Test: In Rom nichts Neues

Assassin's Creed Brotherhood (PC) Test

Nun ist das Dach des Pantheon auch auf dem PC nicht mehr sicher: Wir nehmen die Maus und die Tastatur zur Hand und besteigen die altehrwürdigen Gebäude Roms. Von derart hochgelegenen Punkten haben wir beste Aussicht auf die ganze Stadt. Wie unser Test verrät, kehrten wir dennoch oft genug auf den Boden der Tatsachen zurück.
Jörg Langer 20. März 2011 - 22:28 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC
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Alle Screenshots im Artikel wurden von uns selbst erstellt, wie bei fast allen Tests und vielen Previews.

von Sven Ohnstedt

Was lange währt, wird richtig gut? Während Besitzer einer Xbox 360 oder Playstation 3 bereits im November 2010 das Renaissance-Rom von Cesare Borgia befreit haben, können nun auch PC-Fans Assassin’s Creed Brotherhood spielen. Sofern ihr euch bisher noch nicht mit der Serie auseinander gesetzt haben solltet, empfehlen wir euch, zunächst unseren ausführlichen Testbericht zu den Konsolen-Fassungen zu lesen. Dort erfahrt ihr alles zu dem Spielprinzip sowie den inhaltlichen Stärken und Schwächen von Ezios Abenteuer. In diesem Artikel spüren wir hingegen vor allem der Frage nach, wie die technische Umsetzung auf den PC gelungen ist. Lest also im Folgenden, wie sich Ezio mit Maus und Tastatur durch Rom steuert, und ob die Entwickler ihr Versprechen, die Grafik der PC-Version zu verbessern, eingehalten haben.

Reise in die Vergangenheit

Offline-Modus und DLC


Assassin's Creed Brotherhood verlangt keine Aktivierung im Internet. Das Spiel lässt sich ohne Weiteres auch im Offline-Modus spielen. Selbstverständlich könnt ihr dann nicht auf die Funktionen von Uplay, dem Online-Portal von Ubisoft, zugreifen. Ihr seht also weder eure Freunde, wenn sie Uplay betreten, noch könnt ihr im Mehrspieler-Modus gegen sie antreten. Außerdem könnt ihr eure Spielstände ausschließlich lokal und nicht auf einem Uplay-Server speichern.

Der PC-Fassung liegen übrigens kostenlos die drei Zusatzpakete "Animus Projekt Update 1.0", "Animus Projekt Update 2.0" sowie "Da Vincis Verschwinden" bei. Ebenso gehört ein Code zum Herunterladen der zusätzlichen Missionen "Trajansforum" und "Die Äquadukte" zur Ausstattung. Um den Code einlösen zu können, wird wiederum nach eurem Uplay-Account verlangt. Sofern ihr Assassin's Creed Brotherhood also in vollem Umfang nutzen möchtet, kommt ihr um eine Online-Registrierung nicht herum.
In Assassin’s Creed wandelt ihr auf den Spuren eurer Vorfahren. Allerdings nicht, wie man es erwarten könnte, in der Gegenwart, sondern zu Lebzeiten eurer Verwandtschaft. Dies ist durch eine Zeitmaschine möglich, die sich Animus nennt. Sie zapft euer Erbgut an und lässt euch in den Erinnerungen eurer Vorfahren umher wandern -- um so an wertvolle Informationen zu kommen und die Jetztzeit zu verändern. Im Fall von Assassin’s Creed Brotherhood erlangt ihr die Kontrolle über Ezio Audiotore, einem noblen Vorfahren von Desmond Miles. Ezio und Desmond spielten bereits in Assassin’ Creed 2 die Hauptrollen. Und wie schon im Vorgänger befindet ihr euch auf der Flucht vor den Templern, ein (wider die Realität) bis in die Gegenwart anhaltender Bund aus Rittern. Und die Todfeinde der Assassinen, denen Desmond angehört.

