Was taugt die PC-Version?

Assassin's Creed 3 (PC) Test

Die Zeiten sind vorbei, in denen PC-Spieler schon mal ein halbes Jahr auf die Umsetzung eines Assassin's Creed warten mussten. Assassin's Creed 3 startet wie schon Revelations lediglich einen Monat später. Warum die PC-Umsetzung die Konsolenfassungen um Längen schlägt, erfahrt ihr in unserem Test.
Benjamin Braun 26. November 2012 - 20:12 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Die bisherigen PC-Umsetzungen von Assassin's Creed-Reihe folgten den Konsolenversionen immer mit größerem Zeitabstand. Der erste Teil etwa  erschien erst ein halbes Jahr später, wenn dafür auch in einer um ein paar Nebenmissionen erweiterten Fassung. Erst Teil 4, Revelations (GG-Test: 8.5) brauchte lediglich vier Wochen mehr, zeigte dafür aber auch nur vergleichsweise dezente Verbesserungen bei der Grafikqualität. Assassin's Creed 3 beweist nun, ebenfalls gut einen Monat nach den Konsolenversionen, dass der knappe Zeitabstand kein schlechtes Omen ist – denn die PC-Version sieht wesentlich besser aus als die "Originalfassungen" für Playstation 3 und Xbox 360.

Für detaillierte Informationen zu Gameplay, Open World und Story empfehlen wir euch die Lektüre unseres ausführlichen Tests zur Konsolenversion, für den Mehrspielermodus könnt ihr unseren separaten Mehrspieltest konsultieren. In diesem Test möchten wir uns auf die Besonderheiten der PC-Version konzentrieren, euch anhand von Vergleichsbilder die technischen Unterschiede darlegen und auf die Steuerung mit Maus und Tastatur eingehen.

Schöne neue Welt
Bei den Bodentexturen hat sich Assassin's Creed 3 auf PC nur leicht verbessert. Bei den Schatten und anderen Effekten liegt es alllerdings deutlich vor den Konsolenversionen.
Die PC-Version von Assassin's Creed 3 lässt die Konsolenfassungen von Beginn an alt aussehen. Schon auf der Einstellung  "minimalen Details" sieht das Spiel eine ganze Ecke besser aus als auf PS3 und 360. Und spätestens, wenn ihr die vier stufenweise regelbaren Einstellungen für Textur-, Umgebungs- und Schattenqualität sowie Auflösung auf das Maximum setzt, werdet ihr die Konsolenversionen nicht mehr sehen wollen. Sowohl in der Nähe als auch in der Ferne erscheinen Details wie Dächer deutlich schärfer und nicht so klobig wie in den anderen Fassungen. Gerade bei den NPCs fallen die Unterschiede ins Gewicht. Während unsere Spielfigur von Charles Lee am Hafen von Boston empfangen wird, ist Lees Gesicht in der PC-Version gut zu erkennen, während es in der PS3-Version klobig, ja beinahe matschig wirkt.

Auch die Licht- und Schatteneffekte übertreffen die von PS3 und 360 deutlich – statt ausgefranster Projektionen gibt es hier knackig scharfe Ränder. Ebenfalls zum Tragen kommt die in drei Stufen einstellbare Kantenglättung. Besonders feinere Details in der Ferne, wie etwa die Takelage der Segelschiffe sind deutlich zu erkennen und kommen ohne sichtbare Treppenbildung aus. Auf die höchste Stufe konnten wir die Kantenglättung allerdings nicht schalten, da ansonsten ständig Grafikbugs auftraten. Ein bereits erhältlicher Patch bereinigte das Problem bei uns nicht.

Ferner profitiert die PC-Version von deutlich knapperen Ladezeiten und zeigt zudem nur sehr selten in der Ferne aufpoppende Objekte. Das hatte Ubisoft Montreal durch clever gesetzte "Sichtbarrieren" zwar bereits auf PS3 und 360 gut kaschiert, in der PC-Fassung ist das Aufpoppen von Bäumen und anderen Details aber auch an Stellen kaum wahrnehmbar, an denen es bislang mehr als offensichtlich war. Bei der Weitsicht hat sich hingegen nur wenig verändert. PC-Connor kann zwar minimal weiter blicken als seine Konsolenzwillinge, aber auch auf Windows-Rechnern verschwinden besonders weit entfernte Objekte irgendwann einfach im Nebel. Keinerlei Verbesserungen gibt es wiederum bei den vorgerenderten Cutscenes. Wir finden, dass Ubisoft die für PC nochmal in einer besseren Version hätte bereitstellen können! Da die meisten Zwischensequenzen hingegen live berechnet werden und klar von den technischen Verbesserungen profitieren, fällt dieser Punkt aber nicht so sehr ins Gewicht.
before
after
Rechts seht ihr die PS3-Version, die kleinere Nachteile bei der Weitsicht hat (hier aufgrund der leicht unterschiedlichen Wetterlage kaum zu erkennen). Objekte wie Häuser verschwinden deutlich schneller im Nebel und selbst auf mittlere Distanz leidet die Texturschärfe.

Gut mit Maus und Tastatur
Wenn bei euch dieses Phänomen auftritt, solltet ihr beim Anti-Aliasing auf die mittlere Stufe zurückschalten.
Assassin's Creed 3 gehört zweifellos zu den vielen Spielen, die auf die Verwendung eines Gamepads zugeschnitten sind. Das merkten wir in der PC-Version allerdings quasi nur in den Menüs, durch die wir mit den Pfeiltasten deutlich besser kommen als unter Benutzung des Point-and-Click-Systems. Im Spiel selbst allerdings kamen wir mit Maus und Tastatur auf Anhieb genauso gut zurecht wie mit dem Gamepad.

