Ich bin Tod, also bin ich

Darksiders 2 WiiU Test

Spieler, die sich für Wii und gegen Xbox 360 und PS3 entschieden hatten, mussten bislang auf viele hochklassige Multiplattformtitel verzichten. Mit WiiU ändert sich das gleich zum Start: Wir haben die WiiU-Version von Vigil Games' großartigem Action-Adventure Darksiders 2 für euch auf Unterschiede und Besonderheiten hin untersucht.
Benjamin Braun 30. November 2012 - 16:01 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Im August dieses Jahres erschien mit Darksiders 2 (GG-Test: 9.0) die erste Fortsetzung zu Vigil Games' Überraschungshit des Jahres 2010. Mit dem leibhaftigen Tod trat ein neuer Reiter der Apokalypse in die Fußstapfen des roten Reiters Krieg. Doch wie dieser schnetzelte er sich mal durch traumhaft lauschige Landschaften, mal durch beklemmend düstere Dungeons. Darksiders 2 überzeugte aber nicht nur beim Design von Spielwelt und Charakteren, sondern präsentierte sich auch spielerisch noch ein bisschen besser als der Vorgänger. Gleich zum Launch von Nintendos neuer Konsole könnt ihr auch auf WiiU als Tod kämpfen, die Welt erkunden und Rätsel lösen. Wir haben uns für euch erneut ins Abenteuer gestürzt, um die frischen Features des Touchpads auf ihre Sinnhaftigkeit hin zu untersuchen und den technischen Unterschieden auf den Grund zu gehen. Für weitere Informationen stehen euch unser sechsseitiger Haupttest sowie unser ausführliches Testvideo zur Verfügung, siehe Special-Kasten.

Flinker WaffenwechselDie große Besonderheit der WiiU ist das Gamepad samt großem Touch-Bildschirm. Der kommt natürlich auch in Darksiders 2 WiiU zum Einsatz und spart in der Summe eine Menge Zeit bei der Verwaltung eures Inventars. Standardmäßig wird auf dem Bildschirm des Pads euer Fundus angezeigt, klickt ihr auf die Maske von Tod, wechselt ihr zur Karte, über die ihr wie gehabt manche der bereits besuchten Orte per Schnellreise erreicht. Genauso wie die Karte bedient ihr auch das Inventar simpel per Point-and-click-Verfahren. Es teilt sich in mehrere Bereiche wie Primär- und Sekundärwaffen sowie die verschiedenen Rüstungsteile auf. Der Wechsel erfolgt durch Antippen des jeweiligen Kategoriesymbols, was sehr genau möglich ist, aufgrund der relativ geringen Größe aber unmöglich ohne Hinschauen geht. Jeder der Bereiche ist in 24 Kästchen aufgeteilt, ihr könnt exakt so viele Objekte aus jeder Kategorie bei euch tragen. Wollt ihr auf eine andere Waffe wechseln, tippt ihr zunächst auf das Schlagwerkzeug eurer Wahl, müsst dann aber noch links einen großen Button zum Anlegen drücken. So tauscht ihr innerhalb kürzester Zeit von einem großen Beil auf einen schweren Kriegshammer oder nehmt eine Änderung bei der ausgestatteten Primärwaffe vor. Das alles funktioniert, während auf dem großen Screen das Spiel weiterläuft, ein Vorteil gegenüber den anderen Versionen. Theoretisch könnt ihr das auch weiterhin über das normale Inventar regeln. Das nimmt aber deutlich mehr Tempo raus als das Touchsystem der WiiU, da der Wechsel auf herkömmlichem Wege länger dauert und der Waffenwechsel per Gamepad ohne Spielunterbrechung funktioniert. Von Vorteil ist der Waffenwechseln vor allem für Spieler, die gleich auf "Apokalyptisch", also dem höchsten, von Beginn an verfügbaren Schwierigkeitsgrad spielen. Denn vor allem dort kann es wichtig sein, von einer Waffe mit zusätzlichem Feuerschaden auf eine mit Eisschaden zu wechseln oder einfach eine Sekundärwaffe auszurüsten, die schneller als eine andere ist. Abhängig vom Gegnertyp macht ihr so einfach mehr Schaden und seid entsprechend effektiver im Kampf.


