Test: Jetzt auch mit Core i5/i7

Alienware M11x Test

Wer unterwegs auch grafisch anspruchsvolle Spiele spielen will, konnte bisher nur in der Klasse der sogenannten Desktop-Replacement-Notebooks ab 3 Kilo oder aufwärts wählen. Alienware füllt die Lücke zwischen solchen Kreuzbrechern und filigranen Netbooks mit einem (dank GT 335M) grafikpotenten Gerät zum attraktivem Preis.
Jörg Langer 3. März 2010 - 20:59 — vor 10 Jahren aktualisiert
PC
Jetzt auch mit i5 / i7
Update vom 9.6.2010

Seit heute bietet Dell den Alienware m11x statt mit den bisherigen beiden Dual-Core-Varianten (siehe Testbericht) optional auch mit zwei mobilen Core-i-CPUs an. Dabei schlägt der Core i5 520UM (3M Cache, 1,06 GHz) mit 200 Euro Zusatzkosten, der Core i7 640UM (4M Cache, 1,06 GHz) mit 410 Euro Mehrkosten zu Buche.

Die Rechenpower, insbesondere bei CPU-lastigen Spielen wie z.B. Siedler 7 wichtig, müsste mit den i-Core-CPUs deutlich ansteigen, die Betriebsdauer deutlich sinken: Fürs ernsthafte Gamen gehört der sehr portable m11x an eine Steckdose. Für weniger rechen- und grafik-intensive Anwendungen (Surfen...) lässt sich der m11x drosseln und sollte dann nach Aussagen von Dell mit einem i5 oder i7 bis zu 4 Stunden schaffen.

Unsere Aussagen zur Akkuleistung im Test (sowie die Benchmarks) beziehen sich nach wie vor auf die Version mit Core 2 Duo SU7300.
 
von Georg Renelt

Wenn man sich heutige Hochleistungs-Spielenotebooks ansieht, fragt man sich oft, was genau der Mobilitätsvorteil im Vergleich zu einem potenten Meditower-PC nebst schlankem LCD sein soll -- in Sachen Gewicht und Platzbedarf unterscheiden sich die hochgezüchteten Mobilmonster mit ihrer Akkulaufzeit von nur etwa einer Stunde nicht wesentlich davon.

Alienware -- seit einiger Zeit zu Dell gehörend -- bietet nun eine spannende Alternative: Der M11x hat kompakte Abmessungen, ziemlich genau 2 Kilogramm Gewicht, bei Stromsparbetrieb eine lange Akkustandzeit -- aber auch die Grafikpower eines Systems, wie es auf dem Desktop vor anderthalb Jahren Spitzenklasse gewesen wäre.

Von nVidia stammt die diskrete Mobilgrafik Geforce GT 335M mit einem satten Gigabyte eigenen DDR3-Speichers, von Intel der Prozessor -- wahlweise der SU4100 (ein Pentium Dual Core) oder der SU7300 (ein echter Core 2 Duo), beide aus der ULV-Linie; unserer Testgerät enthielt die schnellere Variante SU7300. Ebenfalls von Intel kommt der Chipsatz GS45 mit integrierter Grafik. Dieses Gespann ermöglicht sowohl den Stromsparbetrieb in extremer Form mittels integrierter Grafik, aber eben auch den Hochleistungsbetrieb mit nVidias schnellstem Mobil-Chip. Das Ganze nennt sich "Hybridgrafik" und kann jederzeit manuell umgeschaltet werden. Dell ermöglicht zudem einen Übertaktungsmodus, der dynamisch die Taktfrequenzen über das reguläre Maß hinaus anhebt.

