Überall Roboter

Binary Domain Test

Gears of War mit Robotern: So etwa kann man das Science-Fiction-Actionspiel Binary Domain beschreiben, Vorbild waren zahlreiche Animefilme mit ähnlichem Plot (Menschen gegen wildgewordene Roboter). Zudem dürft ihr in der Welt der Maschinen direkt mit euren KI-Kollegen sprechen. Ob das funktioniert? Wir haben die PC-Version getestet.
Tim Gross 4. Mai 2012 - 22:38 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Der Mann in der Lobby fuchtelt wild mit seiner Pistole herum, die verwirrten Augen visieren den wichtig wirkenden Glatzkopf hinter dem Schutzschild an. Das eintreffende Einsatzteam hält sich noch bedeckt, man versucht, den Mann mit Vernunft zur Räson zu bringen. Doch der ist nicht in Redestimmung. Das Einzige, was über seine Lippen kommt, ist konfuses Gestammel. Dann greift er sich plötzlich mit der Hand Mitten ins Auge und zieht sich mit Gewalt die Haut von seinem Stahlschädel. Denn der Mann mit dem verwirrten Blick ist gar kein Mann, sondern ein Roboter im Menschkostüm. Und um solche und andere Vertreter der Spezies Blechbüchse geht es in Binary Domain
 
Im Science-Fiction-Actionspiel von Sega übernehmt ihr die Rolle von Ex-Marine Dan Marshall und stürzt euch in den Kampf gegen zahllose Roboter, von denen euch die wenigsten wohlgesonnen sind. Wie in Gears of War seid ihr meist im Team unterwegs, sucht hinter Kisten und Mauern Deckung und zerlegt so ziemlich alles, was auf stählernen Beinen durch die Gegend läuft. Um sich von der Konkurrenz abzuheben, erlaubt es euch Binary Domain, per Spracheingabe mit euren KI-Mitstreitern zu kommunizieren. Warum ihr die Roboter überhaupt bekämpfen müsst, erfahrt ihr im etwa einstündigen ersten Kapitel, das gleichzeitig als Tutorial dient. Und im nächsten Textabschnitt dieses Tests...
 
Die Zukunft gehört den MaschinenIm Jahr 2080 ist der Großteil der Welt überflutet – klar, globale Erwärmung und so. Wenig überraschend wurden auch die meisten Städte und deren Bewohner dem Meeresspiegel gleichgemacht. So konnte die Welt natürlich nicht bleiben, also beschlossen die Regierungen, die wichtigsten Städte neu aufzubauen; das Fundament bildeten die Ruinen der alten Metropolen. Nur waren einfach nicht genug Leute zur Hand, die den Wiederaufbau übernehmen konnten. Auftritt der Roboter, produziert von der US-Firma Berger, die in der Folge zum absoluten Marktführer wurde und den Vereinigten Staaten den Rang der einzigen Weltmacht sicherte. 
 
Im Jahr 2080 ist ein Großteil der Welt überflutet. Die Städte wurden auf den Ruinen der ehemaligen Metropolen wiederaufgebaut - mit Hilfe von Robotern.
Wie das mit neuer Technologie nun mal so ist, schreitet die Entwicklung stetig voran. Der nächste logische Schritt waren menschenähnliche Roboter, komplett mit eigener Identität, mit Gefühlen. Doch im Jahr 2040 wurde die Forschung an diesen sogenannten Seelenlosen verboten. Die International Robotics Technology Association (IRTA), der auch wir angehören, sorgt dafür, dass sich Unternehmen wie Berger an die Gesetze halten. Doch wie sagt man so schön: Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Im Jahr 2080 greift ein Seelenloser das Hauptquartier des Berger-Konzerns an, übrigens der eingangs beschriebene Mann mit den verwirrten Augen. Seltsam nur, dass dieser Cyborg scheinbar keine Ahnung hatte, dass er gar nicht der Gattung Mensch angehörte. Obwohl Berger der Weltmarktführer in Sachen Robotik ist, hat niemand in der Firma den blassesten Schimmer, wo der humanoide Roboter herkommt. Schnell steht fest, dass nur der japanische Konkurrent Amada dafür verantwortlich sein kann. Also machen wir uns mit unserem IRTA genannten internationalen Elitekämpfer-Team auf den Weg zum Inselstaat, um CEO Yoji Amada zu stellen und zum Verhör zu bitten. Das ist den Japanern aber gar nicht Recht...
 
Deckung, schießen, Deckung, schießen
Auf dem Weg zum Amada-Konzern stellen sich euch unzählige angriffslustige Roboter in den Weg. Bei den Gegnerhorden kommt es euch zugute, dass ihr fast nie alleine unterwegs seid, sondern mit mindestens einem KI-Kameraden. Wie in Mass Effect wählt ihr zu Missionsbeginn aus, wer mit euch in den Kampf zieht. Die nicht genutzten Charaktere schlagen dann einen anderen Weg ein. Hier stellt sich dem kritischen Beobachter die Frage, warum sich das Team ständig aufteilt. Wir wissen es nicht, haben aber sicher nicht genug Ahnung von einfachen Infanterietaktiken. Mit euren Mitstreitern durchlauft ihr komplett lineare Levels, in denen es immer etwas umzunieten gibt. Seht ihr irgendwo Kisten oder Mauern, die ihr als Deckung nutzen könnt, wird eine Schar Gegner nicht lange auf sich warten lassen. Habt ihr alle Feinde in einem Gebiet besiegt, geht es weiter zur nächsten Deckung, wo das Geballer von vorne losgeht. Die ständigen Kämpfe sind hübsch inszeniert und weisen, obwohl ihr nie auf einen menschlichen Charakter schießt, einen relativ hohen Gewaltgrad auf. Ihr könnt den Blechbüchsen die Köpfe wegschießen und dabei zusehen, wie sie orientierungslos weiterlaufen. Oder ihr knallt ihnen die Beine unter dem Allerwertesten weg, was die Roboter dazu veranlasst, in bester Terminator-Manier weiter zu kriechen.

Die Kämpfe s
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pielen sich wie bei anderen Genrevertretern und halten sich an gängige Konventionen. So heilt ihr euch in Deckung automatisch, und wenn ihr mal zu Boden geht, ist nicht gleich alles verloren: Solange ihr oder ein Teammitglied ein Medkit in petto habt, berappelt ihr euch schnell wieder. Für jeden erfolgreichen Abschuss bekommt ihr Geld, das ihr bei in den Levels verstreuten Shops ausgeben könnt. Hier erwerbt ihr Gegenstände wie Medkits oder Munition, dürft aber auch Verbesserungen für euch oder eure Begleiter erwerben und beispielsweise die Grundgesundheit von Dan erhöhen. An dieser Stelle ein kleiner Tipp: Da eure KI-Begleiter eher passiv vorgehen, solltet ihr das Geld hauptsächlich in euren eigenen Charakter stecken. So profitiert ihr am meisten von den Verbesserungen.

Was erwartet euch sonst noch im Binary-Domain-Alltag? Wenn ihr gerade nicht den gefühlt 10.000. Roboter mit eurem MG bearbeitet, schaut ihr eine der zahlreichen und rasant geschnittenen Cutscenes in Spielgrafik an. Die sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern bringen auch die Geschichte voran, die gegen Ende richtig Fahrt aufnimmt und tiefgängiger ist, als es zunächst den Anschein hat.
Solche Szenen werdet ihr in Binary Domain zuhauf erleben: Ihr schießt mit eurem MG auf Roboter en masse.

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