Test: Geniales Standalone-Addon

ArmA 2: Operation Arrowhead Test

Operation Arrowhead schickt euch in die Wüste, genauer gesagt ins fiktive Takistan, wo ihr auf Seiten der US-Armee gegen terroristische Rebellenführer und deren gefährliches Kriegsgerät zu Felde zieht. Das Szenario ist so modern, dass es direkt den Afghanistan-Nachrichten entstammen könnte. Macht eine solche Kriegssimulation Spaß?
GG-Redaktion 6. Juli 2010 - 23:56 — vor 5 Jahren aktualisiert
PC
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Vor gut einem Jahr brachte der Entwickler Bohemia Interactive mit ArmA 2 den aktuellsten Teil der bekannten Kriegssimulationsserie heraus. Kurz darauf lieferte es sich ein spannendes Duell (siehe GamersGlobal-Report) mit dem Konkurrenzprodukt Operation Flashpoint - Dragon Rising, das ebenfalls den Titel der ultimativen Militärsimulation für sich beanspruchte. Während zu Letzterem im voraus viele vollmundige Versprechungen gemacht worden waren, die dann aber von der Release-Version nicht immer eingehalten wurde, konnte sich Armed Assault 2 einen festen Platz in den Herzen seiner Fans sichern. Und das trotz massiver Bugs, extremer KI-Aussetzer, horrender Hardware-Anforderungen und anfangs allenfalls mittelmäßiger Servertechnik. Doch Bohemia blieb dran, patchte das fehlerhafte Juwel ein ums andere Mal. Und nun ist mit ArmA 2: Operation Arrowhead ein alleine lauffähiges Addon erschienen, das unzählige neue Inhalte liefert und zugleich auch die Fehler des Hauptprogrammes weiter ausmerzt. Wir haben die grünen Wiesen von Chernarusk verlassen und uns in die staubige Wüste Takistans begeben, um dem Terrorismus Einhalt zu gebieten.

Der Konflikt in Takistan findet in kargen Gebieten statt, nur selten durchstreift ihr idyllische Flecken wie dieses Mohnfeld.

Stillgestanden, Rekrut!

Ihr braucht ArmA 2 nicht zu besitzen und auch nicht gespielt haben, um etwas mit Operation Arrowhead anfangen zu können. Doch aller Anfang ist schwer: Ohne eine gehörige Portion Einarbeitungszeit ist die Simulation nicht zu bewältigen. Das gilt -- natürlich abgeschwächt -- auch für Kenner des Hauptprogramms, denn in Operation Arrowhead steht euch völlig neuartiges Kriegsgerät zur Verfügung, dessen Benutzung erst erlernt werden will. In insgesamt 15 neuen Tutorialmissionen, die sich zu den aus ArmA 2 bekannten Übungseinsätzen gesellen, bekommt ihr Schritt für Schritt die Steuerung eures Soldaten beigebracht, übt euch in diversen Waffengattungen und erprobt das Steuern von Panzern und Helikoptern. Neu im Sortiment sind unbemannte Flugobjekte, mit deren Hilfe ihr auch über größte Distanzen zielsicher Raketen ins Feindgebiet lenken könnt. Außerdem befasst ihr euch noch mit dem Basisbau und dem Befehligen von Truppenkontingenten auseinander. Insbesondere Letzteres ist von besonderer Bedeutung -- in ArmA 2: Operation Arrowhead bekommt ihr schon frühzeitig die Befehlsgewalt über größere Verbände.
Hubschrauber gehören zu den am anspruchsvollsten zu steuernden Vehikeln.

Das alles klingt nach mächtig viel Arbeit? Ja und nein, denn auf der einen Seite kommt ihr um eine umfangreiche Lernphase nicht herum. Solltet ihr gar Serieneinsteiger sein, vergehen schnell zwei Stunden, die ihr allein in das Auswendiglernen von Tastenbelegungen und die Steuerung der Vehikel investieren müsst. Die Zeit, die erforderlich ist, um ein Gefühl für die Komplexität des Spiels zu bekommen, ist hierbei noch nicht mit eingerechnet.