Streitpunkt Display
 
Die farbvariable Beleuchtung, etwa der "Augen" an der Front sowie von Tastatur/Powerknopf ist abschaltbar.
Es gehört zum Auftritt von Alienware, die Produkte mit Alienköpfen, diversen Leuchteffekten und Xeno-Zeichen zu verzieren. Immerhin ist der Schmuck so dezent ausgefallen, dass man den M11x nicht wegwerfen muss, wenn man aus Versehen doch erwachsen geworden ist. Wobei gerade die beleuchtete Tastatur reichlich praktischen Nutzen bietet. Da alle Beleuchtungseffekte (Tastatur und Lüfter,  die "Augen" links und rechts, das Logo und der Powerknopf) mittels RGB-Leuchtdioden erzeugt werden, lassen sich mit Hilfe des AlienFX-Editors die Farben fast beliebig und etwa passend zur Tachobeleuchtung des Autos einstellen. Oder ihr könnt sie ganz abschalten. Darüber hinaus können bei der Bestellung mehrere Personalisierungen geordert werden, wobei das lasergravierte Namensschild an der Unterseite die interessanteste ist.

Über dem Ganzen thront ein 11,6-Zoll-LCD mit 1.366x768 Punkten -- das ist eine typische Netbook-Auflösung, die manchem erst mal zu klein erscheinen dürfte, wenngleich damit echte 720p-Darstellung möglich ist. Der Pixelabstand (Pixel Pitch) beträgt 0,255 mm, was laut Alienware eine optimale Ergonomie ermöglicht. Gemeint ist damit, dass man nicht mit der Nase am Display kleben sollte. Eine Erhöhung auf beispielsweise 1440x900 Pixel hätte laut Hersteller bedeutet, dass die Grafik rund 25 Prozent mehr Rechenaufwand verursache.
 
Garniert wird der Alienware M11x mit WLAN nach a/b/g/n-Standard (also: "alles"), Bluetooth, Firewire, DisplayPort- sowie HDMI-Videoausgang, und was sonst noch so zur vollständigen Ausstattung eines modernen Notebooks gehört. Um nochmal eine Auto-Metapher zu bemühen: Man kann getrost von Vollaustattung reden. Allerdings gilt das nur für die Schnittstellenausstattung; ein optisches Laufwerk fehlt nämlich intern sowie extern. Die Zielgruppe installiere per Disc-Image oder gleich aus dem Internet, begründet Dell/Alienware die Entscheidung. Natürlich lässt sich ein externes DVD- oder Blu-ray-Laufwerk zukaufen und anschließen; vom Dell-Shop wird dies aber beim Konfigurieren nicht angeboten.

Das M11x wiegt ziemlich genau 2000 Gramm, was zwar 50 bis 100 Prozent schwerer ist als typische Netbooks, aber gleichzeitig auch deutlich leichter als die oft 3 Kilogramm und mehr wiegendenden Spiele-Boliden. Der Preis: 840 Euro in der – unseres Erachtens – vernünftigsten Konfiguration, nämlich in der Basisausstattung die allerdings nur 2 GB RAM hat) nebst der schnelleren Prozessorvariante SU7300. Die Mehrausstattungen (größere Festplatte oder SSD, mehr Speicher) rentieren sich bei Dell oft nicht; wer sich die Mühe des Selberkaufens und -Einbauens macht, fährt etwas günstiger.




Rundum-Check: Alienware M11xDer M11x von allen Seiten betrachtet: 1 Geöffnet von oben (beachtet das spiegelnde Display)  2 Die offene Rückansicht offenbart das Alien-Logo  3 Schlank von vorn. 4 Hinten sind nur die Lüftungsschlitze sowie der Stromanschluss. 5 Die linke Seite mit Anschlüssen für VGA, USB, Netzwerk, HDMI, DP (Display Port), SD-Card-/Memory-Stick-Adapter, Firewire. 6 Auf der rechten Seite finden sich noch zwei weitere USB-Anschlüsse sowie 2 (!) Kopfhörer- und ein Mikro-Anschluss.

 
Um über diesen Inhalt mitzudiskutieren (aktuell 56 Kommentare), benötigst du ein Fairness- oder Premium-Abo.