Komplett neue Diplomatie & mehr

Beyond Earth: Rising Tide Test

Jörg Langer 8. Oktober 2015 - 16:09 — vor 3 Jahren aktualisiert
Auf dem Meer ist mehr los als zuvor, damit auch ein auf Seestädte spezialisierter Spieler genug zu tun hat.
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Belebteres Meer

Da es auf dem Meer kein Miasma gibt (das wabernde grüne Zeug, das indigene Lebensformen sowie angepasste Menschen-Einheiten heilt, ansonsten aber schädigt), hat Firaxis (neben Meeres-Monsterhöhlen, die ein wenig an riesige Seerosen erinnern) das Element der Alien-Korallen ersonnen: Das sind an sich passive Alien-Einheiten, die sich durch Wachstum ins Nachbarfeld langsam über das Meer ausbreiten. Sie greifen nicht an (wehren sich aber gegen Nahkampf-Attacken) und bewegen sich nicht, doch wenn ihr als Meeres-Fraktion oder landgestützte Seefahrer-Nation nichts gegen sie unternehmt, überwuchern sie irgendwann weite Teile der Ozeane, verhindern den Zugriff auf im Meer befindliche Ressourcen, Artefakte und so weiter oder blockieren auch schlicht kleinere Wasserstraßen. Dummerweise verärgern Angriffe auf diese Riesenkorallen, wenn auch anscheinend weniger stark als auf normale Alien-Kreaturen, das "Hive Mind" des Planeten. Wir erinnern uns: Die anfangs grün beschrifteten Aliens färben sich irgendwann nach Orange oder Rot, was ihre zunehmende Wut auf die Eindringlinge ausdrückt, mit entsprechend aggressiverem Verhalten.
 
Generell ist das Erkunden des Ozeans jetzt ungefähr ebenso vielseitig und ergiebig (gerade auch mit Explorern, die "Expeditionen" an bestimmten Stellen einrichten) wie auf dem Land – wer möchte, braucht auf entsprechenden Planetenkarten eigentlich nie – mit Ausnahme der Erreichung bestimmter Spielziele – aufs Land zu wechseln. Normalerweise werdet ihr aber vermutlich eher meeres- oder eher landlastig spielen, ohne euch auf eine Sphäre zu limitieren. Und das finden wir sehr gut so! Allerdings: Wer als Startvorteile "Küstenlinie aufdecken" mit "anfängliche Kampfeinheit" kombiniert und als NSA oder Chungau auf dem Meer startet, hat unserer Meinung nach einen Vorteil: Er sieht dann schon zu Beginn viele der über Wasser niedergegangenen Nachschub-Raumkapseln und kann sie mit seinem sofort vorhandenen Patrouillenschiff auch in der Mehrzahl erreichen, bevor landgestützte Fraktionen dorthin kommen – wegen der mangelnden Konkurrenz und weil die Bewegung übers Wasser schneller ist.

Neue Gegner, neue Kampfeinheiten

Neuer Bildschirm für die alte Sache: Habt ihr genug Stufen in einer Affinität, dürft ihr eure Kampfeinheit upgraden.
Neben zwei Biomen (Eisplaneten und "urweltliche", beides hat Einfluss auf einige Spielparameter) sind vor allem neue Alientypen dazugekommen und außerdem diverse weitere Kampfeinheiten. Die Grundidee ist, dass nun (im späteren Spielverlauf) jede der bestehenden Affinitäten Purity, Harmony und Supremacy eine Symbiose mit einer anderen eingehen kann. Wer scharf nachrechnet, erhält damit drei weitere Kombinationen, was im Prinzip zu sechs möglichen Spielerfraktionen führt. So wahnsinnig spannend ist das aber nicht, ihr könnt eben eure Kampfeinheiten noch zu mehr Folge-Modellen upgraden. Dieses Upgraden wurde nun schick verpackt und erinnert auf den allerersten Blick vielleicht einen Spieleveteranen sogar an den Einheiten-Editor aus Alpha Centauri. Aber weit gefehlt: Ihr dürft weiterhin ab einer bestimmten Stufe in einer der Affinitäten (oder neuerdings eben: zweien davon) einen Grundtyp wie Nahkampf-Infanterie zu einem oder mehreren Folgetypen weiterentwickeln. Die Zahl der Truppentypen ist gestiegen, aber ob wir nun auf Aliens reitende Soldaten einsetzen oder die Purity-Harmony-Einheit Throne (ein mächtiger Fernkämpfer), am Kampfsystem ändert das nichts.
 
