Test: Alle Maps, alle Modi

Battlefield 3 MP Test

Im Solomodus haben wir Battlefield gut bewertet, aber doch auch einiges daran auszusetzen gehabt. Wie aber sieht es im Multiplayer-Modus aus, der Paradedisziplin der Battlefield-Serie, die als reiner taktischer Team-Shooter begann? Wir sind dieser Frage mehrere Tage nachgegangen und können Gutes berichten -- aber nicht von Perfektion.
Jörg Langer 29. Oktober 2011 - 22:58 — vor 8 Jahren aktualisiert
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In der Einzelspielerkampagne ist Battlefield 3 zwar ein gutes Spiel (GG-Note: 8.0), bleibt aber deutlich hinter der letztjährigen Konkurrenz Call of Duty Black Ops zurück. Das dürfte alten Fans der Serie schnurzegal sein, denn das eigentliche Herzstück von Battlefield war, ist und bleibt der Mehrspielermodus. DICE schnürt auch in der neuesten Inkarnation ein extrem attraktives Paket mit vielen Variationen der Spielmodi.

Der Koop-Modus
Zunächst wäre da der Koop-Modus zu nennen, in dem ihr mit einem Freund (oder Unbekannten) online sechs Missionen spielen könnt, die sich stark an der Kampagne orientieren. Allerdings haben sie nicht direkt mit der Solokampagne zu tun, ihr erlebt also nicht wirklich neue Story-Aspekte. Erfreulicherweise ist in diesen Einsätzen die Benutzung von Vehikeln nicht so extrem beschränkt, wie das in der Kampagne der Fall ist, wo ihr nur den Panzer (teilweise) selber steuern dürft und ansonsten Beifahrer oder Bordschütze spielt. Im Koop-Part könnt ihr im Hubschrauber als Pilot oder Bordschütze agieren, was wir durchaus spaßig fanden.

Großer Wermutstropfen: Speicherpunkte gibt es in den doch recht langen und schwierigen Missionen nicht – segnet ihr das Zeitliche, müsst ihr alles nochmal von vorn spielen. Schwächen wie die mangelhafte KI, austauschbare Shootouts und die grafischen Defizite der Konsolenvariante sind im kooperativen Teil ebenfalls auszumachen. Doch lange fesseln wird euch der Koop-Spielmodus eh nicht, er stellt nur einen Zwitter zwischen Solomodus und "echtem" Mehrspielererlebnis dar – auch wenn er für Zwischendurch-Partien durchaus nett ist. Aber auf Dauer müssen schon andere Kaliber her...
 
Sterben ist im Koop-Modus an der Tagesordnung, doch wo sind die Savepoints? Es gibt keine...
Alte Spielspaß-Garanten
Den beiden Online-Spielarten „Eroberung“ und „Rush“ gelingt es wesentlich besser, uns für Stunden an den Bildschirm zu fesseln. Zusammen mit mehr oder minder spaßigen Squad-Varianten, bei denen die Spieleranzahl reduziert wird, sowie Standardmodi wie Deathmatch (im Team oder auf sich allein gestellt) ergibt der Mehrspielerteil ein rundes Paket.

In „Eroberung“ ist es euer Ziel, als Teil eines von zwei Teams bestimmte Punkte auf den Karten zu erobern und diese zu halten. Ist mindestens die Hälfte der Ziele unter eurer Kontrolle, verliert das gegnerische Team Respawn-Punkte (Tickets), die es benötigt, um dahingeschiedene Soldaten wiederzubeleben. Verloren hat folglich das Team, dem zuerst die Tickets ausgehen. Mit anderen Worten: Der von Battlefield 1942 erfundene, höchst spannende Modus ist auch in der neuesten Inkarnation enthalten. Was nun wirklich niemanden überrascht.
 
