Knackiger Old-School-Hüpfer

Donkey Kong Country - Tropical Freeze Test

Im neuesten Donkey Kong legen wir uns mit der Hilfe unserer Verwandten Diddy, Dixie und Cranky mit streitsüchtigen Wikingern an. Was die auf unserer Heimatinsel mitten in den Tropen verloren haben und ob der neueste Ableger des Hüpfspiels mit seinen grandiosen Vorgängern mithalten kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Christoph Vent 17. Februar 2014 - 14:00 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Die dreiteilige Donkey Kong Country-Serie gehörte auf dem SNES – neben Super Mario World und seinem inoffiziellen Nachfolger Yoshi's Island – zweifelsohne zu den besten Jump-and-runs. Und zwar nicht nur spielerisch: Entwickler Rare verstand es wie kaum ein anderes Studio, die Hardware der 16-Bit-Konsole bis aufs Äußerste auszureizen und sogar einen 3D-Effekt zu erzeugen. Umso erstaunlicher erscheint es, dass Fans der Serie ganze 14 Jahre auf eine Fortsetzung der Kernreihe warten mussten. Als Entwickler von Donkey Kong Country Returns zeichnete allerdings nicht mehr Rare verantwortlich, die mittlerweile zu Microsoft abgewandert waren, sondern die Nintendo-eigenen Retro Studios. Geschadet hat der Wechsel dem Spiel aber in keiner Weise, stattdessen achtete man mit Bedacht darauf, die bekannten Stärken des Hüpfspiels beizubehalten. Nun, etwas mehr als drei Jahre später, steht mit Donkey Kong Country - Tropical Freeze ein weiterer Teil in den Startlöchern. Ob das neueste Affenabenteuer aber einen Kaufgrund für die schwächelnde WiiU darstellt?

Donkey Kong und seine Familie leben auf einer idyllischen, von Problemen losgesagten Insel in den Tropen – bis zu dem Tag, an dem sie wie aus dem Nichts von einer Wikingerflotte angegriffen werden. Die Bande aus Pinguinen, Walrossen und anderen Meeresbewohnern treibt die Kongs nicht nur in die Flucht, sondern verwandelt das einst sonnige Eiland auch in eine Frostlandschaft. Das kann Affe Donkey natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Über insgesamt sechs Inseln kämpfen er und seine Freunde sich bis in ihre ursprüngliche Heimat zurück, bevor sie sich mit dem Anführer der Wikinger anlegen dürfen.

Klassisches 2D mit 3D-Sequenzen
Einige Abschnitte erlebt ihr in 3D-Sequenzen. Hüpfpassagen finden aber stets in klassischer 2D-Perspektive statt.
Donkey Kong Country - Tropical Freeze ist ein klassisches 2D-Jump-and-run. Um vom Levelein- bis zum Levelausgang zu gelangen, hüpft ihr über diverse Plattformen und erledigt unterwegs Feinde, die euch ans Leder wollen. Die besiegt ihr entweder, indem ihr auf sie springt oder sie mit eurer Rollattacke niederwalzt. Zudem könnt ihr angeschlagene Gegner auch aufnehmen und auf andere Schergen werfen. Mit Faustschlägen auf den Boden dürft ihr Feinde im nahen Umfeld auch kurzzeitig betäuben.

Die meisten Levels bestehen aus mehreren Abschnitten, die wiederum ganz serientypisch durch Fässer verbunden sind. Springt ihr in ein solches hinein, schleudert es euch wie eine Kanone entweder in den nächsten Bereich oder aber in ein anderes Fass. Manchmal müsst ihr den Abschuss auch selbst timen, wobei ihr hier den Moment abpasst, in dem nicht gerade ein Hindernis eure Flugbahn kreuzt. Für Tropical Freeze kündigten die Entwickler auch erstmals Abschnitte an, die Donkey Kong in die dritte Dimension katapultieren sollten. Um echte 3D-Levels handelt es sich hierbei aber nicht – vielmehr wechselt manchmal ausschließlich die Kameraperspektive so, dass wir die Flüge von Fass zu Fass auch mal aus der Schulterperspektive miterleben. Auch in den berüchtigten Levels an Bord einer Lore schaltet die Kamera gelegentlich in eine angewinkelte 2,5D-Ansicht, um uns bei den mitunter sehr flotten Fahrten eine bessere Voraussicht zu gewähren. Die eigentlichen Hüpfabschnitte mit Donkey beschränken sich aber auf das klassische Spielprinzip.