Und 28 Einheitenklassen (inklusive Affinitäten-Spezialitäten) respektive rund 60 Truppentypen ändern nichts an der Gegner-KI, die uns im Laufe unserer beiden längeren Testpartien doch sehr betrübt hat. Dass uns die Aliens ohne Rücksicht auf Verluste angreifen, ist ja noch okay. Aber der Computergegner hält es weiterhin nicht für prinzipiell nötig, angeschlagene Einheiten zu retten und jagt sie in vielen Fällen lieber auf uns drauf. Und globalstrategisch ist er nach wie vor nicht das hellste Lichtlein am fremden Sternenhimmel.
 

Artefakte kombinieren

Eine spaßige, wenngleich etwas die Illusion der ernsthaften Planetenbesiedlung untergrabene Idee ist die folgende: Es gibt Artefakte menschlichen, außerirdischen sowie progenetorischen (wir lieben die deutsche Adjektivbildung!) Ursprungs. Ihr findet sie oft nach Abschluss einer Expeditions-Ausgrabung, aber auch beim Zerstören von Monsterhöhlen auf dem Land und zur See sowie beim Aufsammeln von Nachschubkapseln. In einem Extramenü könnt ihr nun entweder ein oder zwei solcher Artefakte "ausschlachten", ihr erhaltet dann je nach Typ, Zustand und Herkunft beispielsweise Kultur- oder Wissenschaftspunkte. Oder ihr kombiniert drei davon, was dann nicht nur Ressourcenboni bringt, sondern auch zusätzliche Fähigkeiten oder Gebäude für eure Fraktion freischaltet – etwa das für kriegerische Parteien sehr nützliche "Xeno-Badehaus", das jegliche Kampfeinheiten, auch Schiffe, binnen einer Runde repariert.
Das Herumspielen mit den Artefakten macht Spaß, doch zuviel Langzeit-Spaß solltet ihr euch davon nicht erwarten: Die dadurch freischaltbaren Dinge sind sehr begrenzt, wir schätzen sie auf ein Dutzend oder weniger Gebäude oder Fähigkeiten. Dennoch, es gibt euch einen zusätzlichen Anreiz für die Erkundung und eine weitere kleine taktische Komponente. Allerdings müsst ihr die Idee ertragen, dass beispielsweise eine Geige mit einem Kühlschrank und einem Alien-Augapfel kombiniert (wir übertreiben nur leicht) euch die Baumöglichkeit eines "Front-Stadions" gibt, das künftig eure Soldaten dort gleich zum Veteran macht.
 
Das Artefakte-Kombinieren ist simpel aber spaßig. Erwartet nur nicht zu viele exklusive Technologien dadurch.
Jörg Langer Chefredakteur - P - 375768 - 8. Oktober 2015 - 16:09 #

Viel Spaß beim Lesen!

Hannes Herrmann 17 Shapeshifter - P - 7516 - 8. Oktober 2015 - 16:31 #

Ich habe es jetzt (trotz der Wertung?)für rund 21€ bestellt. In Multiplayer-Partien gegen meine Frau werden sicher 40-50 Stunden Spaß anfallen. Und auf einen KI-Patch kann man ja immer hoffen – hier würden ggf Mods der Community helfen, mal sehen ob solche erscheinen.

Scando 24 Trolljäger - 50880 - 8. Oktober 2015 - 16:40 #

Habe es mir auch vorbestellt und hoffe auf Patches.

