Test: Erster DLC für Ezio

Assassin's Creed 2 Test

Mit der Schlacht um Forli liefert Ubisoft die erste der beiden fehlenden Erinnerungs-Sequenzen für Assassin’s Creed 2 als kostenpflichtigen Download-Content nach. Doch lohnt sich der Sturz in die knapp vier Euro teure Schlacht auch für Spieler, die mit AC2 schon durch sind? Erfahrt es in unserem ersten Test zu einem DLC…
Jörg Langer 3. Februar 2010 - 1:25 — vor 10 Jahren aktualisiert
360 PS3
von Carsten Friedrich

Downloadable Content oder kurz DLC mag für viele Spieler das Unwort des Jahres 2009 sein. Der allgemeine Trend in Richtung herunterladbarer Bezahlinhalt hinterlässt bei ihnen einen faden Beigeschmack. Nicht selten erwecken die DLC-Ankündigungen den Eindruck, dass das Hauptprogramm beschnitten wurde, um nach Release hier und da noch den ein oder anderen Euro abzugreifen. Die meisten Publisher dementieren diese Vorwürfe stets umgehend. Häufigstes Argument: Man wolle den Fans einfach nur mehr Stoff für ihr Lieblingsspiel liefern.
Patrice Desilets, Creative Director für Assassin's Creed 2.

Nicht so Ubisoft. Patrice Desilets, Creative Director bei Ubisoft Montreal und der GamersGlobal-Redaktion schon länger als Garant für offene Worte bekannt, gab Ende letzten Jahres ohne weiteres zu, dass die beiden angekündigten Download-Episoden für Assassin’s Creed 2, Schlacht um Forli und Fegefeuer der Eitelkeiten, ursprünglich zum Hauptprogramm gehörten und im Nachhinein herausgenommen wurden. Das kam für diejenigen unter euch, die sich beim Durchspielen des Hauptspiels darüber gewundert hatten, dass auf Sequenz 11 die Erinnerung 14 folgte, wenig überraschend.

Begründet hatte Patrice Desilets diese Entscheidung im Dezember 2009 damit, dass dadurch die Fertigstellung des Spiels für sein Team weniger stressig verlief und man den Fans im Nachhinein mehr Inhalt liefern könne. Schuldig sei man den Spielern nichts geblieben, glaubt er, denn das Hauptspiel sei so umfangreich gewesen, dass keiner behaupten könne, er habe nicht genug für sein Geld bekommen. In puncto Umfang des Hauptprogramms können wir ihm zustimmen: Assassin’s Creed 2 liefert ein großes und sehr gutes Spiel fürs Geld, was ihm auch unsere sehr hohe Wertung im GamersGlobal-Test bescheinigt. Doch gilt das auch für die Schlacht um Forli?

Versteckt meinen Apfel!
Die weitläufige Landschaft um Forli durchquert ihr, wie schon im Hautprogramm, am besten per Pferd.

Wir erinnern uns: Am Ende von Sequenz 11 erbeutet Ezio von Rodrigo Borgia einen der Edensplitter, den Eden-Apfel. Im Hauptspiel folgte darauf nach einem kurzen Treffen in der Villa schon die Reise nach Rom. Nur ein kurzer Hinweis von Ezios Onkel Mario deutete darauf hin, dass dazwischen noch einiges in Forli und Florenz vorgefallen war. Die Geschehnisse in Forli erlebt ihr nun mit dem ersten Download-Inhalt selbst.

Nach der Erbeutung des Eden-Apfels findet ihr euch auf den Feldern um Forli wieder. Die Hafenstadt hattet ihr zuvor schon besucht und am Hafen auch Caterina Sforza, die kesse Stadtverwalterin Forlis, mit einer Gondel von einer kleinen Insel gerettet. Genau auf diese Dame trefft ihr am Anfang der Geschichte wieder. Caterina soll euch helfen, den Eden-Apfel vor den Templern zu verstecken. Die Zitadelle von Forli ist dabei erste Wahl, da sie schwer befestigt ist. Doch schon auf dem Weg zur Stadt merkt ihr, dass in Forli nicht alles so rund läuft, wie es soll. Denn die Stadt wird von den Orsi-Brüdern belagert, die den Eden-Apfel in ihren Besitz bringen wollen. Es entbrennt ein erbitterter Kampf um die Stadt…

Kämpfe – und was noch?

Wie der Name des DLCs bereits verrät, findet die Story in und um Forli statt. Während die Stadt im Hauptprogramm nur eine Statistenrolle einnahm (wer stur der Story folgte, war nur sehr kurz dort),  wird sie nun mit mehr Inhalt abseits der generischen Kurieraufträge und Attentate gefüllt. Das Missionsdesign orientiert sich dabei vorrangig an den Kampfeinsätzen des Hauptspiels. So werdet ihr euch die meiste Zeit auf Eskort-Einsätzen mitten im Kampfgetümmel wiederfinden. Und das ist auch der erste Kritikpunkt: Heimliches Vorgehen oder Schleichen ist die meiste Zeit unnötig oder gar nicht erst möglich. Auch anspruchsvollere Kletterpassagen neben dem üblichen, weiterhin sehr gut gelösten Mauererklimmen fehlen. Hauptaugenmerk bei Sequenz 12 liegt eindeutig auf den immer noch hervorragend choreographierten Kämpfen. Trotzdem hätten wir uns in diesem Punkt ein paar frische Ideen gewünscht, oder zumindest die Möglichkeit, die Aufträge auch weniger kämpferisch zu bewältigen -- wie im Hauptprogramm öfters gesehen.

Die meiste Zeit werdet ihr kämpfend an der Seite der selbstbewussten Caterina Sforza verbringen.
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