Test: Jetzt auch für PC

Driver San Francisco Test

Nachdem das GTA-Experiment des Vorgängers in die Hose ging, konzentriert sich Ubisoft mit Driver San Francisco auf das Grundlegende: das Fahren. Mitsamt der motivierenden Story und dem innovativen Shift-Feature ergibt das ein feines Action-Rennspiel mit hübscher Kulisse in der S.F. Bay Area. Wir haben nun auch die PC-Version getestet.
Bernd Wener 30. August 2011 - 21:11 — vor 8 Jahren aktualisiert
Driver San Francisco ab 23,70 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots wurden von uns selbst erstellt.


Während der letzte Teil erfolglos versuchte, im Windschatten von GTA zu bleiben, handelt es sich bei Driver San Francisco wieder um ein reinrassiges Action-Rennspiel, ein klein wenig vergleichbar mit Burnout Paradise oder Test Drive Unlimited 2. Hinzu kommt eine spannende und gut präsentierte Geschichte rund um einen flüchtigen Schwerverbrecher, die uns immer motivieren konnte, weiterzuspielen. Das Ganze spielt in einer frei befahrbaren Stadt, die der kalifornischen Metropole San Francisco nachempfunden ist. Da darf die Golden Gate Bridge ebenso wenig fehlen, wie die typischen von Trambahn-Linien durchzogenen, hügeligen Straßenzüge und natürlich die Serpentinen der Lombard Street.

Die PC-VersionWie erwartet profitiert die PC-Version von Driver San Francisco zunächst einmal von der deutlich höheren Auflösung und der zuschaltbaren Kantenglättung. Die Szenerie wirkt deutlich schärfer, was insbesondere der Weitsicht zugutekommt. Objekte in größerer Entfernung sind merklich besser zu erkennen, die Kanten an den ohnehin schon schicken Wagenmodellen sind nun angenehm glatt. Auch hatten wir den Eindruck, dass der auf der Konsolenversion doch etwas störende Rauschfilter am PC nicht mehr so stark zur Geltung kommt, weshalb das Bild zusätzlich an Schärfe gewinnt.

Die Steuerung mit dem Gamepad ist wie gehabt sehr gut. Doch auch mit der Tastatur lassen sich die Boliden recht angenehm steuern, wenn auch selbstverständlich mit Einschränkungen. Letztlich ist eine Tastatur immer noch ein digitales Eingabegerät. Das Shiften lässt sich mit dem Gamepad in unseren Augen etwas flüssiger kontrollieren, was sich insbesondere in hektischen Situationen wie den Verteidigungsmissionen bemerkbar macht. Die Königsklasse und dem PC vorbehalten ist die Steuerung per Lenkrad. Unser Test-Lenkrad ließ sich allerdings nur zur Funktion überreden, solange kein Gamepad angeschlossen war. Dann aber zieht euch die Cockpit-Perspektive von Driver San Francisco noch tiefer ins Geschehen. Zwar sind die Force-Feedback-Effekte nicht übermäßig spektakulär geraten, vermitteln aber trotzdem gut, wenn ihr über den Bordstein brettert oder in andere Fahrzeuge kracht.
PC: Dank höherer Auflösung und optionaler Kantenglättung machen die Verfolgungsjagden noch einmal so viel Spaß.

Koma-Shiften statt Koma-SaufenDunkel erinnern wir uns noch an das Tutorial, genauer gesagt die bockschwere Tiefgaragen-Prüfung, des ersten Teils. Driver San Francisco spart sich solche Mätzchen und wirft euch nach dem Intro unmittelbar in das Spielgeschehen. Gemeinsam mit eurem Partner Tobias Jones überwacht ihr in der Haut von Hauptperson John Tanner einen Gefangenentransport. Euer Erzfeind, der Oberbösewicht Charles Jericho, scheint endlich dingfest gemacht. Doch sind wir mal ehrlich: Der Spielspaß würde auf der Strecke bleiben, ginge bei der Überführung alles glatt. Stattdessen wird Jericho von seiner hübschen Handlangerin Leila Sharan befreit. Das führt zu einer zünftigen Verfolgungsjagd samt abschließender Massenkarambolage, bei der Tanner schwer verletzt wird und fortan im Koma liegt.

