Test: Vertikal-Shooter

Dark Void Test

Zahllose Mythen ranken sich um das Bermuda-Dreieck, in dem Flugzeuge und selbst größte Schiffe spurlos verschwinden. Der Third-Person-Shooter Dark Void dreht den Spieß jetzt um: Ihr geht im „Teufelsdreieck“ nicht verloren, sondern entdeckt etwas. Aliens! Das hört sich wenig geistreich an? Lest selbst...
GG-Redaktion 21. Januar 2010 - 1:33 — vor 5 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Dark Void heißt zu Deutsch „dunkles Nichts“. Das beschreibt ziemlich treffend, was der Frachtpilot William Grey aus seinem Cockpit heraus sieht, während er gerade eine ganz gewöhnliche Lieferung quer über den Atlantik fliegt: Dichte Wolken zeichnen sich gespenstisch vor dem regenverhangenen Himmel ab, die Sichtweite ist gleich Null. Nur gelegentlich erhellt ein Blitz Williams alte Propellermaschine, bevor unheilvolles Donnergrollen das Schnarren der Motoren übertönt. Doch William bleibt ruhig und sorgt sich auch nicht, als er das sagenumwobene Bermuda-Dreieck passiert. Mit an Bord sind Coop, Williams bester Freund, und die Frachtkurierin Ava, seine alte Liebe. Plötzlich erscheint aus dem Nichts ein UFO und rast nur knapp am Flugzeug vorbei. Die Motoren versagen, es stürzt in die Tiefe.

Dunkles Nichts? Da ist doch was!
Nicht im kalten Wasser des Atlantiks, sondern in einer unbekannten Welt findet sich William nach seinem Flugzeugabsturz wider.

Ava überlebt den Absturz knapp, Coop hat weniger Glück. Für uns beginnt das Spiel, als William in den Trümmern seines Flugzeuges langsam zu sich kommt. Wir blicken uns um und stellen verwundert fest, dass wir nicht wie erwartet im Wasser gelandet sind, sondern uns auf einer dicht bewachsenen Dschungelwelt befinden. Vorsichtig schauen wir uns um und bemerken sofort, dass sich Dark Void zumindest für PC-Spieler einer recht ungewohnten Kamera-Perspektive bedient: Genauso wie beispielsweise in Lost Planet blicken wir unserem Protagonisten stets über die Schulter. Was für Kenner von First-Person-Shootern zunächst ungewohnt ist, erweist sich jedoch als erstaunlich eingängig und wir haben stets einen guten Überblick über das Geschehen um uns herum. Die Steuerung per Tastatur- und Mauskombination ist möglich, aber mit einem Gamepad lässt sich William noch etwas besser und präziser manövrieren -- vor allem in Luftkämpfen, zu denen wir noch kommen werden.

Die ersten Schritte in der fremden Welt dienen zugleich als Tutorial. Wir erfahren von einem Dorf, das Ava beim Absturz gesehen haben will, und müssen uns durch das Dickicht schlagen, um etwas über die mysteriöse Gegend zu erfahren. Unterwegs werden wir nicht nur behutsam an die Steuerung herangeführt, sondern begegnen auch merkwürdig metallenen, roboterähnlichen Wesen, die aus irgendeinem Grund nicht gut auf uns zu sprechen sind. Bereits früh müssen wir uns also zur Wehr setzen. Allzu viel wollen wir in diesem Test aber nicht von der Story verraten, denn diese ist zwar nicht bahnbrechend innovativ, aber eines der Hauptargumente, die euch zum Weiterspielen von Dark Void animieren. Ihr Verlauf ist durchaus interessant.

Nach etwa einem Drittel des Spiels betretet ihr durch ein riesiges Tor die "Leere", die geheimnisvolle Welt in Dark Void. Wer genau hinschaut, sieht in der Ferne (Bildmitte) einen Menschen  stehen -- das sind wir alias William.

Zu den Waffen

Was wäre ein Actionspiel ohne Action? Nachdem wir die erste Waffe gefunden haben, stürzen wir uns auch schon in den Kampf -- und Kämpfe gibt es in Dark Void mehr als genug. Der Schlüssel zum Überleben ist die Deckung, etwa hinter umgestürzten Bäumen, zwischen Felsruinen oder hinter Kisten. Auch aus der  Deckung heraus können wir die Feinde beharken, allerdings sind wir dann weniger präzise.

Erledigte Gegner lassen Technikpunkte zurück, die wir später in Waffenupgrades oder -- wiederum später -- in Extras für das Jetpack investieren. Das geht jedoch nur, wenn wir uns an einem Waffenschrank, einer Art „Upgrade-Station“, befinden. Diese sind ausreichend häufig in der Welt von Dark Void verteilt. Technikpunkte lassen sich außerdem auch einfach so in den Levels finden, wo sie mehr oder weniger gut versteckt sind. Faktisch können wir immer genug Technikpunkte auftreiben, um unsere Waffen maximal upzugraden, ein kleines Balance-Manko.

Im weiteren Spielverlauf werden die Gegner zahlreicher und setzen stärkere Waffen ein, weswegen die Upgrades dringend erforderlich sind. Wem die Feuerkraft dann noch nicht reicht, erlangt außerdem noch Granaten oder kann gar Geschütztürme bedienen, die ganze Feindarmeen niedermähen. Einigermaßen fordernd ist Dark Void nur auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade, denn sobald man erstmal hinter einem Objekt in Deckung gegangen ist, richten die Aliens kaum noch Schaden an. Wird William dennoch von ein paar Schüssen erwischt, verschwimmt kurz der Bildschirm. Wenn wir uns dann etwas zurückziehen und keine weiteren Treffer kassieren, ist die kritische Situation überstanden; werden wir in dieser Phase hingegen nochmals verletzt, sterben wir den Bildschirmtod.

Ärgerlich finden wir in diesem Zusammenhang, dass Dark Void den Fortschritt automatisch speichert und zusätzliches freies Speichern nicht möglich ist. Zwar sind innerhalb eines Kapitels ausreichend Kontrollpunkte gesetzt, sodass man nie wirklich lange Passagen erneut spielen muss, aber wer einen Level abbricht, der kann seinen momentanen Fortschritt nicht in diesem Moment sichern.

Kämpfe gegen die Aliens solltet ihr möglichst aus der Deckung heraus bestreiten, ansonsten werdet ihr schon früh im Spiel ins virtuelle Gras beißen. Seid ihr hingegen in Deckung, können euch die Aliens nur wenig anhaben.

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Action
16
Airtight Games
Capcom
22.01.2010
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6.5
5.7
PCPS3360
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