Superhelden-Sause mit PC-Problemen

Batman - Arkham Knight Test

Mit Arkham Asylum und Arkham City legte Rocksteady die Messlatte extrem hoch. Im dritten Teil soll das Batmobil für genügend frischen Wind sorgen, um jeden Hauch von Ermüdungserscheinung im Ansatz zu ersticken. Geht die Taktik der Engländer auf? Wir haben Arkham Knight durchgespielt und uns über die PC-Release-Fassung gewundert.
Karsten Scholz 22. Juni 2015 - 22:23 — vor 4 Jahren aktualisiert
Batman - Arkham Knight ab 19,99 € bei Green Man Gaming kaufen.
Batman - Arkham Knight ab 30,18 € bei Amazon.de kaufen.
Alle Screenshots stammen von GamersGlobal.

Update 23.6.2015: Wir haben eine 4. Seite zum Test hinzugefügt, die sich speziell mit der PC-Version beschäftigt.

Update 9.7.2015: Die PC-Version ist immer noch nicht wieder kaufbar, Steam kündigt sie für Mac, Linux und PC für "Herbst 2015 an, wenn Warner die Leistungsprobleme im Spiel" (siehe Test-Seite 4) behoben hat.


Während das Kino seit geraumer Zeit von Marvel dominiert wird, liegt die PC-und Konsolenwelt seit 2009 ganz klar in der Hand von DC Comics. In jenem Jahr zeigte Rocksteady mit Batman - Arkham Asylum (GG-Test: 9.0) nämlich, wie eine gute Lizenz-Umsetzung auszusehen hat. Die Story war spannend, die Grafik eine Wucht und das Kampfsystem so knochen- wie bahnbrechend. An jeder Ecke gab es zudem Fan-Service vom Feinsten. Zwei Jahre später gelang es den englischen Entwicklern sogar, ihr Erstlingswerk mit Arkham City (GG-Test: 9.5) zu übertrumpfen, das außerdem eine echte Open World als Element einführte. Danach war eine kleine Pause angesagt, denn dann übernahm Warner Brothers Montreal das Entwickler-Ruder und produzierte mit Arkham Origins (GG-Test: 9.0) ein waschechtes Prequel, in dem die Anfänge des dunklen Ritters beleuchtet werden. Auch hier stimmte die Qualität, auch wenn sich Ermüdungserscheinungen nicht verbergen ließen.

Seit Arkham City hat Rocksteady keineswegs die Beine hochgelegt, sondern fleißig am großen Finale ihrer Batman-Trilogie gezimmert. Das Open-World-Action-Adventure-Prügel-Funracer-Spiel Batman - Arkham Knight soll der größte, schönste und überhaupt beste Teil der Serie werden. Damit das klappt, spendieren die Entwickler ihrem Helden dessen berühmten fahrbaren Untersatz, der Dächer besteigen, Minen entschärfen und Panzer im Dutzend zerstören kann. Dazu gibt es kleine, aber feine Neuerungen für die altbewährten Spielmechaniken sowie jede Menge erinnerungswürdige Begegnungen mit befreundeten Mithelden und fiesen Superschurken. Klingt nach einem perfekten Finale, oder?
Wer würde dafür nicht seinen Golf hergeben...
 
Ein diabolisches DuoBatman - Arkham Knight versteht sich als waschechte Fortsetzung und spielt einige Monate nach den Ereignissen von Arkham City: Gotham muss evakuiert werden, weil Oberfiesling Scarecrow mit einer stadtweiten Verbreitung seines tödlichen Angstgases droht. Einzig ein paar Polizisten, angeführt von Commissioner Gordon, und natürlich Batman halten vor Ort die Stellung. Dass den Verbrechensbekämpfern nicht langweilig wird, liegt an den hiesigen Ganoven, die sich vor der Evakuierung gedrückt haben und seitdem die Stadt unsicher machen. Zu allem Überfluss taucht auch noch ein gewisser Arkham Knight auf, der unzählige Kampfdrohnen sowie eine Armee von Soldaten im Gepäck hat und, ihr ahnt es, überhaupt gar nichts Gutes im Schilde führt.

