Test: Die Größe macht's!

Battlefield 3: Armored Kill Test

Mit der Erweiterung Armored Kill versprach DICE seinen Fans nicht weniger als das ultimative Battlefield-Erlebnis. Seit kurzem steht der DLC inklusive "größtem Schlachtfeld der Battlefield-Geschichte" zur Verfügung. Wir stürzten uns in den Kampf, um die vier neuen Karten und die anderen Neuerungen auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen.
Christoph Vent 13. September 2012 - 14:32 — vor 6 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal


Anfang des Jahres kündigte DICE an, dass nach der ersten Erweiterung Back to Karkand noch insgesamt vier weitere DLCs für Battlefield 3 erscheinen werden, die jede unter ihrem eigenen Motto stehen werde. Und dieser Plan wird eingehalten: Widmete sich die im Juni erschienene zweite Erweiterung Close Quarters hauptsächlich Infanteriegefechten in beengten Bürogebäuden und dreckigen Industrieanlagen, schlägt die dritte einen komplett anderen Weg ein. In Battlefield 3: Armored Kill soll die Serie zu ihren Wurzeln zurückkehren und Fahrzeugschlachten auf weitläufigen Schlachtfeldern bieten – das war bereits bei Battlefield 1942 vor ziemlich genau zehn Jahren der Hauptanreiz.

Armored Shield aus der Luft: Die Karten sind riesig.
Weitläufigkeit gelungen, mit einem ProblemEines können wir dem DLC definitiv nicht absprechen: Abwechslung. Ob verschneite Bergketten im Elburs-Gebirge, grünes Weideland auf Armored Shield, staubtrockene Sanddünen in der Bandar-Wüste oder Kämpfe im Mondschein im Tal des Todes – die vier neuen Karten sind im Terrain grundverschieden. Was die vier Schlachtfelder jedoch gemeinsam haben, ist ihre Weitläufigkeit. Die Maps sind allesamt riesig und übertreffen von ihrer Größe sogar Operation Feuersturm und Kaspische Grenze aus dem Hauptspiel.

In der Praxis bedeutet das im Eroberungsmodus, dem Battlefield-Klassiker, sieben Flaggenpunkte auf dem PC und fünf auf der PS3 beziehungsweise Xbox 360. Doch während sich die bis zu 64 Spieler auf dem PC auf sieben Flaggenpunkte noch gut verteilen, sodass zumindest im Mittel noch je neun Spieler um einen der begehrten Posten kämpfen, sieht das auf der Konsole anders aus: Hier dürfen nur maximal 24 Spieler in die Schlacht eingreifen, was bei fünf Punkten bedeutet, dass wir des Öfteren eine Flagge ohne jegliche Gegenwehr einnehmen konnten. Hat sich eine Partie aber einmal richtig eingespielt, rückt diese Kritik in den Hintergrund, denn meistens konzentrieren sich die Kämpfe auf zwei bis drei Areale, wo sich zwangsläufig die meisten der Teilnehmer sammeln.

Vier neue SchlachtfelderDas Design der Mehrspieler-Karten lässt sich auf ein Wort herunterbrechen: wunderschön! Im Elburs-Gebirge beispielsweise startet eine der beiden Seiten – erneut bekriegen sich russische und US-Truppen – in einem Waldgebiet. Direkt neben dem Stützpunkt befindet sich ein zugefrorener See, den wir sogar mit schweren Panzerfahrzeugen befahren und somit als Abkürzung nutzen können. In der Ferne ragt das unübersehbare namensgebende Gebirgsmassiv empor. Begegnet uns unten im Tal nur leichter Schneefall, sieht das auf dem Weg zu den höhergelegenen Eroberungspunkten schon ganz anders aus, denn hier schaut unter dem Schnee kein Grashalm mehr hervor. Diese Karte ist sicherlich auch ein Tribut an die Fans, die sich seit dem Release von Battlefield 3 eine Winterkarte, wie es sie auch in Battlefield – Bad Company 2 gab, wünschten. Im Elburs-Gebirge zeigt sich jedoch auch ein Vorteil der großen Maps: Unsere ersten drei Runden auf diesem Schlachtfeld spielten sich alle komplett unterschiedlich. Während wir im ersten Spiel vorrangig versuchten, die drei Punkte oben auf dem Berg einzunehmen und zu halten, kümmerten wir uns in der zweiten Partie ausschließlich um das Bergdorf und die Angelhütte am Ufer des Sees. In der dritten saßen wir meist im Helikopter und hatten den vollen Überblick. So flogen wir unentwegt unsere Runden und unterstützten unsere Teamkameraden sowohl im Tal als auch oben im Gebirge.

