Test: Mit der Xbox 360 ins All

Darkstar One Test

Braucht die Welt noch Weltraumspiele? Wenn man den Verkaufszahlen nach geht, nein. Darkstar One war schon vor vier Jahren am PC kein Verkaufsschlager – trotz einhellig guter Wertungen. Hat der Weltraumshooter als "Broken Alliance" auf der Xbox 360 mehr Glück? Wir sind mit Lichtgeschwindigkeit ins kunterbunte All gestartet.
Mick Schnelle 20. Juni 2010 - 9:26 — vor 10 Jahren aktualisiert
360
Darkstar One - Broken Alliance ab 5,89 € bei Amazon.de kaufen.

Achtung, Achtung – Alarmstufe Rot! Ein deutlich betagter Weltraumshooter nähert sich Microsofts Konsole. Ist das die verspätete Rache des Traditionsherstellers Ascaron, den die Konsolenportierung von Sacred in den Ruin getrieben hat? Oder die Rückkehr eines seinerzeit zu Unrecht untergegangenen Weltraumshooters, für die jeder Xbox-Fan dem neuen Publisher Kalypso auf Knien dankbar sein muss? Die Wahrliegt liegt irgendwo dazwischen. Denn Darkstar One – Broken Alliance ist eine kreuzbrave Portierung der PC-Variante, mit allen Stärken und Schwächen.

Nach vielen gefundenen Artefakte und Spielstunden ist aus unserem biederen Gleiter ein Vorzeige-Schiff geworden.

Auftrag: Rache

Alles beginnt wie auf dem PC anno 2006: Ihr seid Kayron Jarvis, habt gerade ein Raumschiff geerbt und sollt den Tod eures Papas aufklären. Das übrigens war auch exakt die Hintergrundstory von Elite, dem Urahn aller Weltraumspiele. Dazu macht ihr euch mit der Darkstar One, so heißt der Kahn, auf, das Weltall zu erforschen und zu tun, was Weltraumhelden ebenfalls seit den Zeiten des seligen Elite eben so tun: Handel treiben, Asteroiden ausbeuten, Piraten bekämpfen und das eigene Schiff aufrüsten. Doch davor haben die Entwickler ein kleines Tutorial gesetzt, in dem wir binnen drei Minimissionen das Wesentliche über die Steuerung erfahren. Und das ist nicht so richtig erfreulich. Denn Darkstar One war auf dem PC stark auf die Kombination von Tastatur und Maus ausgerichtet. Per WASD und frei beweglichem Fadenkreuz bekam man auch größere Feindscharen leicht unter Kontrolle.

Das klappt mit dem Pad der Xbox natürlich nicht, per Analogstick steuert sich das Ganze eher, wie aus klassischen Weltraumsimulationen bekannt, was deutlich schwerfälliger von der Hand geht. Zudem ist jede Taste des Pads mit irgendwas belegt. Über die Schultertasten lassen sich Menüs aufrufen, um etwa den Landecomputer anzuwerfen, neue Sternensystem auszuwählen oder die Zeitbeschleunigung für weit entfernt liegende Ziele zu aktivieren. Das alles geht einigermaßen locker von der Hand, wenn ihr euch erst einmal daran gewöhnt habt. Dennoch erwischen wir immer wieder mal aus Versehen den Waffenbooster, statt der eigentlich geplanten automatischen Anpassung des Tempos ans Ziel, weil beide auf dem Steuerkreuz nebeneinander liegen. Doch das ist Übungssache.

Treffen leichtgemacht

Auch wenn auf der Packung etwas von "Full HD" steht: Die Videosequenzen sind sehr niedrig aufgelöst.
Nachdem wir uns mit der Steuerung vertraut gemacht haben, geht es in die ersten Gefechte, die sich trotz komplexer Handhabung recht problemlos absolvieren lassen. Und das, obwohl unsere Trefferquote nicht allzu berauschend war – zumindest unserem Gefühl nach. Keine Ahnung, ob die Trefferzone künstlich vergrößert worden ist, auf jeden Fall erwischen wir die Feinde erheblich leichter als auf dem PC. Auch ist der niedrigste der drei Schwierigkeitsgrade unterhalb des ursprünglichen auf dem PC angesiedelt. Allerdings wurde dieser seinerzeit per Patch ebenfalls entschärft.

Das ist aber auch nichts Schlimmes, denn so wagen wir uns relativ gelassen an die ersten Missionen. Auf jeder Raumstation werden uns mehrere Aufträge angeboten, darunter Angriffe auf Piratenbanden oder der Schutz von Handelsfrachtern. Dabei müsst ihr euch nichts merken oder aufschreiben -- einfach Mission auswählen, auf der Karte den bereits vormarkierten Punkt anwählen und per Hypersprung zum Ziel düsen. Kaum sind wir da, eröffnet auch schon jemand das Feuer, und gute zwei Minuten später ist der Auftrag meist erfüllt.

Anspruchsvoller wird es in einigen der Hauptquests und Nebenaufträgen, die jeweils separat vergeben werden. Da gilt es schon mal eine verbotene Fracht in ein gut gesichertes System zu transportieren oder feindliche Frachter durch nachhaltigen Beschuss zur Aufgabe zu zwingen.

Der Weltraum. Unendlich kunterbunte Weiten. Vor dem farbenfrohen Hintergrund gehen die Explosionen beinahe unter.

Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 40 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.