Wenn ihr mehrere Waffen einer Kategorie im Inventar habt, könnt ihr sie auf dem Controller-Bildschirm anwählen, dann anlegen, wegwerfen oder verbessern.
Doch mitten im Gefecht ist diese Art des Wechsels nur bedingt von Vorteil, da ihr dabei den Blick fast zwangsläufig aufs Touchpad richten müsst, um die Waffe anzutippen und schließlich auszurüsten. Blind kann es schnell mal passieren, dass ihr statt den Stahlfäustlingen eine Stangenwaffe auswählt. Oder ihr klickt versehentlich auf "Ablegen" und werft die Waffe einfach auf den Boden. Warum es nicht möglich ist, eine Waffe durch einfaches Antippen auszurüsten und nur zum Ablegen oder Verändern der Waffe einen weiteren Klick anzufordern, verstehen wir nicht. Dann wäre der Waffenwechsel innerhalb einer Kategorie nämlich auch mit einem kurzen Blick auf den Controller-Bildschirm möglich gewesen.

Auf den beiden niedrigsten Schwierigkeitsgrad ist der schnelle Waffenwechsel vor allem eine nette Dreingabe. Denn entscheidend ist dort nur, dass ihr die stärkste bis dahin verfügbare Waffe ausrüstet. Gerade dort ist das Touch-Feature also eher eine Funktion, die etwas komfortabler ist als der Umweg über das normale Inventar und geringfügig Zeit spart.

Fähigkeiten und Gadgets per Touch
Wesentlich mehr habt ihr von dem WiiU-Gamepad beim Einsatz von Tods Fähigkeiten und Gadgets. Kampffähigkeiten gibt es bekanntlich acht, die sich zu gleichen Teilen auf die Bereiche Nekromant und Todesbote aufteilen. Anders als in den Versionen für Xbox 360 und Playstation 3, bei denen ihr nur vier dieser Fähigkeiten frei Shortcuts zuweisen könnt, fallen Auswahl und Aktivierung auf WiiU deutlich leichter. Drückt ihr nämlich den linken Bumper des WiiU-Gamepads, erscheint euer Fähigkeitenmenü auf dem Touchpad. Haltet ih
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r die Taste gedrückt, könnt ihr simpel per Touch die gewünschte Kampffähigkeit aktivieren. Da Nekromanten- und Todesboten-Fähigkeiten jeweils an festen Plätzen übereinander am linken beziehungsweise rechten Bildschirmrand erscheinen, funktioniert das auch blind. Das ist noch ein bisschen intuitiver als durch die Shortcuts und ihr habt theoretisch direkten Zugriff auf alle Kampffertigkeiten, ohne wechseln zu müssen. In großem Maßstab davon profitieren könnt ihr allerdings nur, wenn ihr sehr ausgiebig Erfahrungspunkte sammelt, um überhaupt alle Fähigkeiten in einem Spieldurchgang freizuschalten.

Schneller funktioniert auch der Wechsel von Gadgets (wie der Pistole) oder der Bonusfähigkeiten, die ihr automatisch im Spielverlauf erhaltet. Hier ruft ihr einfach das Fähigkeitenmenü auf und wählt etwa den Phasenläufer, mit dem ihr an bestimmten Punkten Portale durch den Raum oder auch die Zeit erschaffen könnt, oder nutzt Tods Fähigkeit Seelenspalter. Den braucht ihr vor allem in den ruhigeren Spielabschnitten, in denen ihr kleinere Rätsel lösen müsst.
before
after
.... Xbox-360-Version zeigt. Weder in der Nähe noch in der Ferne tun sich große Unterschiede auf. Die Xbox-Fassung wirkt etwas kontrastreicher.
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