. Und tapfer sein lohnt sich, denn Dungeon Siege 3 führt euch an viele interessante und unterschiedlich aufgemachte Orte und wartet immer mal wieder mit einer guten Portion augenzwinkerndem Humor auf. Neben der Hauptquest erledigt ihr auch Nebenaufgaben, die ihr meist – wie es der Name schon nahe legt – nebenbei löst. Einen abhanden gekommenen Gewehrprototypen beschaffen? Kein Problem, in die Gegend kommen wir sowieso. Die kleinen Geschichten, die dabei erzählt werden, sind ganz nett, mehr aber auch nicht.
 
Technokraten und Schmiedeessen
 
Nach und nach besucht ihr viele unterschiedliche Schauplätze. In Stonebridge, dem um Neutralität bedachten Fantasy-Pendant zur Schweiz, leben Menschen und Goblins zusammen in einer Technokratie. Auf den Straßen patrouillieren mechanische Automatoiden, die eine ganz eigentümliche Art von Humor haben. Doch die Ortschaften wirken allesamt wenig lebendig, bis auf einige herumlaufende Passanten passiert in den Kulissen so gut wie nichts. Im krassen Kontrast zum hellen Stonebridge stehen die düsteren Funkelhöhlen, in denen sich die Königin vor Jeyne Kassynder versteckt. Wiederum ganz andere Akzente setzt die Gießerei, in der ihr einen Aufstand niederschlagen sollt. Hier seht ihr Lavaflächen und stählerne Maschinen. Dieser Schauplatz erinnert übrigens ein wenig an den Planeten Mustafar aus Star Wars – Episode 3. Die eigentliche Spielwelt besteht aus Schläuchen und fordert euch einiges an Lauferei ab.
 
Die Technik von Dungeon Siege 3 steckt zwar Duke Nukem Forever locker in die Tasche, ist aber trotzdem nicht mehr zeitgemäß. Die Gesichter der NPCs blicken euch detailarm an und bleiben während der Dialoge weitgehend hölzern und ausdruckslos. Das drückt auf die Atmosphäre. Sehr schön finden wir hingegen die knalligen Kampfeffekte, die mit kräftigen Farben in Szene gesetzt sind. Anders als andere Spiele von Obsidian (zum Beispiel Fallout New Vegas) bleibt Dungeon Siege 3 von der berüchtigten Bug-Flut verschont, die diesen Entwickler auszeichnet
In der Gießerei nehmen wir es mit den riesigen Zyklopen auf.
-- ob es am guten Product-Managing seitens Square Enix lag? Kleinere Fehler, wie fehlerhaft platzierte Questmarker, haben wir zwar gefunden, wir halten sie aber für verschmerzbar.
 
Solides Action-RPG mit starken Kämpfen
Dungeon Siege 3 ist ein gutes Action-Rollenspiel geworden, das mit einer soliden Story und einer abwechslungsreichen Spielwelt punktet. Klar im Zentrum steht das sehr krachwummig präsentierte Kampfsystem, das uns doch einiges an Geschick und auch Reaktionsgeschwindigkeit abverlangt, und ein klein wenig Taktik. Die Spezialschläge sowie die Fokus-Punkte sorgen für Tiefgang und lassen die Gefechte auch nach langer Zeit nicht langweilig werden.

Apropos lange Zeit: Mit seinen rund zwölf Stunden Spielzeit ist der Titel sehr kurz, zumindest für das Genre der Action-Rollenspiele. Das wäre nicht weiter tragisch, wenn etwa die anfängliche Charakterwahl massivere Auswirkungen aufs Spiel hätte. Doch der Wiederspielwert bleibt aufgrund der weitgehenden Linearität recht gering. Was aber durchaus Spaß machen kann, ist Dungeon Siege 3 allein durchzuspielen und dann erneut, am besten auf der höchsten Schwierigkeitsstufe, nochmal mit einem Freund durchzustehen. Auch wenn Ärgernisse wie das übertrieben schnelle Respawnen der Gegner und die altbackene Technik eine höhere Wertung verhindern: Wer aktuell nach einem soliden, spannenden Action-Rollenspiel sucht (mit Betonung der Action), wird von Dungeon Siege 3 gut bedient.

Autor: Kevin Stich (GamersGlobal)

Dungeon Siege 3
Einstieg/Bedienung
  • Komfortable Gamepad-Steuerung
  • Spieler sofort mitten im Geschehen
  • Umständlich mit Maus und Tastatur
Spieltiefe/Balance
  • Sehr gutes Kampfsystem
  • Spezialschläge
  • Fokussystem
  • Herausfordernde Bosskämpfe
  • Interessante Handlung
  • Vier spielbare Charaktere
  • Zu schneller Gegner-Respawn
  • Kein freies Speichern
  • Story mit Logiklücken
  • Weitgehend nutzloses Gold
  • nur 12 Stunden Spielzeit
Grafik/Technik
  • Knallige Kampfeffekte
  • Insgesamt stimmige Cutscenes
  • Kaum Bugs
  • Mimik hölzern, Gesichter detailarm
  • Viele Objekte optisch sehr änlich
  • Grafik wirkt insgesamt altbacken
Sound/Sprache
  • Gute Sprecher
  • Passende Musik
  • Krachende Kampfgeräusche
 
Multiplayer
  • Koop-Modus, menschlicher Mitspieler ersetzt dann (auch am selben Gerät) den KI-Mitstreiter
 
 
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Userwertung
7.1
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Hack and Slay
16
Square Enix
20.06.2011
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PCPS3360XOne
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Rechen 19. Juni 2011 - 1:33 — vor 8 Jahren aktualisiert
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