ReD_AvEnGeR 14 Komm-Experte - P - 1815 - 9. Oktober 2015 - 10:42 #

man darf nie irgendwas kaufen in der hoffnung das irgendwas kommt - meine meinung

floppi 24 Trolljäger - - 46163 - 8. Oktober 2015 - 16:46 #

Ernüchternd. Danke für den Test. Ich hatte die Hoffnung Beyond Earth nach etwa 20 Stunden Spielzeit mit dem AddOn wieder rauszuholen, aber so bleibe ich doch lieber bei Civilization 5. Vielleicht mal in einem Sale.

Slaytanic 24 Trolljäger - P - 49038 - 9. Oktober 2015 - 1:16 #

So wird das bei mir wohl auch aussehen.

Drugh 15 Kenner - P - 3254 - 9. Oktober 2015 - 20:41 #

Same here. Ich fand 1-2 Runden BE ganz nett, erinnerte mich sogar positiv an AC. Die Wassergeschichte fand ich allerdings bei AC schon nicht ganz so überzeugend. Im sale wirds aber gekauft und dann noch 1-2 mal durchgespielt. Mehr freue ich mich als Strategiefan auf Anno 2205!

TSH-Lightning 20 Gold-Gamer - P - 20982 - 8. Oktober 2015 - 16:52 #

OK, ist dann wie das Hauptspiel zu schnell ausgelutscht. Das mit der Diplomatie hasse ich sowieso, da es selbst in Civ5 immer vollkommen unlogisch ist.

KlausigerKlaus 13 Koop-Gamer - 1421 - 8. Oktober 2015 - 16:55 #

Danke für den Test, der mich vom Addon wie bfürchtet Abstand nehmen lässt, solange wie beschrieben das neue Diplomatiesystem fehlerhaft ist und mehr verärgert als motiviert. Es ist so schade, dass die Serie so sehr unter der KI leidet und es noch immer nicht zu schaffen scheint, in entscheidenden Bereichen Fortschritte zu vermelden.

Auch wenn ich mir vielleicht ein Böses Wort von Herrn Langer abholen werde - auf dumme Sprüche anderer Nutzer würde ich eh nicht reagieren - hätte ich eine Bitte: Der Satz "Lustig fanden wir Fraktion Numero 4: INTEGR wird von einer verbrämten deutschen Gutmenschin geführt[...]" lässt mich schaudern.
Der Begriff "Gutmensch" hat sich leider als beleidigender Ausdruck speziell von antidemokratischer und rechtsradikaler Seite - so wie der von rechtsradikalen erdachte Ausdruck "Asylant" - etabliert, um ein aus rechtsradikaler Sicht zu naives Vorgehen in der Ausländerpolitik zu brandmarken.
Es ist äußerst schade, wenn er nun hier verwendet wird, da ich Herrn Langer eben diese politische Gesinnung nicht zutraue.
Ich fände es daher klasse, wenn sich solche Wortbedeutungen nicht weiter etablieren würden, auch wenn es bedeuten würde, dass der Satz länger werden würde, um eine etwas zu naive Präsentation der INETGR Fraktion zu belächeln.
Ich wäre Herrn Langer sehr danbkbar für eine Korrektur und hoffe, ich konnte erklären, warum ich darum bittten möchte, ohne Herrn Langer zu beleidigen oder ihn in eine falsche politische Ecke zu drängen.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12779 - 8. Oktober 2015 - 17:33 #

da hatten wir schon mal eine diskussion zu dem thema hier unter einer der nachtkolumne von lenhardt. da wurde auch darauf hingewiesen und interessanterweise wussten das viele nicht. ich will damit sagen, dass man diesen begriff auch in vielen anderen zusammenhängen liest wenn nicht sogar in der mehrheit der fälle.
dass der begriff angeblich eine solch rechtsradikale prägung hat, wurde auch erst in den letzten jahren propagiert, etwa durch den welt-artikel "Wer Gutmensch sagt, verdient sich seinen Shitstorm" oder durch den deutschen journalisten-verband der fälschlicherweise behauptet hat, dass der begriff aus dem dritten reich stammen würde.

