Shooter-Bombast, Teil 3

Crysis 3 Test

Von Crytek erwarten Actionspieler nicht weniger als Blockbuster-Action verpackt in Blockbuster-Grafik. Teil 3 will aber nicht nur technisch, sondern auch spielerisch zulegen und den Spieler entscheiden lassen, wann geballert und wann geschlichen wird. Wir sind dem rühmlichen Vorhaben der Entwickler für euch auf den Grund gegangen.
Benjamin Braun 19. Februar 2013 - 16:00 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal und zeigen die PC-Version, falls nicht anders gekennzeichnet.

Die Dämmerung hat ihre Schatten über den Sumpf gelegt, wo vor wenigen Jahren noch Wohnblocks standen. Zwischen den verfallenen Gebäuden des New Yorker Stadtteils Chinatown nähern wir uns einem CELL-Soldaten, dank aktiviertem Tarnmodus sind wir unsichtbar. Präzise rammen wir ihm unser Messer in den Hals, doch sein Kamerad bemerkt die Aktion und schlägt sogleich Alarm. Von überall her stürmen aus den Häuserruinen weitere Soldaten heran, die uns mit Pumpguns und Sturmgewehren aufs Korn nehmen wollen. Wir aktivieren den Körperpanzer unseres Nano-Suits, der mühelos die Projektile unserer Häscher absorbiert – solange die Energie reicht. Den ersten Soldaten lassen wir eine Salve aus unser Maschinenpistole schmecken, dem zweiten verpassen wir mit unser Pistole einen Schuss in den Kopf – und einer Gruppe von drei weiteren Soldaten entledigen wir uns mit einer Handgranate. Für einen Sniper weit hinten schalten wir den Wärmesensor ein und wechseln zum Predator-Bogen. Wir greifen einen Explosionspfeil aus unserem Köcher und spannen den Bogen, um dem Sniper nur den Bruchteil einer Sekunde später in Flammen aufgehen zu lassen. Nun ist wieder das zarte Zirpen der Glühwürmchen zu vernehmen. Unser Name lautet übrigens Prophet – und nach den CELL-Schergen knöpfen wir uns jetzt die Aliens vor...

Back to the Roots?!PC-Spieler mit Highend-Hardware waren zunächst enttäuscht, als Crysis 2 (GG-Test: 9.0) 2011 ihre Systeme nicht ins Schwitzen brachte. Erst ein umfangreiches Technik-Update zeigte, wie viel mehr als auf den Konsolen grafisch mit dem guten alten Rechenknecht möglich ist. Wieso nicht gleich so? Weil Crytek sich den Aufwand offenbar sparen wollte, erst massive Fan-Proteste schienen den deutschen Entwickler zum Umdenken zu bewegen.

Rückkehr von den Toten: Soldat Prophet.
Doch nicht nur deshalb war mancher Crysis-Fan nicht zufrieden mit der Fortsetzung: Immerhin zeichnete sich der Vorgänger in der ersten Spielhälfte durch seine weitläufige Spielwelt aus und die vielen taktischen Optionen, die sich daraus ergaben. Bei Crysis 3 nimmt sich Crytek beide Punkte zur Brust: Wer den Shooter aus Deutschland bei maximalen Grafikeinstellungen flüssig spielen will, benötigt nicht weniger als die beste derzeit erhältliche Hardware – Besitzer von Grafikkarten, die kein DirectX 11 unterstützen, müssen ohnehin draußen bleiben. Zudem bietet New York nun deutlich größere Levels als zuletzt. Mit unzähligen Waffenaufsätzen, Hackingfähigkeiten und manueller Beeinflussung des Nano-Suits sollen sich außerdem wieder deutlich mehr spielerische Freiheiten ergeben.

Der Prophet ist zurückDie Ereignisse aus Crysis 2 liegen mittlerweile 24 Jahre zurück. Die Aliens gelten als besiegt und die diktatorische CELL Corporation als das größte Problem.  Da tritt der totgeglaubte Supersoldat Lawrence "Prophet" Barnes erneut auf den Plan. Er sah mit eigenen (augmentierten...) Augen, dass der Ober-Alien Alpha Seth zum fina
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len Schlag gegen die Menschheit ausholt – die nichts davon ahnt, wie nahe sie dem Untergang ist. Prophet plagen Zweifel, ob er überhaupt noch ein Mensch ist, nachdem er nur noch, dem ollen Darth Vader nicht unähnlich, in seinem Nano-Suit existieren kann.

Gemeinsam mit "Psycho", einem seiner ehemaligen Kameraden, von CELL längst zum normalen Soldaten degradiert, will er die drohende Alieninvasion aufhalten. New York hat sich nicht unbedingt zum Besseren verändert: Viele Wolkenkratzer und Häuser sind verfallen, die Natur hat sich weite Teile der Großstadt zurückgeholt. In Chinatown ist ein Sumpf entstanden und im Finanzdistrikt überwuchern Pflanzen die Ruinen der Hochhäuser. Doch es geht nicht nur um die Aliens, sondern auch um die persönliche Geschichte von Prophet und Psycho, die bereits gemeinsam auf den Ling Shan Islands (dem Schauplatz von Crysis und Crysis: Warhead) kämpften. Im Gegensatz zu Prophet musste Psycho seinen Nano-Suit ablegen, doch auch ihn plagen die körperlichen Veränderungen, denen die Supersoldaten durch ihren Körperpanzer unterworfen waren.
before
after
Rechts in der Xbox-Version wirkt das Grün gröber, die Texturen an den Gebäuden trotz geringer Entfernung bereits deutlich verwaschen.

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