Hohe Erwartungen

Destiny Test

Vor wenigen Tagen ist eines der meist erwarteten Spiele des Jahres erschienen. Sein Entwickler Bungie ist vielen Spielern vor allem aufgrund der Halo-Serie in bester Erinnerung, die Erwartungen sind dementsprechend hoch. Kann die Mischung aus viel Shooter, etwas Rollenspiel und ein wenig MMO im SF-Setting uns in der Praxis begeistern?
Christoph Vent 11. September 2014 - 22:40 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

500 Millionen Dollar Budget  – für Destiny, das neue Spiel der Halo-Macher von Bungie, hat sich Activision nicht lumpen lassen. Und der Aufwand scheint sich gelohnt zu haben: Bereits am Veröffentlichungstag hat das Spiel... 500 Millionen Dollar Umsatz erzielt. Aber solche Zahlen interessieren uns nicht, wenn wir ein Spiel testen, sondern einzig und allein, ob uns ein Titel Spaß macht. Wir haben seit Montag alle Storyquests und Strike-Missionen absolviert – mal solo, mal im Koop-Modus –, sind auf Erde, Mond, Venus und Mars auf Patrouille gegangen. Und wir haben im Schmelztiegel unser Glück im PvP-Multiplayer versucht. Nun geben wir euch die Antwort, ob Destiny der von vielen erhoffte Computerspiele-Meilenstein geworden ist.

Als Hüter gegen die DunkelheitWir schreiben das Jahr 2700. Das Goldene Zeitalter, in dem die Menschen fremde Planeten erkunden und dort Kolonien gegründet haben, ist Geschichte: Finstere Aliens griffen an, trieben die Menschen zurück und drohten sie ganz auszulöschen. In höchster Not erschien der Reisende – eine gigantische weiße Kugel, und besiegte die Aliens. Dabei wurde er selbst jedoch fast zerstört – mit den kümmerlichen Resten seiner einstigen Macht beschützt er die Letzte Stadt auf der Erde. Es ist die einzige größere Siedlung, die den Menschen geblieben ist, doch die Aliens sind bereits dabei, sich einen Weg an den Schutzbarrieren vorbei ins Innere zu suchen. Als sogenannter Hüter liegt es an euch, das Überleben des Reisenden und damit auch der Menschheit zu sichern. Also auf, Kameraden, in den Kampf gegen die Dunkelheit!

Was uns Bungie hier als epische Story verkaufen möchte, ließe sich allerdings auch in weniger Worten zusammenfassen: "Töte alle Aliens auf drei Planeten und dem Mond." Zwar wird die Geschichte von Destiny immer wieder in aufwendigen und cineastischen Zwischensequenzen weitererzählt, doch sie beginnt bereits etwas zäh und nimmt auch bis zum Ende nicht mehr richtig Fahrt auf. Was nicht weiter stört, denn wer Bungie kennt, weiß, was das Studio besonders gut kann: knackige Kämpfe zelebrieren.

Welche Klasse darf es sein?Bevor ihr euch mit bis zu zwei anderen Spielern kooperativ oder auf Wunsch auch alleine ins Abenteuer stürzt, steht die Erstellung eines eigenen Charakters an. Drei Rassen, Menschen, Exos und Erwachte, stehen euch zur Verfügung, wobei sie sich nur äußerlich unterscheiden. Wichtiger ist die Wahl eurer Spielerklasse. Der Titan ist der Frontkämpfer, der sich besonders gut für den Nahkampf eignet. Der Jäger setzt auf Distanzangriffe und bietet sich für Scharfschützen an. Der Warlock verfügt über magische Fähigkeiten.

Jede der Klassen besitzt einen eigenen Talentbaum, den ihr durch das Verdienen von Erfahrungspunkten und die daraus resultierenden Levelaufstiege ausbaut. Während der Jäger beispielsweise Brandsatz- oder Schwarmgranaten mit zielsuchenden Drohnen sowie einen Doppelsprung im Talent-Repertoire hat, sind es beim Titanen Blend- oder Impulsgranaten oder auch ein Schwebesprung, mit dem ihr langsam an Höhe gewinnt. Auch die "Super" genannten Spezialangriffe unterscheiden sich je nach Klasse: Muss der Titan mit seinem tödlichen Flächenangriff sehr nahe an seine Feinde heran, können der Jäger mit seiner flammenden Pistole und der Warlock mit seinem explosiven Blitz aus der Entfernung ihre Spezialattacken zünden.

Die Zwischensequenzen sind schön inszeniert, helfen der Story aber nicht, aus der Belanglosigkeit zu treten.
Mit jedem Levelaufstieg schaltet ihr eine weitere Fähigkeit frei. Einige von ihnen ergänzen ein bereits vorhandenes Talent, bei anderen wie den Granaten müsst ihr euch auf eine von mehreren Möglichkeiten festlegen. Ab Level 15 dürft ihr alternativ einen komplett neuen Talentbaum mit neuen Skills und neuer Super-Attacke beginnen. So kann der Titan defensive Fähigkeiten erlernen. Jedoch will diese Entscheidung wohlüberlegt sein, da ihr fortan auf alle früher erlernten Talente verzichten müsst. Und während ihr Erfahrungspunkte für den neuen Talentbaum sammelt, liegt der erste brach. Ihr dürft aber jederzeit, auch mitten in Missionen, zwischen den beiden Skillrichtungen wechseln.

MMO-Charakter auf dem Marktplatz
Bei der optischen Anpassung des Charakters hätten gerne mehr Varianten zur Verfügung stehen dürfen. Die Figur dürft ihr gar nicht anpassen, lediglich den Kopf. Aber auch hier stehen euch für Gesichtsform und Haare jeweils nur etwa zehn Varianten zur Verfügung. Zusätzlich gibt es noch die Möglichkeit, die Haut- und Augenfarbe zu verändern sowie einige Kriegsmale ins Gesicht zu setzen – das war es auch schon. Doch ist das nicht weiter tragisch, schließlich seht ihr eure Spielfigur nur in den Zwischensequenzen u
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nd im Turm ohne Helm – in den Missionen seid ihr in der Egoperspektive unterwegs.

Nun aber rein ins Getümmel! Am Ende der Tutorialmission auf der Erde, in der ihr erste Erfahrungen mit der ersten von vier Alienrassen macht, findet ihr ein Raumschiff. Auch lernt ihr gleich zu Beginn die hilfreiche Drohne "Geist" kennen, die euch auf Knopfdruck Wegpunkte in der Spielgrafik einblendet sowie in dunklen Abschnitten Licht spendet, aber auch immer wieder kurze Details zu den Missionszielen erzählt.

Euer erstes Ziel ist der Turm in der Letzten Stadt. Dort kommt der MMO-Charakter von Destiny zum Tragen: Auf dem kleinen Marktplatz wuseln dutzende andere Spieler umher und holen sich wie ihr Missionsprämien bei Auftraggebern ab. Außerdem findet ihr dort unter anderem eine Poststelle, einen Waffenhändler sowie einen Kryptarchen, der codierte Beutestücke für euch entschlüsselt. Auf Wunsch könnt ihr hier andere Spieler zu einem Trupp einladen, um gemeinsam loszuziehen. Ist es soweit, findet ihr euch im Orbit wieder. Dort seht ihr euer X-Wing-inspiriertes Raumschiff aus der Außenperspektive und wählt auf der Planetenkarte die nächste Mission aus.
Auf die Kabale trefft ihr erst auf dem Mars, dem letzten der vier Planeten. Die Legionäre sehen fieser aus, als sie sind.

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