Räuber und Gendarm

Battlefield - Hardline (MP) Test

Stand die Battlefield-Reihe bisher immer für großangelegte Militärgefechte, setzt das von Visceral Games entwickelte Spin-off auf ein Setting mit Polizisten und Verbrechern. Wir haben uns auf der Xbox One bereits etliche Stunden in den Kampf gestürzt, alle Spielmodi und Maps ausprobiert und klären euch über die Neuerungen auf.
Christoph Vent 17. März 2015 - 23:40 — vor 2 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal. Sie zeigen die Xbox-One-Fassung.

Konzeptänderungen bei Spieleserien sind immer eine heikle Sache. Auf der einen Seite werden häufig Neuerungen und Innovation gefordert, auf der anderen Seite gehen gerade eingefleischte Fans schnell auf die Barrikaden, wenn sich dadurch spürbare Änderungen am Gameplay ergeben. Vor einem ähnlichen Problem steht auch Battlefield - Hardline seit seiner Ankündigung im Mai 2014. Vor allem das Setting, das nun auf dem Kampf zwischen Polizisten und Verbrechern basiert – und damit das Militärthema und den Namensursprung komplett über Bord wirft – stieß auf harsche Kritik. Viele befürchteten, dass dieses aufgesetzt wirken und nun auch das letzte Fünkchen Realismus verloren gehen könnte.

Und in der Tat: An ein authentisches Polizei-Szenario erinnert Battlefield - Hardline im Multiplayer-Modus zu keiner Zeit – doch muss sich das ja nicht zwingend mit dem Spielspaß beißen. Wir haben uns gleich zum Start der EA-Access-Phase vergangene Woche ins Getümmel geworfen und seitdem (mit mehr als einem Early-Access-Code, sodass wir nicht auf zehn Stunden begrenzt waren) auf Seiten der Cops beziehungsweise Gangster für chaotische Ordnung respektive ordentliches Chaos gesorgt. In diesem Multiplayer-Test gehen wir auf die Änderungen im Vergleich zu Battlefield 4 (GG-Test: 9.5) ein und verraten euch, wie sich die neuen Multiplayer-Modi spielen. Und wir klären die Frage: Ist Battlefield - Hardline überhaupt noch ein echtes Battlefield?

Klassische Rollenverteilung
Die meisten Karten spielen in und um Los Angeles. Bei der Eroberung einer Villa sehen wir im Hintergrund die Skyline.
Zu Beginn wirkt alles sehr vertraut, daran ändern auch die neuen Bezeichnungen der vier Klassen nichts: Der Sturmsoldat hört nun auf den Namen Operator, der Versorger wird zum Enforcer, der Aufklärer heißt nun Profi, außerdem gibt es noch einen Mechaniker. Bezüglich ihrer Spezialisierungen, insbesondere bei den zwei ausrüstbaren Gadgets, gibt es jedoch sehr wohl Anpassungen. So bleibt der Operator zwar weiterhin ein Sanitäter mit Medikit und Defibrillator beziehungsweise Reanimationsspritze. Mit dem M320-Granatwerfer wird ihm aber eine wichtige Waffe genommen, die besonders im Häuserkampf sehr nützlich sein kann. Die oftmals als "Noobtube" verpönte Waffe wandert stattdessen zum Mechaniker, der mit Maschinenpistolen der Marke MP5K oder MPX ansonsten eher schwach ausgerüstet ist. Mit seiner Fähigkeit, Fahrzeuge zu reparieren, sowie dem Satellitentelefon, einem Spawnpunkt für das eigene Squad, besitzt der Mechaniker dennoch gewichtige Argumente für sich.
 
Waffen und Gadgets gibt's nur noch gegen Kohle.
Der Enforcer bleibt weiterhin der Unterstützer, der seine Kameraden mit neuer Munition versorgt. Bei den Waffen habt ihr hier die Wahl zwischen Schrotflinten wie der 870P Magnum oder Schnellfeuergewehren wie dem Scar-H. Als Gadgets könnt ihr euch unter anderem mit C4 eindecken, das ihr per Fernzünder hochgehen lasst, und mit dem Ballistikschild wehrt ihr feindlichen Beschuss ab. Letzter im Bunde ist der Profi. Er fungiert als Scharfschütze eures Teams. Bei seinen Gadgets erweisen sich vor allem die Laserminen, mit denen sich kleine Levelbereiche vor feindlichem Zugriff absichern lassen, als große Hilfe. Die sogenannte Falle sabotiert das gegnerische Radar mit Fehlinformationen.

Neu ist das Ruf-System, eine Art Killstreak-Belohnung. So dürft ihr euch als Operator nach einer bestimmten Anzahl an gesammelten Punkten ohne Tod entscheiden, ob ihr für den Rest der Runde ein zusätzliches Magazin erhalten oder schneller klettern wollt. Der Mechaniker kann in der ersten von vier Stufen zwischen einer zusätzlichen Granate und einer Schutzweste wählen. Das belohnt natürlich gute oder zumindest vorsichtige Spieler, was völlig in Ordnung ist.

Ohne Moos nix los
Einige Gadgets wie die Gasmaske oder der Kletterhaken stehen, wie sämtliche Granaten, für alle Klassen bereit – vorausgesetzt, ihr habt sie bereits in eurem Inventar. Hier zeigt sich der erste wirklich große Unterschied zu den vorigen Battlefield-Spielen: Anstatt nämlich nach und nach durch euren Rangfortschritt Waffen und weitere Ausrüstung freizuspielen, verdient ihr durch Abschüsse, Teamaktionen und dergleichen Geld. Mit diesem kauft ihr euch wiederum einfach die Gegenstände eurer Wahl, sobald ihr das n
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ötige Kleingeld beisammen habt. Einige Waffen erfordern vorher zwar noch die Erledigung bestimmter Aufträge, insgesamt bietet das neue System aber eine größere Freiheit beim Anpassen eures Charakters.

Zu beachten ist jedoch, dass die meisten Gewehre nur für die Cops oder die Verbrecher verfügbar sind – es reicht also nicht aus, ausschließlich als Polizei-Operator vom Standardkarabiner auf ein Sturmgewehr aufzurüsten. Zudem haben wir das Gefühl, dass die Ausgangswaffen anders als noch in Battlefield 3 und 4 relativ wenig Durchschlagskraft haben und wir daher am Anfang gegen bereits aufgelevelte Gegner merklich unterlegen sind.

Alles in allem ist die Neusortierung der Klassen aber geglückt. Gut gefällt uns auch, dass nicht jeder Spieler auf die gleichen Gadgets setzt. Es ist beispielsweise keinesfalls sicher gestellt, dass ein Operator entweder ein Medikit oder den Defibrillator im Gepäck hat. Stattdessen kann es sich lohnen, je nach Karte und Spielmodus Gasmaske und Seilrutsche einzustecken. Begünstigt wird der schnelle Wechsel im Übrigen durch bis zu fünf Ausrüstungssets je Klasse, die ihr in der laufenden Partie schnell wechseln dürft.
Die Größe der Karten aus Battlefield 4 erreicht Hardline nie. Meist geht es auf eher kompakten Schlachtfeldern zur Sache.
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