Test: Noch fürchterlicher

Dead Space 2 Test

Was haben wir uns gefürchtet in Dead Space 1, uns zusammen gerissen und dennoch weitergespielt. Ihr wisst, wovon wir reden? Dann zieht euch sehr warm an: Teil 2 ist in jeder Beziehung furchtbarer und erschreckender als der Vorgänger. Und vor allem: Die geradezu sadistischen Designer schenken euch kaum eine Minute der Erholung!
Rechen 25. Januar 2011 - 2:37 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Alle Screenshots im Artikel wurden von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews.


Hier geht es zu unserem First10m-Video (First 10 Minutes) zu Dead Space 2 -- allerdings erst "ab 18".

Als wir aufwachen, stecken wir in einer Zwangsjacke, vor uns ein panisch brabbelnder Wissenschaftler, der uns gerade los schneiden will, als ein Necromorph ihn von hinten packt und transformiert. Entsetzt beobachten wir, wie das Gesicht des Mannes entstellt wird und Tentakel aus seinem Mund wachsen, die sich uns wie Würmer entgegenstrecken. Panisch machen wir uns los und sprinten davon, hilflos, mit gefesselten Händen, um uns ein Heer von blutrünstigen Ungetümen. Und rennen als erstes in eine Sackgasse! Willkommen in Dead Space 2, willkommen in Isaac Clarkes Albtraum.

Isaac und die Ishimura
In Teil 1 ist unsere Freundin Nicole verstorben. In Dead Space 2 verfolgt uns eine Vision von ihr. (PS3)

Necromorph? Isaac Clarke? Transformiert? Wenn ihr euch jetzt nur ratlos am Kopf kratzt, dann habt ihr Dead Space 1 nicht gespielt. Schon dort war Isaac Clarke unser Alter Ego. Von Beruf ist er Ingenieur. Doch als er in dieser Funktion das Minen-Raumschiff Ishimura wieder instandsetzen sollte, bekam er es mit den Necromorphs zu tun. Das sind tote Menschen, die von einer fiesen Alien-Spezies brutal umgestaltet werden, zu klauen-, klingen oder tentakelbewehrten Monstern jedweder Größe. Wie es überhaupt dazu kam, dass die Necromorphs das Minenschiff besetzten, darum geht es in Dead Space 1. Teil 2 knüpft an dessen Ende an. Inzwischen sind einige Jahre vergangen, Isaac scheint an den verstörenden Ereignissen auf der Ishimura zerbrochen zu sein. Warum sonst sollte er in einer Zwangsjacke gefangen auf einer Krankenstation der Raumstation Sprawl festsitzen? Doch vielleicht gibt es dafür eine ganz andere Erklärung… Diese Erklärung entdeckt ihr nach und nach, wenn ihr der sehr guten, wendungsreichen Handlung folgt.

Wir wollen euch in diesem Test möglichst wenig spoilern, aber so viel sei verraten: Ihr könnt nicht allem trauen, was ihr im Spiel (und auch in Cutscenes) zu sehen bekommt, denn wie geschrieben: Isaac ist nicht mehr unbedingt mental voll zurechnungsfähig. Was ja auch kein Wunder ist angesichts der Erlebnisse, die er hinter sich hat. Und vor allem noch vor sich...

Obwohl die Sprawl riesengroß ist, gewährt euch Dead Space 2 nur selten einen Blick "in die Ferne". Hier seht ihr übrigens Tiedemann, den Chef der Station, der im Spielverlauf zu eurem Gegenspieler mutiert. (Xbox 360)

Neuer Schauplatz: The Sprawl

Einzelne Rätsel gibt es auch. Um an dieser Laserbarriere vorbeizukommen, müssen wir uns an die Emittter heranarbeiten und dann eine Schubdüse aktivieren, die diese wegtreibt. Schon geht's weiter. (PS3)
Dead Space 2 spielt nicht mehr nur auf einem (wenngleich sehr großen) Raumschiff, sondern auf einer kompletten Raumstation, die The Sprawl heißt, also in etwa "Die Wucherung". Damit war aber erst mal nur gemeint, dass sie die Ausmaße einer mittelgroßen Stadt hat. Bis vor kurzem war noch alles ruhig auf der Minenstation, die sich in der Nähe des Saturns befindet. Doch pünktlich mit Beginn von Dead Space 2 brechen die Necromorphs über die Station herein und suchen deren Bewohner heim. Wie üblich, wandeln sie die Opfer in ihresgleichen um, dagegen haben auch die durchaus vorhandenen und gut bewaffneten Sicherheitskräfte auf Dauer keine Chance.

Während wir der Geschichte folgen, besuchen wir diverse Stationen der Sprawl, da wären zum Beispiel der Regierungsbezirk, hell und teuer, oder  eine Schule, die auch wirklich nach Lehranstalt aussieht. Die Größe der Station ist uns meist nicht bewusst, nur wenn wir einen Blick durch eines der zahlreichen Fenster werfen, wird uns klar, dass wir es mit einer ausgewachsenen Stadt zu tun haben.

Und er kann reden

In Dead Space 1 trübte trotz der großartigen Inszenierung eine Sache die Atmosphäre: Isaac Clarke erlebte zwar die übelsten Dinge, die man sich nur vorstellen kann. Dabei verzog er aber nie eine Miene – zumindest war das für uns nicht sichtbar. Wie denn auch bei einem fast immer von hinten gezeigten Helden, der zudem nie seinen Helm abnahm? Nur in der Anfangssequenz sah man den Helden unbehelmt (aber von hinten), und dann noch mal ganz am Ende. Während der gesamten Spielzeit dazwischen aber war das höchste der Gefühle, wenn der Gute mal schnaufte oder röchelte.

Das ist in Dead Space 2 ganz anders. An vielen Stellen nimmt Isaac seinen Helm ab, spricht mit anderen Menschen und zeigt ein breites Spektrum an Emotionen. Und zwar mit guter Mimik und gelungener englischer Sprachausgabe (die deutsche konnten wir noch nicht hören). Von dieser Designentscheidung profitiert die Atmosphäre enorm, da die Zwischensequenzen so deutlich authentischer wirken. Und wir wirklich mitleiden, wenn der vom stummen Killer zum sprechenden, atmenden Protagonisten beförderte Held einmal mehr in einer der grausam anzusehenden Tötungssequenzen sein Bildschirmleben verliert.

Nachdem wir uns unserer Zwangsjacke entledigt und die ersten Necromorphs mit unseren bloßen Fäusten besiegt haben, dauert es nicht mehr lange, bis wir erneut unseren Plasma Cutter in Händen halten. Dieses auch als Waffe zu gebrauchendes Werkzeug verschießt mehrere auf einer Achse liegende, hochbeschleunigte Projektile, die mit Leichtigkeit Gliedmaßen abtrennen. Auf Wunsch dürfen wir dabei die Achse verstellen, also entweder einen waag- oder einen senkrechten Strahl abfeuern. Wie wichtig das ist, verraten wir euch auf der nächsten Seite.

Mehr als einen Necromorphen-Kopf mit Tentakeln braucht es nicht, um zu sterben. Jetzt hilft nur noch Hämmern auf "X".
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