von irgendwelchen wortverboten, weil jene oder diese gruppe angeblich den begriff gepachtet hat, halte ich nichts. das an sich ist dann auch wieder gutmenschentum, was ja nach der definition des duden ein "[naiver] Mensch ist, der sich in einer als unkritisch, übertrieben, nervtötend o. ä. empfundenen Weise im Sinne der Political Correctness verhält, sich für die Political Correctness einsetzt".
generell sollte man sich weniger an der wortwahl anderer aufhängen und somit eine diskussion verhindern, sondern sich mit dem eigentlichen inhalt auseinandersetzen. um da mal abschließend den ZDF-journalisten Wolfgang Herles zu zitieren:

"Konformistische Gesellschaften gehen Auseinandersetzungen aus dem Weg, ohne die Probleme zu lösen. Sie verengen den Diskurs. […] Konformismus ist die Degenerationserscheinung einer politikmüden, zugleich tief verunsicherten Gesellschaft. Es zählt, was sich gut anfühlt. Fühlen gilt überhaupt mehr als Wissen und Argumentieren."

Klabauter 12 Trollwächter - P - 879 - 8. Oktober 2015 - 17:40 #

Leider wird der Begriff "Gutmensch" heute idR eben gerade nicht im Sinne eines Diskurses verwendet, sondern um genau diesen abzuwürgen und das Gegenüber zu diskreditieren (als naiv etc).

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12779 - 8. Oktober 2015 - 17:45 #

der begriff soll ja auch abwertend sein.

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 9. Oktober 2015 - 9:19 #

Immer diese Angst vor Verboten... niemand verbietet irgendjemandem etwas. "Gutmensch" ist einfach ein Unwort, dass Diskussionen beenden soll. Die Verwender des Begriffs wollen häufig Diskussionen verhindern, nicht umgekehrt. Zu sagen, dass man das Wort deshalb besser nicht verwenden sollte, ist weder ein Verbot, noch ein Ende der Debatte. Es ist vielmehr eine Aufforderung, über die eigene Wortwahl einen Moment nachzudenken (aber allein diese Aufforderung empfinden ja heute viele als Provokation).

Und dein Zitat finde ich, sofern es nicht völlig aus dem Kontext gerissen wurde, völligen Schwachsinn. Weder leben wir in einer konformistischen Gesellschaft (zumindest nicht mehr als in anderen Zeiten), noch geht es nur ums Fühlen. Aber der Konsens, dass man Probleme nicht durch Gefühle, sondern durch Argumentation löst, ist vielleicht böser Konformismus.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12779 - 9. Oktober 2015 - 9:58 #

aufgrund der wortwahl seines gegenüber diesen in eine bestimmte ecke zu stellen, welche man ignoriert da diese ja verbohrt, dickköpfig, faschistisch oder ewig gestrige wären, ist genau das was eine diskussion verhindert.

gerade bei erhitzten debatten darf man sehr wohl auch sein gegenüber provozieren oder auf unsinnige argumentationen und ablenkungsmanöver hinweisen und dies zum vorwurf machen. das wort 'gutmensch' ist dabei genauso wenig ein unwort wie es 'lügner' oder 'heuchler' ist.

das zitat fande ich an der stelle schon passend. da es generell in den letzten jahren einen trend gab zu immer weniger frei geführten diskussionen, wo man, gerne auch wild und aggressiv, sich mit verschiedensten positionen argumentativ auseinandersetzt.

stattdessen werden stellvertreterdebatten geführt oder diskussionen komplett verhindert. so wurden etwa in den letzten jahren bei immer mehr online-portalen von tageszeitungen und magazinen die kommentarfunktion stark eingeschränkt oder komplett entfernt. die tiefe inhaltiche auseinandersetzung mit themen ist dann oftmals einer schilderung von meinungen und gefühlen gewichen. welche dann bei entsprächen konträren positionen eben nicht mehr zu argumenten führt, sondern stattdessen zu einem moralismus und alarmismus gegenüber redewenungen, positionen oder eben der wortwahl die vermeintlich unhaltbar wären.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 375768 - 9. Oktober 2015 - 10:06 #

Ich möchte sowohl dich als auch Ganesh und ggf. Klabauter bitten, die weitere Diskussion im Forum fortzuführen.