Der Riddler hat erneut überall in der Stadt Rätsel hinterlassen. Bis ihr die alle geknackt habt, vergehen etliche Stunden.
Mehr wollen wir von der Story nicht verraten, da  es einfach zu viel Spaß macht, den Ereignissen zu folgen, über die Wendungen zu staunen und sich das eine oder andere Mal von den Entwicklern aufs Glatteis führen zu lassen. Und das, obwohl der Arkham Knight als titelgebender Antagonist ziemlich blass bleibt und andere wichtige Figuren wie der Pinguin oder Two-Face im großen Reigen untergehen. Fans der Comics werden zudem nicht lange brauchen, um die Identität des geheimnisvollen Ritters aufzudecken.

Dafür wird es den Comic-Liebhabern ausgesprochen gut gefallen, dass die Verbündeten von Batman in Arkham Knight eine deutlich größere Rolle erhalten als in den Vorgängern. So löst ihr gemeinsam mit Catwoman Riddler-Kopfnüsse oder prügelt euch an der Seite von Robin durch ein Filmtheater. Beides macht gleich doppelt Spaß, weil ihr per Knopfdruck zwischen beiden Figuren wechseln und sogar gemeinsame, spektakulär inszenierte Combos auslösen dürft.
Wenn ihr nicht gerade mit eurem Batmobil durch Gotham rauscht, bewegt ihr euch bevorzugt gleitend von Ort zu Ort.

Technik, die begeistert – auf PS4Überhaupt ist die Inszenierung wieder eine der größten Stärken im neuen Batman. Das durch die modifizierte Unreal Engine 3 dargestellte Gotham strotzt nur so vor Details, gleiches gilt für die knackig scharfen Charaktermodelle oder die hübschen Licht- und Schattenspiele. Matschtexturen findet ihr selbst mit einer Lupe nicht, dafür wird euch vom ersten Moment an die enorme Weitsicht auffallen, die besonders dann zur Geltung kommt, wenn ihr euch auf eines der höheren Gebäude Gothams zurückzieht. Wer jetzt befürchtet, dass er die hohe grafische Qualität mit Performance-Einbrüchen und häufigen Ladezeiten bezahlt, den können wir beruhigen: Das Spiel läuft auf PS4 zu jeder Zeit butt
Anzeige
erweich, Ruckler konnten wir keine feststellen (Infos zur PC-Version folgen). Auf Ladescreens trefft ihr nur, wenn ihr das Zeitliche segnet. Innerhalb der Spielwelt fügt sich alles nahtlos aneinander, was übrigens auch für die Zwischensequenzen gilt, die direkt in die Spielegrafik übergehen. Die Cutscenes werden erneut kinoreif präsentiert und in gewohnt hochwertiger Manier mit Kamerafahrten und Perspektivwechseln aufgepeppt.

Im Gegensatz zu Arkham Origins stimmt dieses Mal auch die Soundabmischung, sodass die sehr guten englischen und deutschen Sprecher voll zur Geltung kommen. Da können wir auch über die ab und an fehlende Lippensynchronität hinwegsehen. Überhaupt ist das Sound-Portfolio von Batman Arkham Knight erste Sahne. Die Musikstücke und Soundeffekte passen einfach wie die Faust des dunklen Ritters aufs Auge eines Ganoven. Besser kann man die Atmosphäre der Comic-Vorlage einfach nicht einfangen!

Beachtet bitte: Diese Aussagen treffen voll nur auf die PS4-Fassung zu. Die Xbox-One-Version liegt uns bislang nicht vor, auf die spielspaßsenkenden Probleme der PC-Release-Fassung gehen wir auf der letzten Artikel-Seite umfangreich ein.
Bösewichte-Reigen
In Arkham Knight hat sich erneut die Beletage des Bösen zusammengefunden. 1 Scarecrow droht etwa damit, die gesamte Stadt mit einem Nervengas zu kontaminieren. 2 Two-Face und der Pinguin nutzen das Chaos, um ihre eigenen Pläne zu verfolgen. 3 Auch die knapp bekleidete Poison Ivy ist wieder mit dabei. 4 Genau wie Harley Quinn, die der Fledermaus nur zu gerne die Flügel stutzen möchte. 5 Firefly macht derzeit das, was er am besten kann: Brände legen. 6 Schade nur, dass ausgerechnet der namensgebende Arkham Knight als Oberschurke ziemlich blass bleibt.
 
Thumbnail 1 Thumbnail 2 Thumbnail 3 Thumbnail 4 Thumbnail 5 Thumbnail 6
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 484 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.