Test: Das beste Battlefield?

Bad Company 2 Test

Die Chaoskompanie ist wieder zurück und wie: Mit viel Blei, flotten Sprüchen und komplett zerstörbaren Schlachtfeldern melden sich Marlowe, Haggard, Sweetwater und Redford zurück zum Dienst. Gamersglobal testet, ob die fulminante Zerstörungsorgie nur ein Technikblender ist oder aber das Gameplay mit in die Luft geht.
Jörg Langer 2. März 2010 - 16:21 — vor 9 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
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Zerstörbare Umgebung. Charakter. Humor. Drei Substantive und ein Adjektiv beschreiben, mit welcher Mixtur DICE mal eben die Shooter-Welt auf den Kopf stellen möchte. Battlefield Bad Company 2 ist anders als viele Shooter. Und das ist gut so! Wer hätte es nicht langsam satt, beim Häuserkampf durch die Tür zu stürmen, drei Gegner zu erledigen, Granate in den nächsten Raum werfen, Sperrfeuer auf die Tür zu richten, rein, weiter, und immer so weiter? Bad Company 2 hingegen lässt mir uns Wahl: Sollen wir mit dem Granatwerfer ein dickes Loch in die Häuserwand sprengen, und dann den Rest in Handarbeit erledigen? Mit einem Panzer auf das Haus zurollen und zur Begrüßung das halbe Gebäude wegschießen? Oder vielleicht die praktischen Gastanks nutzen, die links und rechts vom Haus stehen?
 
Probieren wir doch letzteres! Zwei Schüsse, und Bumm! zerreißt es die erste tragende Wand, und Bumm! auch noch die zweite. Das Dach gibt nach, das ganze Gebäude wankt, und stürzt dann unter metallischem Kreischen zusammen. Als heiße Kirsche auf die Sahnetorte der spielerischen Destruktivität setzen die Schweden wunderschöne Grafik, scharfe Texturen und den besten Sound der Shooter-Geschichte oben drauf. Noch nie haben sich Waffeneffekte so gut angehört: Da hören sich Kugeln tatsächlich wie Querschläger an, und wenn in der Ferne ein Auto explodiert, dann sorgen Halleffekte dafür, dass sich der Knall weit weg anhört statt einfach nur leiser gedreht. Großes Kino für 5.1-Liebhaber! Falls ihr jetzt aber eine "10.0" unter diesem Test erwartet, könnte das ein wenig verfrüht sein: Ein 1A-Spiel besteht doch aus etwas mehr als nur Knall, Blitz und Rauch. Gilt das für Bad Company 2? Ihr werdet's lesen...
 
Technisch muss sich Bad Company 2 vor keinem aktuellen Shooter verstecken -- obendrauf gibt's zerstörbare Bauten.

Ein Sandkasten für große Kinder

Jeder Level von Bad Company 2 spielt sich anders. Im Grunde wird man in einen Sandkasten geworfen und muss sich zum Ziel durchbuddeln: Befreie einen CIA-Agenten, schalte einen Drogendealer aus, töte einen Terroristen, berge ein Waffenkonstrukt. Und weil jeder so vorgehen kann, wie er will, wird das hier wohl der erste Shooter sein, der echten Wiederspielwert hat. Wie im kommenden Sam-Fisher-Spiel Splinter Cell Convicion kann man sich frei bewegen. Meist sondieren wir erstmal die Lage per Feldstecher, suchen nach alternativen Routen. Die Missionsziele wie eine Stadt in Alaska, eine russische Militärbasis in Frankreich oder Rebellenlager in Borneo sind prinzipiell schwer bewacht. Wir können leise vorgehen, mit einem Scharfschützengewehr nach und nach alle bösen Buben ausschalten und langsam nach vorne schleichen. Oder wir lassen den Rambo raus, jagen ganze Häuserzeilen mit dem Raketenwerfer oder C4-Plastiksprengstoff in die Luft.

Diese taktischen Facetten und die große Freiheit, tun und lassen zu können, was man will, ist bereits ein großer Kaufgrund für Bad Company 2. Der zweite sind die Charaktere: Hier ballern nicht irgendwelche muskelbepackten Stereotypen durch die Gegend, irgend so ein Agent mit weißer Weste, der im Alleingang mal eben die Welt rettet. Sondern echte, echt schräge Typen. Das Team besteht aus dem Abschaum der US-Army: Wir spielen den Gefreiten Preston Marlowe, der im Übrigen großartig von der Superman-Synchronstimme von Christopher Reeve, Hans Jürgen Dittberner, gesprochen wird. Ihm zur Seite stehen Private George Gordon Haggard, Private Terrance Sweetwater und Sergeant Samuel Redford. Die vier bilden die Bad Company, eine Art Auffangbecken für Einsatz-Versager und moralisch fragwürdige Zeitgenossen. Das Oberkommando übergibt ihnen immer nur die schmutzigen Jobs, weil ihre Hintern entbehrlich und ihre Methoden nicht zimperlich sind.

Zumindest war das in Bad Company 1 so. Mittlerweile aber hat sich die B-Company als Elitetruppe bewährt. Im ersten Moment ist man darüber schon etwas enttäuscht: Im ersten Teil sind die Jungs schon mal desertiert, weil sie keine Lust auf den Status "Kanonenfutter. Gefallen." hatten. Dieses Mal ist die Geschichte etwas erwachsener: Russische Militärs lassen eine satellitengestützte Waffenplattform bauen, die ganze Landstriche vernichten kann. Die CIA bekommt Wind davon, entsendet mehrere Agenten. Die werden alle getötet oder gefangengenommen, daher übergibt man den Job der Bad Company.
 
 
Sergeant Redford versucht stets, die Regeln der Army gegenüber seinem durchgeknalltes Team durchsetzen.
 

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