Test: Addon? Eher ein DLC!

Bad Company 2: Vietnam Test

Die (für PC-Spieler) erste kostenpflichtige Erweiterung zu einem der besten Solo- und Multiplayer-Shooter schickt euch in den Dschungel, genauer gesagt nach Vietnam. Euer hochmodernes Kampfgerät aus dem Hauptprogramm muss dabei zu Hause bleiben. Ob das Spaß macht? Ob die neuen Maps gelungen sind? Wir haben es für euch getestet.
GG-Redaktion 17. Dezember 2010 - 15:41 — vor 6 Jahren aktualisiert
PC
Vor einem knappen Jahr schickte sich Battlefield - Bad Company 2 an, frischen Wind in das zuletzt eher alternativlose Feld der Multiplayer-Shooter zu bringen. Seit Modern Warfare dominiert fast ausschließlich die bekannte Call of Duty-Serie aus dem Hause Activision diesen Bereich, der damalige direkte Konkurrent Modern Warfare 2 verkaufte sich millionenfach.

Doch der Angriff seitens Electronic Arts beziehungsweise D.I.C.E. gelang: Dank frischer Ideen, spannender Maps und Spielmodi sowie zerstörbarem Terrain gewann Bad Company 2 viele Fans und überzeugte auch die GamersGlobal-Redaktion (GG-Test: 9.0). Am 21. Dezember 2010 erscheint nun mit Battlefield - Bad Company 2: Vietnam das erste Addon. Dieses widmet sich ausschließlich dem Multiplayer-Part, bietet also keine neue Kampagne für Solokämpfer. Auch sonst gibt es nichts spielmechanisch Neues. Die eher im DLC-Bereich angesiedelten 12,95 Euro bringen euch im Prinzip nur vier neue Maps und einen neuen Grafikanstrich -- wir ordnen deshalb dieses "Addon" als DLC ein, obwohl es im Laden verkauft wird. Ob sich die Anschaffung lohnt, verrät euch unser Test.

Matschig-dreckig präsentiert sich der Vietnam im Addon zu Battlefield - Bad Company 2. Die Weitsicht ist absichtlich durch den Nebel eingeschränkt und macht Distanzschüsse mitunter deutlich schwieriger.

Ab in den Dschungel

Der Schauplatz des Addons ist, wie der Name bereits vorsichtig nahelegt, Vietnam. Um Zugriff auf die neuen Inhalte zu bekommen, müsst ihr im Hauptmenü von Bad Company 2 einen entsprechenden Menüpunkt aufrufen. Dann schaltet das Spiel in die "Vietnam-Variante", und fortan habt ihr im Mehrspielermodus Zugriff auf vier komplett neue Karten. Diese lassen sich allesamt in den bekannten Spielmodi Rush, Eroberung, Squad-Ops Rush und Squad-Ops Eroberung starten. Neue Spielmodi sind nicht hinzugekommen.

Was zu Beginn einer Partie sofort auffällt, ist der generell sehr dreckige Look der Szenarien. Grau, braun und olivgrün sind die dominierenden Farben. Auch die Gewässer und Pfützen weisen den typischen Urwald-Schlamm auf. Gut so, finden wir, denn dadurch wirkt das Setting glaubwürdiger. Wir sind schließlich nicht auf einer 14-tägigen Pauschalreise in der Karibik unterwegs! Doch wie fallen sie nun aus, die neuen Maps? Sind sie optisch gelungen? Haben sie ausreichen spielerische Tiefe, erlauben sie unterschiedliche Taktiken und gibt es die von den Entwicklern versprochenen alternativen Laufwege? Um es gleich vorwegzunehmen: Vieles ist den Entwicklern gut gelungen, aber leider längst nicht alles...

1. Map: Aussichtspunkt
Dichter Dschungel? Fehlanzeige! Immerhin gibt es die typischen Bambushaine, wenn diese auch mitunter etwas spärlich ausfallen...

Alle Maps in Bad Company 2: Vietnam unterscheiden sich deutlich voneinander. Auf der Karte "Aussichtspunkt" gibt es etwa ein in den Bergen gelegenes Dorf der Vietnamesen, weiter unten im Tal befindet sich ein US-Stützpunkt. Dazwischen liegen ein Fluss und mehrere Reisfeld-Terrassen. Das freut insbesondere diejenige Fraktion, die den Höhenvorteil für sich ausnutzen kann: Die Reisfelder lassen sich nämlich wunderbar abwärts klettern, hinauf kommen Gegner allerdings nicht.

Hinter dem Dorf liegt dann noch eine größere Ebene mit Wassergräben und weiteren Feldern. Weniger schön: Gerade im Vergleich zu einigen Karten des Hauptspiels fällt uns auf, dass wenig Vegetation vorhanden ist. Zwar lassen sich die einen oder anderen Bambuspflanzen entdecken, aber von einem dichten Dschungel ist die Karte weit entfernt. Das ist gleich doppelt schade, denn zum einen fällt dadurch das spannende Duo "Deckung suchen, Deckung kaputtschießen" weg, wodurch Zerstörungsorgien wenig optische Resonanz erfahren. Zum anderen fallen die etwas tristen Bodentexturen negativ auf. Auch die Häuser wirken mangels darin befindlicher Objekte seltsam verlassen -- hier haben die Entwickler Potenzial verschenkt.

Dürfen in keinem Vietnam-Shooter fehlen: der Flammenwerfer und der Hue-Helikopter.

2. Map: Hill 137

"Hill 137" ist eigentlich nur ein kleiner bergiger Uferstreifen mit ein paar Schützengräben, aber ohne echte Höhepunkte... -- so der erste Eindruck. Bis ihr dann über eine Kuppe gelangt und freien Blick auf einen riesigen, vom Napalm vollständig zerstörten Berg bekommt. Wow! Kein Baum steht mehr, stattdessen seht ihr überall verkohlten Boden. Vereinzelt züngeln noch Flammen zwischen den Steinen hervor. Eine ähnliche Szene gab es jüngst bereits in Call of Duty - Black Ops, aber auch in Bad Company 2: Vietnam wirkt sie beklemmend und grandios zugleich. Der Nachteil ist aber auch hier -- in diesem Falle logischerweise! -- die fehlende Vegetation. Denn was zunächst einmal beeindruckend aussieht, führt in der Praxis zu eher langweiligen Distanzduellen -- die Sichtweite ist einfach enorm. Immerhin gibt es einige Hindernisse wie Steine, befestigte Bunker und ein niedergerbranntes Dorf. Zusätzliche landschaftliche Zerstörung ist aber nicht möglich.

Sorgt nicht nur in Call of Duty - Black Ops für einen Wow-Effekt: Auch in Bad Company 2: Vietnam kämpft ihr auf von Napalm-Angriffen verbrannter Erde um die Vorherrschaft.
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