Auf der anderen Seite gelingt es Operation Arrowhead nahezu perfekt -- und damit um Längen besser als noch ArmA 2 --, diese hohen Anforderungen an eure Einarbeitungsbereitschaft in sehr gut designte Tutorialmissionen aufzusplitten, sodass ihr nach jeder Lektion tatsächlich einen abgeschlossenen Bereich des Spiels erlernt habt. Wer das Einarbeiten nicht als lästige Pflicht vor der "echten" Kampagne sieht, sondern als spannende Herausforderung, hat bereits viel Freude mit dem Spiel.

Weitere Hilfestellung gibt euch das Handbuch, das allein der Steuerung und Interface-Beschreibung 24 Seiten widmet. Wer Probleme beim Zuordnen der taktischen Zeichen im militärischen Bereich hat, der kann die wichtigsten Symbole noch einmal nachschlagen. Außerdem liegt ArmA 2: Operation Arrowhead eine Pappkarte mit einer farbigen Tastaturübersicht bei. Deren Beschriftung wurde allerdings (anders als das Handbuch) nicht übersetzt, die Texte darauf sind auf Englisch.

Größere Truppenverbände koordiniert ihr in Operation Arrowhead am besten über die Karte. Mit den taktischen NATO-Symbolen solltet ihr euch allerdings zuvor im Tutorial vertraut gemacht haben.

Schwierigkeitsgrad: Schwer oder richtig schwer?

Sobald ihr die Tutorials abgeschlossen habt, könnt ihr die Addon-Kampagne in Angriff nehmen. Vor deren Start legt ihr den Schwierigkeitsgrad fest, wobei euch insgesamt vier Stufen zur Auswahl stehen. Schade: Ihr bekommt nicht angezeigt, welche Auswirkungen eure Wahl auf das Spielgeschehen hat. Aber dafür gibt's ja uns: Auf den unteren Varianten bekommt ihr im Spiel zusätzliche Hilfen spendiert, sodass etwa Freund und Feind in der Landschaft durch farbige Markierungen leicht hervorgehoben werden. Zudem sind eure Gegner etwas weniger treffsicher und ihr haltet insgesamt mehr Beschuss aus.

Wer nun allerdings glaubt, dass dadurch die Einsätze in ArmA 2: Operation Arrowhead zum Kinderspiel werden, der irrt gewaltig; insgesamt ist der Schwierigkeitsgrad auf einem eher hohen Niveau. "Mehr  Beschuss aushalten" bedeutet daher auch nicht, dass ihr dann wild um euch schießend über das Schlachtfeld laufen könnt: Ein Schuss, und sei es aus 1000 Meter Entfernung, bedeutet zumeist euren Tod. Wenn ihr allerdings in einem Fahrzeug sitzt, dürft ihr immerhin damit rechnen, dass ihr zwei statt nur einen direkten Treffer aushaltet. Auf dem obersten Schwierigkeitsgrad fallen sämtliche Hilfen weg.



Die US-Armee
Auf Seiten der Amerikaner führt ihr modernes Kriegsgerät in die Schlacht. Ein paar der enorm detailreich nachgebauten Vehikel wollen wir euch an dieser Stelle zeigen. Hierzu gehören etwa 1 der M2A3 ERA Bradley IFV, 2 der HMMWV (hier in der Variante mit UAV-Terminal), 3 die fernsteuerbare Drohne (UAV) selbst und 4 der MH-6J, auch bekannt als "Little Bird". Zudem lassen sich richtig große Flugzeuge wie 5 die C-130J oder 6 die A-10 steuern. In der Addon-Kampagne kommen die beiden letztgenannten Flugzeuge allerdings nicht zum Einsatz.

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