Test des Klassiker-Remakes

Baphomets Fluch Director's Cut Test

Die Baphomet- oder Broken-Sword-Serie gilt als eines der großen Grafikadventure-Werke. Nun können auch DS- und Wii-Rätselfüchse dem uralten Tempelritter-Orden hinterherspüren -- mit neuen Szenen, bekannten Schauplätzen und Verschiebe-Puzzles.
Philipp Spilker 23. Mai 2009 - 12:49 — vor 9 Jahren aktualisiert
Wii DS
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1996, an einem schönen Sommertag, saß im Adventure Baphomets Fluch: Der Schatten der Tempelritter George Stobbard vor einem Straßencafé in einer abgelegenen Pariser Seitenstrasse und ließ sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Plötzlich wurde das Gebäude in die Luft gejagt. George überlebte und traf am Tatort schon bald auf Nico Collard, ihres Zeichens Journalistin. Und kurz darauf schon wurden die beiden hineingezogen in eine Verschwörung, die in Verbindung mit dem längst ausgestorben geglaubten Orden der Tempelritter stand und sie des Öfteren ins Lebensgefahr brachte. Diese Story hat nun Ubisoft für Wii und DS erneuert und Baphomets Fluch Director's Cut genannt.


Zur DS-Fassung

Wir haben die Wii-Version getestet, wollen aber auch einige Worte zur DS-Fassung schreiben: Diese ist inhaltlich fast identisch, muss aber -- obgleich das technisch nicht unmöglich gewesen wäre -- auf Sprachausgabe verzichten. Was angesichts der überwiegend sehr guten Sprecher schade ist. Auch ist natürlich die Auflösung geringer, wobei dies angesichts der Comicstil-Grafik nicht sonderlich schwer ins Gewicht fällt. Während Sprechblasen in der Wii-Fassung, wie früher am PC, direkt über die Figuren eingeblendet werden, sieht man auf DS Close-Ups (eine Neuerung des Diector's Cut) nebst Text der Sprechenden im oberen Schirm -- so werden die Charaktere noch "greifbarer".

Wer noch die alte Fassung von Baphomets Fluch für den Gameboy Advance kennt (die übrigens auch auf dem DS noch läuft...), freut sich binnen Millisekunden über die Touchscreen-Steuerung -- kein Vergleich zum umständlichen Steuertasten-Herumfuhrwerken der alten Mobilfassung. Und auch wenn durch die fehlende Sprachvertonung doch einige Atmosphäre verloren geht (was wir mit einer halben Note Wertungsabzug ahnden): Die DS-Version könnte für manchen die bessere Alternative zur Wii-Fassung darstellen. denn das Rätseln macht auch mobil Spaß, und nicht zuletzt ist Baphomets Fluch Director's Cut auf DS und 10 Euro als die Wii-Version.

Neu: Auch Nico ist spielbar

Als Nico am Bootshaus: Unser Video zeigt einen kompletten Abschnitt nebst Schieberätsel in einer der neuen Szenen.

Alle aus dem Original bekannten Elemente sind auch in Baphomets Fluch: The Director’s Cut vorhanden. Doch noch bevor George Zeuge der Explosion wird, hat Nico nun in einem hinzugefügten Seitenstrang der Geschichte bereits einige exklusiv für den Director's Cut entworfene Rätsel gelöst. Und auch wenn mit den Tempelrittern weiterhin nicht zu scherzen ist: George und Nico können in der Neuauflage des Spiels nicht mehr sterben. Im Original gab es noch diverse solcher Szenen, in denen die Protagonisten, wenn sie nicht unter Zeitdruck schnell die richtige Handlung durchführten, das Zeitliche segnen konnten. Das findet man anno 2009 offensichtlich zu schlimm für zarte Spielergemüter.

Eine nächtliche Tatorterkundigung.
Gestorben wird in der Neuauflage des Adventure-Klassikers aber dennoch weiterhin fleißig, wenn auch nicht vom Spieler. So beginnt der neu hinzugefügte Seitenstrang der Story auch direkt damit, dass Nico der Einladung eines einflussreichen Medienmoguls, ihn exklusiv zu interviewen, deswegen nicht folgen kann, da besagter Mogul kurz zuvor umgebracht wird. Nico, deren zweiter Vorname „Neugierde“ sein könnte, beginnt sofort mit ihren privaten Ermittlungen, die sie unter anderem in die Villa des Ermordeten und in geheime Katakomben unterhalb des alten Pariser Justizpalasts führen. Der größte Teil der Wii-exklusiven neuen Abschnitte wird direkt zu Beginn des Spiels von euch erkundet, wenn die Vorgeschichte aus Nicos Sicht erzählt wird. Zudem wird bis zu ungefähr der Hälfte des Spiels immer wieder mal ein neuer Abschnitt in die bisherige Story eingefügt. Und auch in den Abschnitten des Originals werdet ihr ab und an auf erweiterte Rätsel treffen, die dann oft als Minispiele daherkommen.

Der komfortable Dialogscreen. Oben erscheinen dieGesprächsthemen als Icons, unten die Inventargegenstände.

Der verlängerte Zeigefinger

Dank der Wii-Remote geht die Steuerung fast genau so gut vonstatten wie mit Maussteuerung am PC. Kontextsensitive Symbole verraten euch, ob ihr Gegenstände mit der A-Taste benutzen oder mit der B-Taste untersuchen könnt. Auf das Inventar greift ihr mit dem Steuerkreuz der Fernbedienung zu. In Dialogen werden alle Inventargegenstände, über die ihr euer Gegenüber ausfragen könnt, im unteren Teil des Bildschirms eingeblendet. Im oberen Teil sind weitere Gesprächsthemen zu sehen, deren Menge davon abhängt, wie viel ihr schon über den jeweiligen Dialogpartner wisst. Das von euch gewünschte Thema wählt ihr per Klick aus: sehr komfortabel. Da zudem auf Wunsch ein kleines Tutorial verfügbar ist, dürfte auch Adventure-Neulingen der Einstieg in Baphomets Fluch: The Director’s Cut leicht fallen.

Sogar ein "Mehrspielermodus" wurde in den Director’s Cut eingebaut! Der jedoch ist äußerst nutzlos und wird seinem Namen nicht gerecht. Er besteht lediglich daraus, dass ein zweiter Spieler sich mit seiner Wii-Remote registrieren kann. Mit einem transparenten Zeiger auf dem Bildschirm kann dieser dann auf Gegenstände zeigen, die er für wichtig hält, die Kontrolle über die eigentliche Bedienung behält aber weiterhin der erste Spieler. Mit diesem Modus also wird nur die Batterieladung einer zweiten Remote verschwendet, denn: Tipps über das weitere Vorgehen kann man sich auch genauso gut mündlich geben.

Das ist nur einer von vielen Ermordeten, denen ihr im Spiel begegnen werdet. Was wusste er?

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