Auf den anderen Karten sieht es ähnlich aus. Wer bisher dachte, Kaspische Grenze würde viel Natur bieten, hat noch nicht Armored Shield gesehen: Zwischen den Flaggenpunkten liegen oft hunderte Meter ungenutzten Weidelands. Auf einer der Wiesen sehen wir sogar noch die Überreste einer Panzerschlacht – ein atmosphärisches Novum in Battlefield 3. Natürlich handelt es sich nicht um plattes Weideland. Immer wieder verhindern Hügel die Sicht, was ideal für Panzerangriffe aus dem Hinterhalt ist.

In Tal des Todes verschlägt es uns hingegen in die Dunkelheit. Der Grad der Beleuchtung ist in etwa mit Teheran Schnellstraße zu vergleichen, nur dass es hier wenige Häuserkämpfe gibt. Stattdessen liegen auch hier zwischen den Eroberungspunkten weite Wege, für die ihr ein Fahrzeug euer Eigen nennen solltet. Gekreuzt wird die Karte von Brücken, auf denen sich insbesondere Sniper gerne positionieren.

Das letzte der vier Schlachtfelder ist zugleich auch das gewaltigste – laut Aussage der Entwickler sogar das größte der Battlefield-Geschichte. In Bandar-Wüste müssen wir erstmal einen langen Weg über Sanddünen zurücklegen, bevor wir überhaupt den ersten Flaggenpunkt erreichen. Das Ziel unserer Reise ist eine lange Straßenmeile, auf der sich gleich mehrere der zu erobernden Punkte befinden. Sollte unser Vehikel wieder mal zerstört werden, bieten uns allerlei Wohnhäuser und Zäune Schutz vor Fahrzeugen und Scharfschützen. Am anderen Ende der Map liegt hingegen ein großer Militärstützpunkt, der regelmäßig als Schauplatz für hart umkämpfte Gefechte dient.
Links: Ein Jet hat sich an unser Gunship geheftet. Rechts: Mit der neuen Luftabwehr schießen wir das Gunship ab.

Mehr FahrzeugeBattlefield 3: Back to Karkand lieferte neue freischaltbare Waffen und Fahrzeuge, Close Quarters beschränkte sich auf erstere – und Armored Kill, wenig überraschend, auf letztere. So bereichern ab sofort spezielle Panzerzerstörer die Schlachten, die besonders für den Einsatz gegen schwere Vehikel gedacht sind und neben dem Hauptfahrer auch mehreren Beifahrern Platz bieten. Die mobile Flugabwehr hingegen ist ein Einsitzer, dessen Alternativwaffe, ein sehr schnell feuerndes Maschinengewehr, besonders gut gegen Infanterie geeignet ist. Zudem könnt ihr ab sofort auch in die mobile Artillerie steigen. Obwohl das dicke Gefährt zwei Plätze bietet, kann nur ein Spieler einsteigen und entweder das Steuer übernehmen oder die Kanone bedienen. Das hat seinen Grund, denn schon im Stand ist die Artillerie nur mit viel Übung zu gebrauchen. Da sie ausschließlich für den Gebrauch auf Distanz gedacht ist, müssen wir erst herausfinden, welchen Winkel wir für welche Entfernung einstellen müssen. Bei voller Fahrt wäre das ein Ding
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der Unmöglichkeit. Haben wir aber einmal den Umgang mit ihr erlernt, ist die mobile Artillerie äußerst mächtig. Alle neuen Fahrzeuge besitzen darüber hinaus neue Freischaltungen wie die nützliche Thermalsicht, die wir uns erst erspielen müssen. Mit Armored Kill finden übrigens auch die aus Bad Company 2 beliebten Quads (inklusive Hupe!) ihren Weg zurück ins Spiel.

Der König unter den neuen Fahrzeugen ist allerdings das Gunship, das hoch über der Szenerie seine Runden dreht. Wer im Besitz dieses Monsters ist, hat einen gewaltigen Vorteil, denn von dort oben lässt sich fast jedes Ziel unter Beschuss nehmen. Um das Gunship zu bekommen, muss ein bestimmter Flaggenpunkt auf der Karte gehalten werden. Sobald es das nächste Mal erscheint, kann das Flugzeug von bis zu zwei Spielern besetzt werden – die dann allerdings auch als Unterstützung bei der Eroberung von Flaggen fehlen. Selber steuern dürfen wir die fliegende Waffenplattform allerdings nicht, stattdessen kreist sie auf vorgegebenen Routen. Zudem ist das Gunship nicht unzerstörbar, insbesondere geübte Jetpiloten holen es schneller vom Himmel, als es uns manchmal lieb ist.
Die mobile Artillerie ist extrem mächtig – wenn man denn mit ihr umgehen kann, was ziemlich knifflig ist.

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