Ihr habt eure Standpunkte dargelegt, ich hatte auf den Eingangskommentar von KlausigerKlaus geantwortet, das reicht aus meiner Sicht. Hier im Thread sollte es vorrangig um den Testbericht und das Spiel an sich gehen.

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12779 - 9. Oktober 2015 - 10:10 #

sry fürs offtopic, wird gemacht chef!

Jörg Langer Chefredakteur - P - 375768 - 8. Oktober 2015 - 18:02 #

Es wäre mir neu, dass Neonazis das Wort Gutmensch mit einem Copyright belegt hätten. Ein Gutmensch ist für mich ein von seiner Rechtschaffenheit und moralischen Überlegenheit überzeugter Mensch, der zur Intoleranz neigt. Naivität schwingt da schon mit, aber nicht einem bestimmten Thema gegenüber.

Dass sich Nazis und andere Wirrköpfe bestimmte Begriffe aneignen und mit eigenen Bedeutungen versehen, ist das eine. Deswegen den eigenen Sprachwortschatz entsprechend zu kastrieren, das andere. Ich würde gerne auch weiterhin Begriffe wie Heimat benutzen dürfen, ohne mich rechtsradikalen Gedankenguts verdächtig zu machen.

Ob "Asylant" tatsächlich eine rechtsradikale Wortschöpfung ist, kann ich nicht beurteilen. Sie erscheint mir sich aber, den Regeln deutscher Sprachverwendung folgend, sehr logisch aus dem Wort Asyl abzuleiten und ist in der Verkürzung griffiger als Asylsuchender. Insoweit möchte ich da meine starken Zweifel anmelden.

Sicher gibt es bestimmte Begriffe, die aus der NS-Zeit "verbrannt" sind, beispielsweise kann man seitdem, trotz der älteren Herkunft des Ausdrucks, nicht mehr guten Gewissens von "bis zur Vergasung" sprechen aus meiner Sicht. Aber Gutmensch zähle ich nicht dazu.

Klabauter 12 Trollwächter - P - 879 - 8. Oktober 2015 - 18:17 #

Das Problem ist nur wenn sich allgemein eine von persöhnlichen Deutungsmuster abweichende Interpretation/Verwendung eines Begriffes durchgesetzt hat.

"In der politischen Rhetorik Konservativer und Rechter wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet.[1] Im Januar 2012 erhielt das Wort bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. Die Jury kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.[2] Mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“."
https://de.wikipedia.org/wiki/Gutmensch

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12779 - 8. Oktober 2015 - 18:25 #

dabei handelt es sich ja nicht um eine andere interpretation. rechte verwenden den begriff gutmensch ja mit derselben bedeutung wie er auch sonst in debatten verwendet wird. vlt solltest du dir auch mal den abschnitt "Herkunft und Verwendung" durchlesen, das ist etwas ausführlicher und differenzierter als die einleitung des artikels.

Klabauter 12 Trollwächter - P - 879 - 8. Oktober 2015 - 19:07 #

Doch es gibt eine erheblichen Interpretationsunterschied: ironischer Gebrauch vs verächtlicher Gebrauch; letzteres ist wohl "Mainstream"

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12779 - 8. Oktober 2015 - 19:59 #

abwertende begriffe kann man natürlich auch immer ironisch verwenden. das ändert natürlich nichts an der eigentlichen bedeutung, sondern hängt vom genutzten kontext ab.

KlausigerKlaus 13 Koop-Gamer - 1421 - 9. Oktober 2015 - 3:22 #

Diese Argumentation muss ich akzeptieren und möchte ja auch nicht aus einem Testbericht eine politische Diskussion werden lassen. Ich hätte eine andere Wortwahl besser gefunden, aber ich akzeptiere Ihre Aussage dazu.

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 9. Oktober 2015 - 9:12 #

Ich würde den Begriff jetzt eher der neuen Rechten als den Neonazis zurechnen. Das Problem an ihm ist die implizite Annahme, dass gemeinsame Regeln ohnehin zu nichts führen, die genau von denen getroffen wird, die von den genau diesen Regeln am wenigsten profitieren würden.