Moment, wie soll ein Koma-Patient noch einen Wagen lenken? Mit diesem Kniff erklärt Ubisoft, warum Tanner die Fähigkeit des neuartigen Shift-Features zur Verfügung steht. Damit ist es euch möglich, in beliebige Fahrzeuge zu "shiften" und so deren Kontrolle zu übernehmen. Zum Beispiel könnt ihr während eines Rennens in einen Sattelschlepper wechseln und diesen euren Kontrahenten vor den Latz knallen. Das mag nicht sonderlich realistisch, für manch einen gar an den Haaren herbeigezogen klingen. Doch wer auf Realismus steht, sollte auch kein Action-Rennspiel in Betracht ziehen, bei dem es nicht ungewöhnlich ist, mit 200 Sachen durch die Innenstadt zu heizen und ungeahndet allerhand Zerstörung anzurichten. Für Spaß und etwas Abwechslung vom Rennalltag sorgt das Shiften jedenfalls. Außerdem wird der Einsatz des Features nicht überstrapaziert. Es gibt massig Missionen, bei denen es auch rein auf euer fahrerisches Talent ankommt.
PS3: Protagonist Tanner liegt eigentlich nach einer Massenkarambolage übel zugerichtet im Koma.

Glaubwürdige Reaktionen auf unglaubliche EreignisseSehr gut gefallen hat uns auch, wie das Shiften – übrigens im Optionsmenü der deutschen Version äußerst unglücklich mit "Schalten" übersetzt – in die Geschichte integriert ist. Tanner nimmt sein neu gewonnenes Talent nicht einfach als gegeben hin, sondern drückt seine Verblüffung und B
Anzeige
egeisterung darüber mehrfach verbal aus. Nach und nach lernt er, besser mit der Fähigkeit umzugehen. So könnt ihr im späteren Spielverlauf im Shift-Modus immer höher über der Stadt schweben und kommt so deutlich schneller an entlegenere Missions-Startpunkte, als wenn ihr mit dem Auto fahrt. Insgesamt gibt es vier solcher Zoomstufen. Lediglich die dritte erhaltet ihr reichlich spät. Zu diesem Zeitpunkt habt ihr bereits einen Großteil der Karte freigeschaltet, kommt mit Stufe zwei des Shift-Modus aber noch recht langsam voran.

Die Fahrer der gekaperten Fahrzeuge reagieren teilweise sehr witzig auf Tanner. Einmal begrüßte uns ein blinder Mann gar mit den Worten "Weiche, Dämon". Er hatte offenbar erkannt, dass wir nicht seine Ehefrau sind. Im späteren Spielverlauf verschwimmen Realität und Koma-Fantasien zunehmend. Teilweise sprechen die Beifahrer Tanner dann plötzlich mit richtigem Namen an. Außerdem kommt es zu einer Reihe von Spezialmissionen, zu denen wir aber nicht zu viel verraten möchten. Nur soviel sei gesagt: In einer davon steuert ihr euren Wagen aus einer gänzlich ungewohnten Perspektive. Nicht ganz einfach, aber eine richtig coole Idee.
Brummi-Showdown

In folgender Mission müssen wir einen Typen namens Foghorn stoppen. Dumm nur, dass der einen dicken Brummi fährt. Also bekämpfen wir Gleiches mit Gleichem und leihen uns zunächst ebenfalls ein PS-Monster. Das sehen die Cops nicht gerne und verfolgen uns 1 . Gegen unser Kraftpaket haben die Gesetzeshüter kaum Chancen 2. Nach einigen Rangeleien haben wir uns ihrer entledigt 3. Nun können wir uns in Ruhe Foghorn widmen und drängen ihn gleich mal Richtung Bus ab 4. Bei einer wilden Verfolgungsjagd durch die halbe Stadt bauen wir einen Beinahe-Crash mit einem Autotransporter 5. Schlussendlich verpassen wir Foghorn den finalen Stoß 6 (Alle Screenshots: Xbox 360).

Thumbnail 1 Thumbnail 2 Thumbnail 3 Thumbnail 4 Thumbnail 5 Thumbnail 6
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 54 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.