Test: Ich bin der rote Reiter

Darksiders Test

Im Schnetzel-Genre buhlen zahlreiche Vertreter mit ausgefallenen Settings, freizügigen Outfits und vor allem Gewalt um die Spielergunst. Darksiders bedient sich ungeniert an God of War, Zelda und anderen Spielen. Statt ein Kriegsgott seid ihr "Krieg", ein apokalyptischer Reiter. 08/15 Kopie oder Spitzenspiel? Unser Test verrät es.
Alex Hassel 7. Januar 2010 - 10:07 — vor 9 Jahren aktualisiert
360 PS3
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Einst kämpften die Mächte des Himmels und der Hölle gegeneinander um die Herrschaft auf der Erde. Um das Gleichgewicht der Kräfte herzustellen, entsandte der Feurige Rat die vier Reiter der Apokalypse. Diese bekämpften Engel und Dämonen, bis ein Waffenstillstand beschlossen wurde. Die Zeitalter vergingen und die Menschen füllten die Erde, als „drittes Königreich“. Die vier Reiter warteten unterdessen auf den Tag des jüngsten Gerichts, an dem das siebte Siegel gebrochen und der Endkampf zur Rettung der Balance geführt wird.
 
Und tatsächlich herrscht in Darksiders bei eurem ersten Auftritt als der apokalyptische Reiter Krieg (im Englischen: "War") Endzeitstimmung: Meteore stürzen auf die Erde und legen moderne Großstädte in Schutt und Asche. Die Menschen rennen in Panik durch die Straßen. Doch ungeachtet dessen, dass gerade die komplette Menschheit ausgelöscht wird, scheint etwas schief gegangen zu sein. Die sieben Siegel wurden gar nicht geöffnet und auch die drei anderen Reiter der Apokalypse sind abwesend. Warum also geht die Welt unter? Irgendjemand hat Krieg reingelegt und die Apokalypse zu früh eingeleitet. Lasst ihr euch das gefallen? Nein! Aber dummerweise ist jetzt erstmal der Feurige Rat sauer, macht euch für die Apokalypse verantwortlich und nimmt euch fast alle Kräfte weg. Nachdem ihr ein wenig herumfleht, schickt er euch widerwillig zurück auf die Erde, damit ihr herausfinden könnt, was da schiefgelaufen ist. Willkommen auf dem Schlachtfeld Erde!

Unser rund 10minütiges Testvideo zu Darksiders zeigt euch actionreiche und ruhigere Passagen – sowie (am Ende) den ersten von fünf Bossgegnern (oder, den Prolog mitgezählt, den zweiten von sechs).
 
Apocalypse now
 
Ihr lernt schnell, wer hinter dem Verrat steckt: der mächtige Dämon „Zerstörer“ hat das Ende der Welt vorzeitig eingeleitet. Also macht ihr euch auf, eure Kräfte wiederzuerlangen, begleitet von einem Aufpasser des Rats, dem „Beobachter“. Der verhält sich ähnlich wie die Begleiterin Midna in Zelda Twilight Princess: Auf Knopfdruck oder an vorgegebenen Stellen erscheint er und hat (meist) einen Rat parat. Im englischen Original wird der Beobachter übrigens von Mark Hamil (ehedem Luke Skywalker in den alten Star Wars Filmen und der Joker in Batman Arkham Asylum) gesprochen. Fortan bewegen wir uns nun als vergleichsweise schwacher Kämpfer in den Ruinen der Erde, 100 Jahre nach dem Tag der Apokalypse.
 
Die Story von Darksiders erfindet das Rad nicht neu. Verrat und Rache sind die zwei zentralen Elemente des Geschehens, die Idee mit dem apokalyptischen Reiter allerdings eine willkommene Abwechslung. Trotz der Anleihen aus der Offenbarung des Johannes handelt es sich bei Darksiders aber nicht um eine virtuelle Nacherzählung des Neuen Testaments. Die in teils grandios inszenierten Zwischensequenzen vorgetragene Geschichte vermeidet unterdessen ungeachtet große Höhen und Tiefen: Weder langweilig, aber auch nicht hoch spannend. Bei jeder Begegnung mit neuen Dämonen, Engeln oder sonstigen (un-) heilvollen Kreaturen steht am Ende entweder ein Kampf oder der Auftrag, einen anderen Charakter zu eliminieren.

Während die Menschheit ausgelöscht wird, liefern sich Himmel und Hölle ein Duell um die Macht.
 
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