Bislang schlechtestes Vita-Spiel

Dungeon Hunter Alliance Test

Zahlreiche Waffen, viele Rüstungstypen und unzählige Gegnerhorden, die darauf warten, niedergemacht zu werden: Für Hack-and-Slay-Freunde klingt das wie die Verheißung des Paradieses. Ob Dungeon Hunter – Alliance genau das richtige für Genre-Fans ist, verrät euch unser Test.
Ramon Domke 24. Februar 2012 - 19:43 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Das Königreich Gothicus  ist in Gefahr; wieder einmal. Ihr schlüpft erneut in die Rolle des Königs und gebt euch der Aufgabe hin, euer Reich neuerlich von der Verderbnis zu befreien. Wenn euch diese Handlung vertraut vorkommt und euch die Ballung an Wieders, Abermalses und Neuerlichs auffällt, wisst ihr es schon: Dungeon Hunter - Alliance ist im Grunde kein neues Spiel, sondern eine leicht veränderte Neuauflage  des Anfang 2011 erschienenen, gleichnamigen Spiels für die PlayStation3. Dieses wiederum erzählte bereits dieselbe Geschichte des für das iPhone erschienen ursprünglichen Dungeon Hunter aus dem Jahr 2009. Zwar hat Dungeon Hunter - Alliance seitdem einige optische und spielerische Aufwertungen erhalten. Das Intro-Video ist aber noch immer das gleiche wie ehedem. Nun, der Volksmund behauptet: Aller guten Dinge sind drei! Stimmt das auch in diesem Fall?

Das Königreich Gothicus war einst ein friedliches Land. Regiert wurde es vom Spieler, einem gütigen Herrscher. Doch als dessen  Frau stirbt, findet er sich nicht damit ab.  Der Regent bemüht dunkle Künste, um  das Weib den Fängen des Todes zu entreißen. Mit zweifelhaftem Erfolg: Das, was er von den Toten zurückholt, hat nichts mehr mit seiner einstigen Geliebten gemein. Die nun dämonische Königin erschlägt den Gatten kurzerhand und reißt die Macht an sich. Eine Schreckensherrschaft bricht über das Volk herein, während  die Leiche des Gemahls in einer Gruft verrottet. Jahre später erweckt die Fee Celeste den dahingeschiedenen Herrscher - und damit euch - zu neuem Leben. Eure verzweifelten Handlungen haben einst die Dämonenplage über Gothicus gebracht. Jetzt ist es an der Zeit eure Schuld zu sühnen und die Ordnung im Land wiederherzustellen.

RPG-Kost mit wenig InnovationIhr beginnt eure Reise als zäher Krieger, flinker Schurke, oder  weiser Magier. Im klassischen Stil eines Hack-and-Slays stehen für die gewählte Klasse zahlreiche Fertigkeiten und Talente zur Verfügung, die das Leben leichter machen -- während euch gefühlt das ganze Königreich ans Leder will. Bei jedem Stufenanstieg  erhaltet ihr einen Punkt, um eine Fähigkeit  zu lernen oder zu verbessern. Obendrein winken zwei Punkte, die ihr in eure Attribute investiert. Defensive Fertigkeiten helfen euch, im Schlachtgetümmel länger standzuhalten, während offensive Aktionen verheerenden Schaden unter den Feinden anrichten. Jede Klasse kann bis zu sechs aktive Fertigkeiten auf Schnelltasten legen. Ebenfalls stehen euch zwei Waffen-Slots zur Verfügung. Schurken wechseln so zum Beispiel schnell vom Bogen zur Nahkampfwaffe, um  anstürmende Feinde gebührend in Empfang zu nehmen. Die Attribute des Spiels sind sehr geradlinig gewählt: Ausdauer verleiht als allgemeiner Wert mehr Gesundheit. Stärke ist das Attribut der Krieger, Geschick hilft Schurken und Energie verbessert die Zauberkraft des Magiers.

Hat der Spieler sich für eine unliebsame Talent-Kombination entschieden (sich „verskillt“) kann er  Punkte neu verteilen, wenn er dafür Gold abgibt. Ihr müsst also nicht für alle Zeit mit euren Anfangsentscheidungen leben. Verkalkuliert ihr euch bei der Stärke der Gegner, stellen Tränke sofort eure gesamte Gesundheit und euer Mana wieder her. Auf diese Weise meistert ihr auch brenzlige Situationen. Bei exzessivem Gebrauch geht das allerdings in
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s Geld. Nahezu alle Tränke müsst ihr an Trank-Spendern kaufen.  Ihr findet sie  nur sehr selten anderswo in der Spielwelt. Je höher das Level einer Zone, desto teurer sind die Tränke.

Geld spielt zunächst eine untergeordnete Rolle. Das Spiel bewirft euch regelrecht mit Ausrüstung, was so gewollt ist. Das Spiel verfügt sogar über eine eingebaute Funktion, die minderwertige Gegenstände automatisch in Gold umwandelt. So lauft ihr recht selten Gefahr, dass euer Inventar zugemüllt wird und habt meist ein solides Finanzpolster. Das ändert sich, sobald ihr regelmäßig bei Händlern einkauft. Einige verstecken sich in entlegensten Winkeln der Spielwelt und in Dungeons. Wenn ihr auf seltene Ausrüstung steht, solltet ihr immer die Augen offen halten. Ist euch euer Equipment egal und möchtet ihr euch nur durch Gegnerhorden schnetzeln, ohne  Ausrüstung auf Talente und Attribute abzustimmen, wählt das Spiel auf Wunsch automatisch die beste Ausrüstung. Erfahrene Spieler verlassen sich darauf aber nicht, da die künstliche Intelligenz zu oft Gegenstände  zum Einsatz bringt, die in der Praxis weniger effektiv sind als selbst herausgepickte.
Gegnerhorden: Krieger fühlen sich im Getümmel pudelwohl. Magier bleiben lieber in sicherer Entfernung.

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