Assassin's Creed Brotherhood setzt die Geschichte aus dem zweiten Teil fast nahtlos fort. Habt ihr im Jahr 1499 noch Venedig und Florenz vor dem Einfluss der Templer bewahrt, verlagert sich das Geschehen nun in die italienische Hauptstadt Rom. Seither ist zwar nur ein einziges Jahr vergangen, aber das war genug Zeit, um euren Entschluss zu bereuen,  Rodrigo Borgia (den amtierenden Papst) zu verschonen. Hätte Ezio ihn doch besser umgebracht, dann gäbe es nun keinen Tyrann, der sich Rom unter den Nagel gerissen hat! So aber freuen wir uns auf ein weiteres Abenteuer und schleichen nun auch auf dem PC durch die engen Gassen der Stadt.

Ohne Gamepad schmerzt die Hand

Mit gehörig Anlauf springt Ezio die Hauswand hoch und greift nach dem nächstgelegenen Halt. Hier spielen wir übrigens auf einem älteren PC mit angeschlossenem Xbox-Controller und englischen Spracheinstellungen.
Um Ezio auf der Xbox sicher durch Rom zu geleiten, benötigt ihr nicht nur flinke Reaktionen und einiges an Geschick, sondern auch sämtliche Tasten des Xbox-Controllers. Diese sind, je nach Kontext, sogar doppelt und dreifach belegt. Die Entwickler hatten sichtlich Mühe, die komplexe Steuerung auf den PC zu übertragen, denn hier wird Assassin’s Creed Brotherhood mit der Maus und der Tastatur gespielt.
 
Mittels den Tasten W, A, S und D setzt ihr Ezio in Bewegung. Mit der Maus führt ihr die stufenlose Kamera, die Ezio dabei stets im Blickfeld behält. Zum Vergleich: Auf den Konsolen stehen euch für diese Aufgaben jeweils die beiden Analog-Sticks zur Verfügung. Wir vermissten den linken Stick einzig bei unseren ausgelassenen Klettertouren. Der nächstgelegene Halt befindet sich nämlich nicht immer direkt, sondern auch mal schräg über uns. Auf der Xbox drehen wir einfach den linken Stick ein kleines Stück weiter, und schon greift Ezio zielsicher nach der rettenden Fensterbank. Mit der Tastatur sind solche feinen Bewegungen nicht möglich. Stellt euch also darauf ein, dass ihr Ezio einen Sprung manchmal ein zweites oder sogar ein drittes Mal befehlen müsst, ehe er ihn tatsächlich ausführt.

Die hintere, rechte Schultertaste des Xbox-Controllers dient dazu, Ezio schneller laufen zu lassen. Auf dem PC übernimmt die rechte Maustaste diese Funktion. Haltet ihr zusätzlich die Leertaste, setzt er zum Sprint an. Ezio weiß das hohe Tempo zu nutzen: So entkommt ihr beispielsweise Wachen, die auf euch aufmerksam geworden sind. Im Weg stehende Bürger schiebt ihr dabei mit leichten Stößen zur Seite. Oder aber ihr durchschwimmt in Windeseile den Tiber. Vor allen Dingen aber benötigt Ezio ordentlichen Schwung, um eine Hauswand hochzuklettern. Auch wenn es sich komisch anhören mag: Ihr müsst tatsächlich gegen die Wand rennen, damit Ezio seinen Weg in luftige Höhen fortsetzt – nähert ihr euch der Wand in einem gemächlicheren Tempo, bleibt euer Held vor ihr stehen. Ihr werdet also sehr oft und zudem sehr lange die rechte Maustaste und die Leertaste gedrückt halten. Wir wurden jedenfalls durch unseren schmerzenden, rechten Mittelfinger zu regelmäßigen Spielpausen gezwungen. Vielleicht seid ihr ja aus härterem Holz geschnitzt...

Beim Blick in die ferne kann die Xbox 360 (links) nicht ganz mit dem PC (rechts) mithalten: Das Panorama ist auf letzterem etwas schöner anzuschauen. Das Gebäude mit der roten Fahne ist die Engelsburg, wo aktuell Cesare Borgia herrscht. 
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