In „Rush“ ist es hingegen euer Ziel, zwei M-Com-Stationen in die Luft zu jagen beziehungsweise zu verteidigen. Wurden zwei Stationen gesprengt, verlagert sich die Frontlinie nach hinten. Dann gibt es neue Ziele. Auch dieser Modus ist keineswegs neu, sondern spätestens seit Battlefield Vietnam bekannt. Doch wie "Eroberung" ist er nach wie vor ein Spaßgarant. Das liegt zum einen am grandiosen Spielgefühl. Selbst auf der Konsole, wo die Zahl der maximalen Spieler mit 24 vergleichsweise gering ist (PC: bis zu 64 Spieler), fühlt man sich tatsächlich als Teil einer Truppe – ohne gemeinsames und vorsichtiges Vorgehen wird das eigene Team schnell dezimiert und ist dem Untergang geweiht. Nur wer bereit ist, sich optimale Deckungen zu suchen, Hinterhalte zu schaffen und die Umgebung zu beobachten ist erfolgreich. Wichtig ist darneben auch die Zusammensetzung des eigenen Teams. Sturmsoldaten können verwundete Mitspieler kurieren, Pioniere reparieren Kriegsfahrzeuge, Versorger verfügen über einen schier unerschöpflichen Vorrat an Munition. Der Aufklärer hingegen ist der Mann fürs Grobe. Ihr wisst schon: Der mit dem großen Ballermann, den er lässig schultert.
 
Neun einzigartige KartenEin großer Pluspunkt sind die neun Karten, die Battlefield 3 bietet. Jede von ihnen ist einzigartig. Die Schnellstraße über Teheran ist durch und durch düster gehalten – tödlich wird es, wenn wir von Gegnern geblendet werden und nicht wissen, von wo genau das Licht herkommt. Deshalb: Beine in die Hand und wegrennen. „Caspian Border“ ist weitläufig und lädt zu ausgedehnten Erkundungstouren ein, während der Ha
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fen zunächst recht offen scheint, sich die Kämpfe aber auf die vielen kleinen Gebäudekomplexe konzentrieren. In ihrer Struktur sind die Maps schnell zu durchschauen und einzuprägen, sie besitzen viele Eigenarten, die es zu nutzen gilt. Konkret: In den Straßen von Paris („Seine Crossing“) sind einige Garagentore sperrangelweit geöffnet. Hier wärt ihr sicher leichte Beute. Andere Garagen sind nur zu einem Fünftel geöffnet, sodass ihr Gegner bequem im Liegen ausschalten könnt, ohne dass diese euch sehen. Dann steht ein paar Querstraßen weiter ein Hotel, das sich super zum Snipern eignet. Oder es wartet ein dunkler Durchgang auf euch, in dem ihr nicht sofort zu sehen seid und dem Gegner auflauern könnt.

Auf anderen Karten verschmilzt euer Tarnanzug quasi mit der Umgebung, ihr werdet unsichtbar. Was für euch gilt, besitzt auch für die Kontrahenten Gültigkeit, weshalb stürmisches Vorgehen sofort bestraft wird. Und immer auf die kleinen Lichtblitze achten, mit denen sich die Zielfernrohre der Scharfschützengewehre verraten. Wir stellen euch die neun Karten in insgesamt drei Zoomboxen genauer vor, die erste seht ihr direkt unter diesem Satz.

Maps 1/3: Schnellstraße, Grenze, Seine

Teheran-Schnellstraße Nur nicht irritieren lassen! Obwohl es zunächst nach viel freiem Gelände aussieht, konzentrieren sich die Gefechte auf wenige Straßenzüge 1. Immerhin lässt die Frostbite-2-Engine auf dieser Map ihre Muskeln spielen – manchmal etwas zu sehr: 2 Immer wieder werden wir stark geblendet, sodass es fast unmöglich wird, den Gegner in der Abenddämmerung auszumachen.
Kaspische Grenze Groß, offen und mit zig Pflanzen bewachsen – wer versucht, sich auf dieser waldreichen Karte zu verschanzen, sollte ein Tarnmuster im Gepäck haben 3. Wenn ihr damit ausgerüstet seid, könnt ihr sogar 4 Vehikel wie diesen Panzer relativ leicht ausschalten – wenn sie nicht von Infanterie abgeschirmt werden.
Seine-Überquerung Paris, die Stadt der Liebe! Doch nicht unser Herzblatt erwartet uns an der Seine, sondern die feindliche Streitmacht. Diese Karte ist ein urbaner Albtraum: 5 Hinter jeder Tür, jedem Garagentor, in jedem Durchgang kann der Tod warten. Hier hilft nur Teamplay. Nützlich ist die titelgebende Seine-Überquerung: 6 Während die Kollegen den Feind ablenken, rudern wir über den Fluss und fallen dem Gegner in den Rücken.

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