Review: Besser spät als nie!

Alan Wake (PC) Test

Am 12. Februar 2010 dürfte wohl jeder PC-Spieler die Hoffnung auf eine PC-Version von Alan Wake endgültig aufgegeben haben. An diesem Tage zerstörte Microsoft nämlich ganz offiziell die Träume der Fans. Umso überraschender, dass zwei Jahre später Alans Odyssee doch noch zu einem Happy End auf dem heimischen Rechner findet.
Jonas Schramm 17. Februar 2012 - 15:02 — vor 7 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots im Artikel stammen von GamersGlobal.

 Nach fünf Jahren Entwicklungszeit hatte 2010 zumindest für Besitzer einer Xbox 360 das Warten ein Ende. Nachdem sich PS3-Jünger an zahlreichen Exklusivtiteln wie Uncharted 2, God of War 3 oder Heavy Rain erfreuen konnten, stand mit Alan Wake endlich wieder ein Spiel in den Startlöchern, das nur für Microsofts Konsole zu haben war (GG-Test: 8.5). Und die PC-Freunde unter uns? Die schauten in die Röhre, hatte der amerikanische Publisher doch erst ein paar Monate vor dem Release verkündet, dass der PC-Ableger eingestellt wurde. Seitdem dürfte sich wohl jeder Fan damit abgefunden haben, dass es Remedys Action-Thriller nie auf den heimischen Rechner schaffen würde. Doch dann ging es Anfang diesen Jahres ganz schnell: Findige Nutzer entdeckten in den Tiefen von Steam einen Hinweis auf eine PC-Version und wenig später machte es Remedy offiziell. Ab sofort ist Alan Wake inklusive der beiden DLC-Episoden zum Preis von rund 30 Euro zu haben; eine Boxversion soll Anfang März folgen.

Alan Wake, wie wir ihn kennen
Die Beleuchtungseffekte sehen in Alan Wake nicht nur toll aus, Licht stellt auch einen wichtigen Gameplay-Aspekt dar. (PC)
Wenn ihr Alan Wake schon auf der Xbox 360 gespielt habt, erwartet euch mit der PC-Version zumindest in Sachen Handlung und Gameplay nichts Neues. So ist auch auf dem Rechenknecht die an  Stephen Kings Romane angelehnte Handlung die ganz große Stärke des Spiels. Ihr schlüpft in die Rolle des
erfolgreichen Thriller-Autoren Alan Wake, der unter Schlafstörungen, Albträumen und zu allem Überfluss auch noch unter einer akuten Schreibblockade leidet. Um den Kopf frei zu bekommen und neue Kraft für die Arbeit zu schöpfen, reisen er und seine Frau Alice in das beschauliche Dörfchen Bright Falls. Doch aus dem Urlaub wird schnell der blanke Horror. Bald geht Alice verloren, Alan baut aus einem unerfindlichen Grund einen Unfall mit seinem Auto, stellt dann fest, dass er sich an die vergangene Woche nicht erinnern kann. Und dann haben es auch noch grauenvolle Gestalten auf ihn abgesehen. Das ist aber erst der Anfang von Remedys Thriller. Im weiteren Verlauf begibt sich Alan auf die Suche nach seiner Frau und muss zu seinem Entsetzen feststellen, dass die ganze unheilvolle Geschichte offenbar aus seiner eigenen Feder stammt.
 
Die Handlung ist in sechs Episoden unterteilt, die wie eine Fernsehserie mit einer kurzen Zusammenfassung der Geschehnisse beginnen und in einem Cliffhanger enden. Die PC-Version enthält außerdem die beiden Zusatzepisoden Das Signal (DLC-Test: Gut) und Der Schriftsteller (DLC-Test: Sehr gut). Diese beiden DLCs bauen auf der Story der Vollversion auf und bieten noch einmal je zwei bis drei Stunden Spielzeit. Beide Zusatzepisoden sind direkt spielbar, die Story des Hauptspiels müsst ihr nicht abgeschlossen haben. Das Signal schließt direkt an das Ende des Hauptspiels an und spielt in einer Art Traumwelt. Im Vergleich zu Der Schriftsteller lässt dieser DLC aber mehr Fragen offen, als er beantwortet. Schon allein das ist ein Grund dafür, warum Der Schriftsteller gemeinhin als die bessere Bonus-Episode angesehen wird. So oder so bleiben aber noch genügend Punkte für einen Nachfolger ungeklärt, soll
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te Remedy dereinst einen in Angriff nehmen.
 
Spielerisch hat sich natürlich nichts getan in der PC-Version: Am Tage bewundert ihr idyllische Landschaften, darunter die dichten Nadelwälder um Bright Falls oder den Cauldron Lake. Bei Nacht säumen aber die Besessenen die Spielwelt. Diese humanoiden Gestalten sind von einem Mantel aus Dunkelheit umgeben und wollen dem Helden ans Leder. Gegen die Feindesbrut setzt ihr euch mit einer Kombination aus Taschenlampe und Schusswaffe zur Wehr. Indem ihr sie mit der Taschenlampe anleuchtet, beraubt ihr eure Feinde zuerst der dunklen Ummantelung, danach mit gezielten Schüssen ihres "Lebens". Kämpfe gegen mehrere Feinde auf einmal sind aufgrund dieses Konzepts sehr spannend und verlangen euch auch ein taktisches Vorgehen ab. Nach ein paar Stunden verliert das Spielprinzip aber mehr und mehr seinen Reiz, was auch in der PC-Version nicht anders ist. Es fehlt einfach an Abwechslung in Sachen Gegnertypen, und auch das „Erst leuchten, dann feuern“-Prinzip wird mit der Zeit repetitiv. Was euch dann noch am Spielen halten wird, ist die Story und die allgemein sehr düster-spannende Atmosphäre. 
before
after
Die PC-Version (rechts) weist eine höhere Auflösung und mehr Details auf. Vor allem die Texturen des Wassers und des Stegs wirken nicht mehr so grob. Die Insel samt Hütte lässt nun auch mehr Feinheiten erkennen.

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