Schöner sterben

Dark Souls 2 (PC) Test

Im Vorfeld der Veröffentlichung hatte From Software für einige Verwirrung gesorgt. Diesmal sollte der PC nicht unter ferner liefen laufen, sondern – wie es zeitweise hieß – sogar die Leadplattform sein. Ob der neue Teil des Hardcore-RPGs seine Konsolenbrüder diesmal wirklich alt aussehen lässt, haben wir für euch herausgefunden.
Benjamin Braun 25. April 2014 - 14:27 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Das erste Dark Souls erschien erst knapp ein Jahr nach der Erstveröffentlichung auf Konsole für den heimischen Rechenknecht. Damals machte Namco Bandai keinen Hehl daraus, dass sich technisch, von der Hochskalierung der Grafik auf 1080p abgesehen, nichts Wesentliches verändert hatte. Eine Quick-and-dirty-Portierung, die den Entwicklern aufgrund ihrer Offenheit im Vorfeld auch nur wenige ernsthaft verübelten.

Beim Nachfolger Dark Souls 2 ist das anders. Hier liegt nur gut ein Monat zwischen Konsolenfassung und PC-Umsetzung –  und From Software verspricht sowohl technisch als auch bei der Steuerung eine umfassende Anpassung. Über die inhaltlichen Qualitäten von Dark Souls 2 haben wir euch in unserem Haupttest zu den Konsolenversionen bereits ausführlich aufgeklärt – in unserer Stunde der Kritiker konntet ihr zudem Heinrich Lenhardt und Jörg Langer beim Kämpfen, Sterben und Siegen zuschauen. In diesem Test wollen wir uns deshalb ausschließlich mit Grafik und Steuerung der nun verfügbaren PC-Version beschäftigen.
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after
... Xbox-360-Version erkennen, die ihr auf der rechten Seite seht. Unser Vergleichsbild zeigt jedoch auch deutlich, dass sich am grundlegenden Detailgrad der Spielwelt nur wenig verändert hat und manche Texturen gar nicht überarbeitet wurden. Sehr gut ist das an den Steinobjekten wie der Treppe rechts vor dem Haus sowie dem Loch vorne links zu erkennen oder auch bei der Anzahl der Gräser im Bild.

Hübscher, aber immer noch altbackenIn der PC-Version von Dark Souls 2 könnt ihr im Gegensatz zu der des Vorgängers eine ganze Reihe von Einstellungen vornehmen. Stufenweise regelt ihr Textur-, Schatten- oder Effektqualität, schaltet Anti-Aliasing oder Bewegungsunschärfe an oder aus. Separat können wir zudem die Renderqualität des Helden erhöhen – oder sie auch gleich für alle Charaktere im Spiel nach oben schrauben. Natürlich bestimmt ihr auch die Auflösung, in der das Spiel laufen soll. Theoretisch geht das runter bis auf 800x600 – aber glaubt uns: auflösungstechnisch ins Mittelalter zurückzukehren, fördert die Atmosphäre in Dark Souls 2 keineswegs. Und dann startet ihr ins Abenteuer in der Hoffnung auf blühende Landschaften. Doch was sich vor unseren Augen auftut, ist eine Spielwelt, die nicht bloß am Rande detailarm ist und mit groben, teils matschigen Texturen aufwartet.

Aber Gemach: Im direkten Vergleich mit den Umsetzungen für PlayStation 3 (die im Gegensatz zur Microsoft-Fassung nicht mal einen 1080p-Modus bietet) und Xbox 360 wird deutlich, dass sich doch einiges zum Besseren verändert hat. Wo auf Konsole mancherorts nur grau-brauner Brei zu sehen ist, zeigt die PC-Fassung deutlich schärferen grau-braunen Brei, und
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stellenweise deutlich mehr: Wurzeln an Höhlenwänden sehen auf dem PC wie Wurzeln aus und müssen nicht als solche erahnt werden. Die Bodentexturen lassen Konturen von Stein oder Sand zwischen den Gräsern erkennen, wo es auf Konsole eher so aussieht, als wenn jemand den Eimer schmutzigen Putzwassers einmal über den Flur gekippt hat. Auch an den Fassaden von Häusern oder den NPCs wird der Unterschied deutlich: Gemauerte Steine oder Platten am Boden wirken deutlich plastischer, Kanten von Geländern kommen mit deutlich geringerem Treppcheneffekt aus.

Bei den NPCs und Monstern sind die Verbesserungen besonders in der Bewegung sichtbar. Während auf 360 oft Nachzieheffekte bei schnellen Aktionen negativ auffallen, profitiert Dark Souls 2 auf PC stärker von dem Effekt, der Bewegungen flüssiger und realistischer erscheinen lässt. Zwei weitere drastische Unterschiede zur Konsolenversion: Nachladeruckler beim Streaming der Spielwelt oder das mitunter heftige Tearing der 360-Fassung haben auf PC ein Ende. Technisch überwiegt trotz der vielen kleineren und größeren Verbesserungen am Ende dennoch die Enttäuschung darüber, dass noch weit mehr drin gewesen wäre.
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Die Xbox-360-Version rechts beweist jedoch, dass in der Umgebung kaum eine Erhöhung des Detailgrads auf PC stattfand. Beim oft tristen grau-in-grau (oder  braun-in-braun) nehmen sich die beiden Fassungen nichts.
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