Koop-Kämpfe mit wirrer Story

Dragonball Z - Battle of Z Test

"Sha-la! Head-sha-la!" Jahrelang schmetterte das Dragonball-Titellied durch den TV-Äther. Eine ganze Generation blieb an der Mattscheibe kleben, wenn Son Goku und Co. mal wieder die Welt retteten. Im neuen Dragonball-Spiel könnt ihr die Prügelsaga neu erleben – quasi als Best-of der wichtigsten Kämpfe der Anime-Serie.
Daniel Wendorf 24. Januar 2014 - 22:05 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal
 
Hach, es ist schon so eine Sache mit Lizenzspielen. Die "wahren" Anhänger einer Serie fordern natürlich eine möglichst akkurate Umsetzung ihrer Lieblingsgeschichte. Doch müssen die Entwickler auch an neugierige Einsteiger denken: Die möchten nämlich eher an die Hand genommen und mit einer ihnen unbekannten Welt vertraut gemacht werden. Dass dies auch im Universum von Dragonball möglich ist, einer seit 1989 laufenden Anime-Serie, zu der es mehrere hundert Folgen gibt, bewies etwa der Nintendo-DS-Ableger Dragonball Origins im Jahr 2008. Die Entwickler gaben der Geschichte Raum, sich zu entfalten, nahmen sich Zeit, die Charaktere vorzustellen und ihre Handlungsmotivation darzulegen. Nun ist mit Dragonball Z - Battle of Z ein neuer Teil der beliebten Action-Prügelspiel-Reihe erschienen.

Director Hashimoto Kunio.
Ob es auch das neue Spiel (für Xbox 360, PS3 und PSVita) schafft, treue Fans und Quereinsteiger unter einen Hut zu bringen? Um es klar zu sagen: Nein, Battle of Z dürfte es eher nicht gelingen, Einsteigern die umfangreiche und verworrene Welt des Son-Goku-Universums näherzubringen. Es hangelt sich storytechnisch an den großen Kämpfen der Z-Saga entlang. So geht es unter anderem um finster dreinschauende Typen wie Vegeta, Freezer, Boo oder Dr. Gero, die immer mal wieder die Macht an sich reißen oder Welten zerstören wollen. Weshalb sie das aber tun, und was die Dragonballs damit zu tun haben, wird nicht erklärt.

Prügeln im ViererpackBattle of Z stellt sich ganz in die Tradition der Tenkaichi-Reihe: Ihr steuert euren Charakter aus der Schulterperspektive in einem kreisförmig eingegrenzten Areal und kloppt in den meisten Missionen die Gegner zu Brei. Andere Siegesbedingungen sind selten, aber vorhanden. In einer Mission gegen Freezer etwa gilt es, "einfach" drei Minuten durchzuhalten.

Radditz kündigt eine Invasion an, die ihr abwehren müsst.
Ein Alternativszenario mit allen vier Formen des Bösewichts ist wiederum erst bestanden, wenn ihr jede seiner Inkarnationen mit der "ultimativen Attacke" ausschaltet. Da die Kämpfe stets ein knackiges, aber motivierendes Zeitlimit haben, ist Eile geboten, möglichst schnell blaue Flecken auszuteilen.

Allein seid ihr nie unterwegs, stattdessen begleiten euch drei weitere Charaktere, die entweder von der KI oder anderen (Online-)Spielern gesteuert werden. Geht ihr zu Boden, werdet ihr von euren Verbündeten wiederbelebt. Wie oft das geschieht, hängt von der Wahl dieser Verbündeten ab. Mit welchen der etwa sechs Dutzend Begleiter ihr loszieht, kann durchaus über Sieg oder Niederlage entscheiden. Son Gohan und Kururin beispielsweise gehören zur Unterstützerklasse, halten euch also den Rücken frei, während Son Goku oder Vegeta traditionell im Nahkampf austeilen. Wer nur auf eine Klasse setzt, wird die verfügbaren Versuche im Fight schnell aufbrauchen. Ein vermeintlich schwächeres Team hingegen könnte in der gleichen Situation das Kampfglück durch individuelle Qualitäten, die gegen den entsprechenden Gegnertrupp gut harmonieren, zu seinen Gunsten wenden.

Da die KI weder auf eurer noch auf Seiten der Gegner mit außerordentlich hoher Schlauheit glänzt, arten zunächst geordnete Fights jedoch gerne in wüste Prügeleien aus. Dass ihr eure Verbündeten per Steuerkreuz zum gemeinsamen Angriff oder zur Defensive anweisen dürft, schmälert diesen Negativpunkt nur unwesentlich.
Knallige Farben, viele Anzeigen, eine wirre Kameraführung: Mangels Übersicht wird dieser Kampf auf Namek zum Krampf.

Eingängige Steuerung,
flaches Kombo-System
Zum hektischen Geschehen passt auch die unruhige Kamera, die mit atemberaubenden Schwenks und Zooms immer wieder für Orientierungslosigkeit sorgt. Im Kampf gegen Freezer auf dem Planeten Namek beispielsweise ändert die Kamera derart schnell ihre Position, dass koordinierte Angriffe inmitten der grellen Lavaseen und einstürzenden Felsen unmöglich sind. Immerhin verstehen es die Entwickler um Hashimoto Kunio, die Kämpfe
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durch die simple, aber effektive Steuerung etwas zu entschärfen. Zwei Knöpfe dienen zum Fliegen, zwei weitere sind den zwei Standardattacken eines Charakters zugeordnet. Mit der rechten Schultertaste visiert ihr Gegner an, mit einem Klick auf den rechten Stick peilt ihr eure Verbündeten an. Super Moves werden durch eine Kombination aus linker Schultertaste und einem der vier Actionknöpfe ausgelöst. Was zunächst kompliziert klingt, geht bereits nach wenigen Minuten in Fleisch und Blut über.

Auch die sehr unterschiedlichen Spielweisen für die insgesamt 70 Kämpfer sind jeweils schnell erlernt. Die Kehrseite der Medaille ist die arg beschränkte Palette an Angriffsvarianten: Mehr als die beiden Grundattacken und bis zu drei Super Moves sind nicht drin. Besonders fies: Während euer Alter Ego dazu ansetzt, eine mächtige Super Kombo auszuführen, läuft das Spiel weiter. Son Gokus mächtiges Kamehameha wird deshalb oft ins Leere geschleudert, während sich euer Gegenüber rücklings nähert und euch in die Mangel nimmt. Die Gestalt unseres Kämpfers würden wir übrigens auch gerne innerhalb eines Fights ändern können, was allerdings nicht möglich ist.
Gestaltänderung? Bleibt eurem Gegner (hier: Vegeta) vorbehalten! Ihr selbst tretet pro Kampf in einer festen Inkarnation an.
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