Test: Das Actionspiel der Könige

Battle vs. Chess Test

Steckbrief
DSLinuxMacOSPCPS3PSPWii360
Karten-/Brettspiel
12
17.05.2011
Link
Amazon (€): 2,64 (), 7,99 (), 40,00 (PlayStation 3), 19,99 (Nintendo Wii)
GMG (€): 19,99 (STEAM), 17,99 (Premium)
Testvideo
Battle Chess meets Archon: Mit einer Prise Echtzeit-Gemetzel, aufgemotzter Grafik und der bewährten Fritz-Engine unter der Haube versucht Topware, frischen Action-Wind ins Schach-Genre zu hauchen. Doch sind es wirklich die Spezialmodi und Hektik-Einlagen, mit denen Battle vs. Chess glänzen kann, oder nicht doch das klassische Schach?
Florian Pfeffer 30. Mai 2011 - 23:42 — vor 9 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots im Artikel wurden von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews.

Gut gegen Böse, Weiß gegen Schwarz, Mensch gegen Maschine, Jörg gegen Fritz. Beim Schach herrschen klare Verhältnisse. Dennoch ist das Spiel der Könige alles andere als einfach zu meistern, auch wenn die Regeln selbst von Zwölfjährigen in ein paar Minuten durchblickt sind. Battle vs. Chess könntet ihr in klassischer Manier mit simulierten Holzfiguren auf einem simulierten Schachbrett aus demselben Material spielen, gegen die wohl spielstärkste Endkunden-Schach-Engine (Fritz). Dann würden euch allerdings die gelungenen Animationen der Figuren, die hübschen Hintergründe und vor allem die Spielmodi "Duell" und "Slasher" entgehen, bei denen nicht nur Grips, sondern auch Reaktionsgeschwindigkeit und genaue Kenntnis der Lage der verschiedenen Buttons auf euerem Joypad gefragt sind.

Diese beiden Modi sind gleichsam das Alleinstellungsmerkmal von Battle vs. Chess. Im Kern spielt ihr hier nach wie vor nach den klassischen Schachregeln, jedoch nur solange, bis ihr eine gegnerische Figur schlagt oder der Kontrahent euch attackiert. Dann nämlich wechselt die Ansicht automatisch und eure Figur wird in eine Kampfarena versetzt, wo ihr deren Kontrolle übernehmt und in Nahaufnahme gegen den Feind antreten müsst. Allerdings dann doch nicht so, wie das Veteranen bei Archon so geliebt haben...

Duell: Engel und DämonenIm Duell-Modus beginnt nun ein Zweikampf-Minispiel, bei dem die am Bildschirmrand erscheinenden Tasten im richtigen Moment gedrückt werden müssen, um dem Gegner einen Schlag zu versetzen und damit Schaden zuzufügen. Das wirkt ein wenig so wie bei typischen Musikspielen. Jeder gelungene Hieb zieht ein wenig von der Lebensenergie des Rivalen ab, je nachdem wie akkurat die richtigen Buttons gedrückt wurden. Auch die Wertigkeit der Figuren spielt dabei eine Rolle: Als Dame könnt ihr einen feindlichen Bauern mit ein bis zwei gut platzieren Schwertstreichen niederstrecken, im umgekehrten Fall werdet ihr viele lange Button-Sequenzen korrekt drücken müssen, um überhaupt einen Schlag anzubringen.

Was die Schwierigkeit dieses Minispiels betrifft, so ist der Angreifer normalerweise immer ein wenig im Vorteil, was aber nicht heißt, dass Angriffe nicht auch abgewehrt werden können. Gelingt euch solch eine erfolgreiche Verteidigung, so werden die normalen Schachregeln außer Kraft gesetzt und der Aggressor kann den Zug nicht ausführen und muss auf sein ursprüngliches Feld zurück ziehen. Wenn der Angreifer das Minispiel gewinnt, bleibt alles beim Alten und die Figur wird geschlagen. Wurde die Lebensenergie während des Kampfs dezimiert, so wird dies anhand eines grünen Balkens angezeigt und die Figur zieht beim nächsten Duell geschwächt aufs Schlachtfeld.

Slasher-Modus: Dynasty Warriors Lite
Ähnlich spielt sich der Slasher-Modus ab, bei dem die beiden Kontrahenten aber nicht Mann gegen Mann beziehungsweise Engel gegen Dämon antreten, sondern von einigen KI-gesteuerten Fig
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uren unterstützt werden. Ihr übernehmt die Steuerung der angreifenden oder angegriffenen Schachfigur und könnt diese frei über das Schlachtfeld bewegen. Im (sehr) groben Stil von Dynasty Warriors setzt ihr eurem Gegner mit dem Schwert, dem Zauberstab oder (im Falle des Turms) einfach nur mit den blanken Fäusten ordentlich zu. Habt ihr ein paar erfolgreiche Schläge angebracht, könnt ihr eine Spezialattacke auslösen, die ordentlich Schaden verursacht. Der Kampf geht in diesem Modus so lange weiter, bis eine Partei alle Figuren auf dem Schlachtfeld verloren hat. In diesem Zusammenhang fiel uns die teils sehr schüchterne KI negativ auf: Ist die von euch gesteuerte Figur besiegt, agieren die KI-Kämpfer sehr defensiv. Sind gar beide Spielerfiguren "tot", umkreisen sich die Unterstützer bisweilen gegenseitig, ohne einen Angriff zu wagen. Ihr seid währenddessen zum Zuschauer degradiert. Mit den stark unterschiedlichen Figuren aus Archon (siehe Kasten) und dessen ultraschnellem Spielgefühl kann Slasher es zu keiner Zeit aufnehmen, nach viel Herumprobieren entschieden wir uns dazu, mit reinem Button Mashing in diese Kämpfe zu gehen.
Im Duell-Modus legt sich unsere Dame (links) gerade mit einem gegnerischen Springer an. Jetzt gilt es, im Guitar-Hero- oder Brütal-Legend-Stil gut getimet die Buttons zu drücken, die in der Leiste links nach unten fallen.
 
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