Gewohnt knackig
Herunterfallende Plattformen, zwischen denen wir blitzschnell wechseln müssen, sind an der Tagesordnung.
Ein berühmt-berüchtigtes Merkmal der Reihe – der hohe und fordernde Schwierigkeitsgrad – findet sich auch in Tropical Freeze wieder. Donkey verfügt je Leben lediglich über zwei Herzen, beim dritten Kontakt mit einem Feind müsst ihr ab dem letzten Checkpoint einen neuen Versuch starten. Und auch wenn sich das noch recht human anhört, werdet ihr gerade im späteren Spielverlauf eure Leben nur so schwinden sehen. Die Hindernisse in den abwechslungsreichen Levels, seien es nun Stachelfallen oder plötzlich umstürzende Levelobjekte, nehmen immer mehr zu, und auch eure Widersacher werden stärker und zahlreicher. Lasst euch also nicht vom vergleichsweise leichten Einstieg in den ersten paar Levels täuschen. Der spielerische Anspruch nimmt rasant zu, und jeder Moment fehlender Konzentration führt zu einem Fehlversuch. Um etwa eine Plattform auf der anderen Seite eines Abgrunds zu erreichen, kommt i
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hr oft nicht umhin, erst im letzten Moment zum Sprung anzusetzen, da die Distanzen zwischen ihnen genau aufeinander abgestimmt sind. Darüber hinaus machen euch aber auch beispielsweise Lianen das Leben schwer, deren Mitschwinggelegenheit ebenfalls genau zum richtigen Zeitpunkt abgepasst werden will.

Für ein Hüpfspiel ist die Steuerung überraschend komplex. Neben dem Stick oder dem Steuerkreuz zum Laufen und der Taste zum Springen müsst ihr an Lianen oder mit Moos behangenen Wänden und Decken etwa kontinuierlich eine der beiden Z-Schultertasten gedrückt halten. Vergesst ihr das mal – und glaubt uns: ihr werdet im Eifer des Gefechts des Öfteren nicht daran denken – fallt ihr meist in einen tödlichen Abgrund. Hinzu kommen die X- oder Y-Taste für den Faustwirbel beziehungsweise in der Bewegung die Rollattacke. Besonders anspruchsvoll wird es aber dann, wenn euch in einzelnen Abschnitten das gesamte Bewegungsrepertoire Donkeys auf einmal abverlangt wird. So müsst ihr euch in den letzten Welten nicht selten an beweglichen Plattformen festhalten und im richtigen Moment mit der Faust auf sie draufschlagen, um eine Sprungfeder unter ihnen zu aktivieren.
Sechs bunte Themeninseln
Zurückeroberung eurer Heimat über insgesamt sechs Inseln. 1 Los geht es in Mangrovien, einer von dichten Wäldern bewachsenen Welt. 2 Das Alpatoll erinnert nicht nur vom Namen an die Alpen. Hier erwarten euch diverse Bergexpeditionen, aber auch Windmühlen und idyllische Flussläufe. 3 Auf La Savanna gehen Wüste und Dschungel Hand in Hand. 4 Strandabschnitte, sinkende Schiffe und den Meeresboden erkundet Donkey in Ozetanien. 5 In den Fruchtfabriken auf Marmaloupe wird es zunächst bunt, bevor es auf der zweiten Hälfte immer eisiger wird. 6 Auf eurer Heimatinsel, der Donkey-Kong-Insel, stellt ihr euch den Besetzern endgültig.
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