Zweifellos liegt das auch daran, dass Kämpfe und Klettern in Assassin's Creed 3 generell noch ein bisschen leichter und einfacher zu bedienen sind als in früheren Serienteilen. In Anbetracht der vielen PC-Portierungen, deren Steuerung nicht intuitiv ist und oftmals alles andere als gut funktioniert, sind wir für diese nahezu gleichwertig umgesetzte Eingabe dankbar. Wer möchte, darf aber natürlich auch die PC-Fassung mit eingestöpselten Xbox-360-Controller spielen.
before
after
Die Playstation-3-Version rechts zeigt zwar dasselbe Bild, zeigt sich aber gerade bei feineren Details wie Gesichtern bereits auf geringe Distanz im Nachteil.

Autor: Benjamin Braun (GamersGlobal)

Benjamin Braun
Assassin's Creed 3 lebt noch mehr als die Vorgänger von seiner riesigen, schönen, ganz überwiegend glaubwürdigen Spielwelt. Ich würde zwar nicht behaupten, dass mich die deutlich besser aussehende PC-Version jetzt tiefer in Connors Abenteuer ziehen würde, aber mit der Rechenknechtfassung wird es einfach noch eine Weile länger dauern, bis ich mich am Grenzland in Assassin's Creed 3 satt gesehen habe.

Nach vielen mäßig umgesetzten Portierungen der letzten Jahre freut es mich sehr, dass Ubisoft nicht auf diesen Zug aufspringt und nur eine Art "Konsolen-Emulation" als PC-Spiel verkauft. Gut auch, dass die Entwickler sogar eine beinahe gleichwertige PC-Steuerung eingebaut haben. Wo ich mich sonst nämlich bei PC-Fassungen von Konsolenspielen fast immer zum Griff zum Gamepad genötigt sehe, komme ich hier mit Maus und Tastatur genauso gut voran. Das eigentliche Spiel ist auch in Assssin's Creed 3 (PC) eine Wucht, verdient aber aufgrund der besseren Grafik keine höhere Bewertung.

 Assassin's Creed 3
Einstieg/Bedienung
  • Kinderleichte Bedienung
  • Eigene Aktionen im Kampf können noch in ein Blocken umgewandelt werden, wenn ein Gegner zum Hieb ansetzt
  • Schiffskämpfe gut steuerbar
  • Faire Rücksetzpunkte
  • Einzelne "Erinnerungen" jederzeit wiederhol- und optimierbar
  • Klettern fast schon zu einfach
  • Effektives Kämpfen oft auch "ohne richtiges Hinsehen" möglich
  • Das Herstellen von Gegenständen und Befüllen von Konvois ist eine spielerstrafende Analogstick- und Button-Orgie direkt aus der untersten Hölle allerschlechtesten Spieldesigns
Spieltiefe/Balance
  • Enorm viel zu tun
  • Enorm viel zu entdecken
  • Gut 30 Stunden Spielzeit bei "gesundem Mix" aus Open World und Kampagne, aber auch rund 60 Stunden möglich (reine Kampagne: etwa 10 Stunden)
  • Sammel-Aufgaben führen teils zu echten Zusatzmissionen
  • Tolle "Siedlungsaufträge" erwecken Davenport zum Leben
  • Hauptmissionen sehr abwechslungsreich
  • Vielfältige optionale Aufgaben
  • Schiffskämpfe sind ein echtes Spielspaß-Plus
  • Wendungsreiche Story mit guter Charakterentwicklung
  • Waffenvielzahl wirkt übertrieben, da man auch mit den Anfangswaffen durchkommt
  • Forts lassen sich zu einfach erobern, neue Besatzung "undankbar"
  • Handelssystem nicht durchdacht
Grafik/Technik
  • Scharfe, detaillierte Texturen bei Charakteren und Gebäuden
  • Auch weit entfernte Details noch scharf (PC)
  • Schöne Umgebungseffekte wie Nebel, Regen, Schneefall
  • Sturmfluten und Wellenberge spielen in Seeschlachten eine taktische Rolle
  • Dynamischer Schattenwurf ohne Sägezähne (PC)
  • Wechsel zwischen Sommer und Winter
  • Wir sind im Tiefschnee langsamer und lassen deutliche "3D-Spuren" zurück
  • Spielwelt wirkt authentisch
  • Auch auf PC teils etwas undetaillierte Landschaftstexturen (aber merklich besser als auf Konsole)
Sound/Sprache
  • Stimmungsvolle Hintergrundmusik
  • Breite, vielschichtige Geräuschkulisse
  • Ausrufe der NPCs, teils mit Feedbackfunktion (bei Schiffskämpfen)
  • Sehr gute deutsche Sprecher
  • Sprache teils schwer verständlich (in einigen Cutscenes, auf Xbox schlimmer als auf PS3, per Optionen korrigierbar)
Multiplayer
Siehe separaten Multiplayer-Test.  
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Userwertung
8.0
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18
Ubisoft Montréal
Ubisoft
30.10.2012
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PCPS3WiiU360XOne
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Benjamin Braun 26. November 2012 - 20:12 — vor 7 Jahren aktualisiert
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