Test: FPS + RPG = RPS

Borderlands Test

Was darf’s denn sein? Ein Shooter mit Rollenspielelementen? Oder doch ein RPG mit Shooter-Elementen? Weder noch, sagt Entwickler Gearbox, und hat mit Borderlands einen ungewöhnlichen, im Multiplayer-Modus hochexplosiven Genremix auf dem Menü.
Alex Hassel 28. Oktober 2009 - 21:19 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Wo seid ihr hier nur gelandet? Schwer zu sagen. Irgendwo halt, in einer abgelegenen und reichlich trostlosen Wüstenlandschaft. Die pralle Sonne knallt erbarmungslos auf euch herab. In dieser unwirtlichen Gegend befindet ihr euch wahrscheinlich so weit weg von der zivilisierten Welt wie nur irgend möglich. Hier und dort nur ein paar Wellblechhütten, deren Einwohner allerdings ebenso trostlos und heruntergekommen aussehen wie ihre Wohngegend. Mit verrosteten Waffen wagt ihr euch ins Ödland vor, auf der Suche nach einem angenehmeren Ort zum Verweilen. Überall lauern Gefahren, ständig müsst ihr mit Attacken von echsenartigen Geschöpfen rechnen. Um euch zu orientieren, wollt ihr die Weltkarte in eurem Pip-Boy 3000 öffnen ...
 
… und merkt plötzlich, dass ihr euch gar nicht im Capital Wasteland von Fallout 3 befindet! Stattdessen begrüßen wir euch auf dem Planeten Pandora, Schauplatz des Spiels Borderlands. Der Planet wurde einst von mächtigen Firmen wegen seiner Rohstoffe kolonisiert, aber nun findet man nur noch letzte, klägliche Reste des kurzen Industriebooms vor. Alles ist zerfallen, die verbliebenen Bewohner des Planeten kämpfen täglich um ihr Überleben – gegen Psychopathen, Banditen oder die zahlreichen Kreaturen, die in der tristen Einöde umherstreifen. So auch ihr: Ihr seid Teil einer vierköpfigen Gruppe von Söldnern, die auf dem Planeten gestrandet ist und für Geld und Erfahrungspunkte jeden Auftrag erledigt, der sich anbietet.

Das (hier von der PC-Fassung stammende) Intro führt euch in die Stimmung des Spiels ein und zeigt die vier Charaktere.


Shooter + Rollenspiel = RPS
 
Borderlands sieht auf den ersten Blick zwar nach FPS aus, spielt sich aber dennoch anders als sonstige Shooter.
Entwickler Gearbox bezeichnet Borderlands als einen „Role-Playing-Shooter“. Und will damit ein neues Genre erfinden, dass sich die Rosinen aus dem Bereich des FPS (First Person Shooter) und des RPG (Role Playing Game) herauspickt und zu einer actiongeladenen Mischung vereint. Unsere kleine Anspielung an das Rollenspiel-Schwergewicht Fallout 3 weiter oben ist kein Zufall: schon in Bethesdas post-nuklearem Endzeitszenario wurde das Spielgeschehen mit Elementen eines klassischen Shooters angereichert. Mit teils durchwachsenen Ergebnissen – die Steuerung in den Feuergefechten funktionierte mehr schlecht als recht und Spieler verließen sich lieber auf das automatische Zielerfassungssystem V.A.T.S. Das löst Borderlands besser, es spielt sich sofort wie ein grundsolider Egoshooter mitsamt einer direkten Steuerung und ordentlichem Zielsystem.
 
Doch Borderlands beschränkt sich nicht nur auf das Dasein als Shooter. Vielmehr spendierten die Entwickler dem Spiel noch eine ganze Reihe von waschechten Rollenspiel-Elementen, die frischen (Wüsten-)Wind ins Genre bringen sollen. Erfahrungspunkte, Skill-Trees, Spezialfähigkeiten und seltene Artefakte habt ihr in dieser geballten Form noch in keinem Shooter gesehen. Vor allem trefft ihr auf typische "Sammel 10 X" und "Töte 100 Y", als wäre die Mama von Borderlands mit Herrn WoW in der Scheune gewesen.

Stellenweise erinnert uns der Planet Pandora an das Capital Wasteland von Fallout 3.

Die Fantastischen Vier
 
Ein bunter Haufen, leider bleiben eure Spielfiguren in Sachen Persönlichkeit völlig blass.
Zu Beginn entscheidet ihr euch im Solospiel für einen von vier vorgefertigten Charakteren. Irgendwelche Werte dürft ihr nicht beeinflussen, sondern eure Spielfigur nur benennen und ihre Kleidungsfarbe wechseln. Natürlich haben die vier Prototypen ganz eigene Fähigkeiten: Während der Soldat mit Sturmgewehr und seinem jederzeit aufbaubaren Geschützturm einen Allrounder darstellt, spezialisiert sich der Jäger auf den Kampf mit Distanzwaffen. Ihm zur Seite steht ein angriffslustiger Vogel, den er in brenzligen Situationen auf Gegner loslässt. Die dritte im Bunde, die Sirene, legt das  Augenmerk auf Waffen mit Spezialmunition, wie etwa Feuer und Säure. Aktiviert sie ihre Spezialfähigkeit, verlangsamen sich die Bewegungen der Gegner und die Sirene kann diese mühelos flankieren und somit gezielt die Schwachpunkte angreifen. Abgerundet wird das Quartett schließlich vom brachialen Berserker. Dieses Muskelpaket bevorzugt Explosionswaffen und seine Fäuste. Wenn er besonders wütend wird, kann kein Gegner seinen Prügelattacken entgehen.

Die




4 Heldenklassen
Jede Klasse hat ihre eigenen Spezialfähigkeiten und bevorzugten Waffen. 1 Der Soldat ist der Allrounder. Mit dem Sturmgewehr und seinen Geschützturm bietet er eine gute Mischung aus Nah- und Fernkampf. 2 Der Jäger (ganz rechts im Bild) greift lieber aus der Distanz an. Und obwohl er mitunter mächtig große Gewehre benutzt, hatten wir oft den Eindruck, dass diese insgesamt schwächer sind als die Waffen des Soldaten. 3 Die Sirene lässt nicht nur tief blicken, sondern beherrscht auch eine Fähigkeit, mit welcher Gegner gelähmt werden und sich nur noch in Zeitlupe bewegen. 4 Beim Berserker ist der Name Programm, hier liegt der Fokus klar auf Muskelmasse und Explosionswaffen. Wo seine Fäuste hinschlagen, wächst kein Gras mehr.

 
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Action
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Gearbox Software
20.10.2009 (Playstation 3, Xbox 360) • 26.10.2009 (PC) • 12.11.2015 (Xbox One (Xbox 360 Backward Compatibility)) • 03.04.2019 (Playstation 4, Xbox One)
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