Für mich ist es in jedem Fall ein politischer Kampfbegriff und hat als solcher wenig in einem Spieletest zu suchen...

Sp00kyFox 18 Doppel-Voter - 12779 - 9. Oktober 2015 - 10:02 #

die definition des wortes ist keine speziell politische und es wird auch nicht nur in diesem kontext innerhalb des deutschen sprachgebrauchs verwendet.

Taris 14 Komm-Experte - P - 2038 - 8. Oktober 2015 - 19:11 #

Eigentlich hätte ich mich auf das Addon gefreut, aber wenn sie die Diplomatie so vergeigt haben, werde ich die Anschaffung wohl nochmal überdenken und erstmal abwarten, ob das so gewollt ist oder nachgebessert wird.

Foxhound2011 10 Kommunikator - 518 - 8. Oktober 2015 - 19:24 #

Wir wollen doch nur ein Alphacentaury mit Addon in einer Zeitgemässen Grafik.
Dazu das bewerte Luxus Ressorsen und Handelsystem aus Civ 4. Eventuell Das Religions System aus Civ 5 und Das KapitalUnternehmens System ( Wenn auch Etwas Abgemildert) aus Civ 4 Addon beyond the Sword.
Und das Handlskaravanensystem Aus Civ 5
Wir Wollen PSY Kämpfe und normale Kämpfe. Einen Einheiten Baukasten mit Spezialfähigkeiten. Nachschubtranzportraupen zur Ressorsenerschließung auserhalb der Stadtgrenze. Einen Verbindung zwischen Ökonomy Ökology und dem Planetenabwehr durch die PSY Würmer.
Warum können wir das nicht Kriegen?
Ich glaube ich bleibe bei Alpha Centaury oder Pandora First Contact.

H.E.R.O. 12 Trollwächter - P - 798 - 8. Oktober 2015 - 20:16 #

Bzgl Alpha Centauri:
Falls es das hier noch nicht geben sollte (ich hab jetzt gerade nicht gesucht): Mich würde sehr stark ein "Retro-Test" von Jörg bzgl. Alpha Centauri und Add-on plus Vergleich zu aktuellen Titeln interessieren (losgelöst vom Interface). Gerade weil immer und immer wieder AC genannt wird (selbst damals gespielt, aber dann irgendwie vom "Schirm" verloren). Gibts das schon Jörg?

supersaidla 16 Übertalent - 4302 - 8. Oktober 2015 - 20:55 #

Ist schon echt schade dass die seit Jahren mit der KI und der Spielmechanik nicht weiterkommen.

DalaAufArbeit (unregistriert) 9. Oktober 2015 - 9:06 #

Hm so dramatisch empfinde ich das alles nicht. Im Gegenteil, mir macht Beyond Earth dank dem Add On nun endlich Spaß. Natürlich kommt es nicht an Civ5 heran, aber damit habe ich auch nie gerechnet. Dennoch finde ich die Wertung etwas hart. Aber wie Herr Langer schon sagte: Vielleicht muss ich einfach noch viel länger spielen, bis sich Ernüchterung einstellt. Wobei: Selbst ein schlechtes Civ gefällt mir immer noch besser als so ziemlich alles andere auf dem Markt.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 375768 - 12. Oktober 2015 - 18:06 #

Als Solitär-Spiel kann es bestimmt auch länger Spaß machen. Ist ja nicht unbedingt einfach, aufgrund von Faktoren wie Energiemangel, Gesundheitslevel und so. Nur macht so ziemlich alles, was mit den KI-Parteien zusammenhängt, auf Dauer keinen großen Spaß mehr.

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 9. Oktober 2015 - 9:08 #

Das erste Civ seit vielen Jahren, dass ich nicht sofort haben will. Klar, viele interessante Neuerungen, aber den Schilderungen zufolge scheinen sie ja nicht ausgereift. Gerade wenn ich das zum Diplomatie-System lese: Ja, Warscore ist schön von Paradox-Spielen kopiert, aber warum fehlt deren Möglichkeit, Frieden zu schließen?

