Gesunder Mix

Demigod Test

Klassische Strategiespiele waren im vergangenen Jahr Mangelware. Da ist es umso interessanter, dass immer mehr Strategiespiele mit Fokus auf schnelle Multiplayer-Schlachten erscheinen. Nach Dawn of War 2 und quasi zeitgleich mit Battleforge kommt jetzt Demigod von den „Supreme Commandern“ um Chris Taylor.
Tim Gross 14. Mai 2009 - 20:19 — vor 11 Jahren aktualisiert
PC
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Bevor man über Demigod berichtet, muss man sich fragen, ob es sich dabei überhaupt um ein echtes Strategiespiel handelt. Eine Frage, die wir mit inbrünstiger Überzeugung mit "Jein" beantworten können. Ihr findet bei Demigod weder komplizierten Basisbau, noch habt ihr volle Kontrolle über eure Armee. Aber was tut ihr denn dann? Prinzipiell greift Demigod das Spielprinzip der WarCraft 3 Mod Defence of the Ancients auf, wo ihr lediglich einen Charakter steuert, auflevelt und seine Ausrüstung verbessert. Aber man sollte Demigod nicht als einfachen Klon abstempeln, da der Fokus auf anderen Elementen liegt.

Von Halbgöttern und Turnieren

Der Oak sieht zwar sehr aggressiv aus, ist aber ein vergleichsweise passiver Geselle
Typische Strategiespieler bleiben bei Demigod also außen vor. Denn neben dem Basisbau-Element fehlt auch eine Einzelspielerkampagne. Das Einzige, was ihr im Solomodus tun könnt, ist Gefechte gegen die KI zu führen. Das ist zwar gut, um die Grundlagen kennenzulernen, wird auf Dauer aber langweilig. Der Fokus des Spiels  liegt ganz klar auf Multiplayerschlachten, in denen immer zwei Teams gegeneinander antreten.

Da stört es dann auch kaum, dass es prinzipiell keine Hintergrundgeschichte gibt. Im Render-Intro wird lediglich das Szenario vorgestellt: Die Götter haben einen Platz in ihrer Ruhmeshalle frei, blabla, also rufen sie ein Turnier aus, blublub. In diesem kämpfen die namengebenden Halbgötterum eben jenen Platz. Ihr könnt euch zwar zusätzlich über die Herkunft jedes der verfügbaren Charaktere informieren, in langweiliger Textform, aber mal im Ernst: Wer außer einem pflichtschuldigen Spieletester wird sich das jemals durchlesen?

Ein kurzer Blick auf ein Schlachtfeld von Demigod, dessen beträchtliche Größe erst durchs Zoomen klar wird.


Leider fehlt Demigod nicht nur eine gute Geschichte, sondern auch ein Tutorial. Spielprinzip und Steuerung sind zwar denkbar einfach, aber ihr werdet trotzdem einige Partien brauchen, bis ihr alles Wichtige kapiert. Ist diese kleine Einstiegshürde erst einmal genommen, trefft ihr auf keine größeren Probleme mehr, jedoch ab und an auf eine erstaunliche Intransparenz: Wenn euch das Spiel etwa sagt, dass ihr im Kriegsrang aufgestiegen seid, wisst ihr mit dieser Information während der ersten Schlachten noch wenig anzufangen (mehr dazu später). Aber im Großen und Ganzen erfüllt Demigod das oft beschworene Mantra des „leicht zu lernen, schwer zu meistern“. Nach und nach werdet ihr die Nuancen des Spiels kennen lernen und immer neue Taktiken ausprobieren.

Demigod bietet vom Start weg acht Karten, die sehr aufwendig gestaltet sind. Damit keine Seite einen Vorteil hat, sind alle Karten symmetrisch. Besonders die Größe der Karte wirkt sich auf das finale Spielerlebnis aus. Auf kleineren Karten trefft ihr schnell auf gegnerische Halbgötter, was sich natürlich ganz anders spielt als auf einer großen, verzweigten Karte. Dort werdet ihr eher gegen die gegnerischen Standardeinheiten kämpfen und euch überlegen, wie ihr strategisch vorgehen wollt. 



 Demigod bietet vom Start weg 8 Karten. Das erscheint auf den ersten Blick nicht besonders viel, dafür sind die einzelnen Maps sehr abwechslungsreich: 1 Cataract 2 Zikurat  3 Leviathan 4 Crubicle 5 The Brothers 6 und Exile.


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