Und dann wird mein Hauptproblem mit Beyond Earth offenbar nicht behoben. Civ "in space" war halt sehr uninspiriert, was die Welt angeht. Die Welt und deren Hintergründe waren mit der heißen Nadel gestrickt und das hat man gemerkt...

Jörg Langer Chefredakteur - P - 375768 - 9. Oktober 2015 - 10:09 #

Das ärgert mich ja so: An sich ist dieses neue Diplomatiesystem super (wenngleich geklaut, du denkst an Paradox, ich dachte z.B. an Nobunaga, wo auch bestimmte Handlungen einen festen Punktewert "Diplomatiekapital" kosten), aber zumindest aktuell funktioniert es hinten und vorne nicht.

Aber auch auf Dauer finde ich es enttäuschend, wenn an die Stelle des Feilschens und Zusammenklickens von teils auch mal abstrusen Vereinbarungs-Paketen nur noch das Einsammeln von Boni steht.

Die Präsentation ist insgesamt schon noch "andersweltlicher" geworden, es gibt ein paar große Erkundungsobjekte (z.B. so eine Art riesenhaftes Giganto-Korallen-Gehirn, zu dem es auch eine Quest gibt, oder die Spur eines großen Meteroiten-Einschlags) und du hast den viel ausgeprägteren Meeresboden, dazu die neuen Flora wie die Korallen.

Ganesh 16 Übertalent - 5041 - 9. Oktober 2015 - 10:45 #

Okay, also ist das Erkunden vielleicht ein bisschen besser geworden. Allerdings habe ich in deinen Ausführungen immer noch kein Gesamtkonzept gefunden, dass eine wirkliche Welt glaubhaft macht.

Es gab da mal einen netten Podcast von StayForever zu den Unterschieden von Civ und AC. Civ ist im Prinzip wie ein Euro-Game - das Setting schaffst den anfänglichen Reiz, sich mit dem Spiel auseinanderzusetzen, anschließend übernimmt beim Spieler die Faszination für ein weitestgehend abstraktes Regelkonstrukt. AC war demgegenüber anders, weil die Regeln eher dazu dienen, das Setting zu erkunden.

Das Problem mit "Civ im Weltraum" ist, dass der anfängliche Reiz jetzt nicht mehr lang genug da ist, weil das Spiel nicht auf historische Stereotypen zurückgreifen kann. Es müsste halt eine gute Welt schaffen, es müsste erklären, was, wie, wo, wann passiert ist. Genau darum hat sich Civ:BE gedrückt, weshalb niemand versteht, warum Brasilianer einen Bonus auf Handelsrouten kriegen. Bei Civ hat man hingegen schnell geglaubt, dass die Griechen tolle Diplomaten sind, die Boni auf das Verhältnis zu Stadtstaaten bekommen...

Blacksun84 17 Shapeshifter - - 8794 - 9. Oktober 2015 - 15:41 #

Ich freu mich auf eine Runde nächste Woche, Writing Bull und Christian hatten viel Spaß beim Addon.

Jörg Langer Chefredakteur - P - 375768 - 9. Oktober 2015 - 15:44 #

Ich auch, für etwa 15 Stunden.

Lorin 16 Übertalent - P - 4541 - 9. Oktober 2015 - 17:20 #

Ich warte auf den nächsten Steam Sale. :)

Hanseat 13 Koop-Gamer - 1727 - 9. Oktober 2015 - 18:48 #

Danke für den Test. Ist für mich eine klare Kaufwarnung. Ein Civ das 15 vielleicht sogar 20 Stunden Spaß macht ist halt kein Civ. Sowas erinnert mich an die Warlockspiele. Die machen auch exakt solange Spaß bis man alles verstanden hat und dann denkt man: "Uh das wars?"

Calmon 13 Koop-Gamer - 1307 - 12. Oktober 2015 - 14:39 #

Danke für den Test. Die KI ist mein KO Kriterium. Die Spieleschmieden haben es anscheinend nicht mehr nötig STRATEGIESPIELE eine vernünftige KI zu geben bzw. eigentlich war es schon immer das Hauptproblem. Auch bei Civ & Co.

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