Test: Besser als das Hauptspiel?

Age of Conan: Rise of the Godslayer Test

Auch mit heruntergeregelten Details sind das neue Gebiet Karakorum immer noch beeindruckend aus.

Hardware-intensive Grafikpracht

Die Ladenfassung


Wer sich Rise of the Godslayer im Laden kauft erhält für rund 30 € nicht nur das Addon, sondern auch das Hauptspiel. Zudem liegen in der Packung einige zusätzliche Ingame-Gegenstände darunter ein Mammut-Reittier, ein Puma-Haustier und ein paar Erfahrungspunktetränke. Neueinsteiger dürfen sich über 30 Tagen inkludierte Spielzeit erfreuen.  Wer bereits einen Account hat, kann diese jedoch nicht nutzen.

Auch bei der Technik macht Rise of the Godslayer einiges besser als das Hauptprogramm. So wurden an die Zonenübergänge nicht nur einfach Reise-NPCs platziert. Ihr reitet nun beispielsweise tatsächlich gen Osten, um in die östliche Region zu gelangen. Leider bilden die neuen Gebiete weiterhin nicht eine komplette Welt wie in World of Warcraft. Weiterer Negativpunkt: die Ladezeiten zwischen den einzelnen Zonen fallen sehr lang aus. Es wäre sehr wünschenswert, dass Funcom hier noch nachbessert.

Trotzdem könnt ihr euch dank der Änderungen nun wesentlich besser orientieren, wo in der Welt ihr euch eigentlich befindet. Und das, obwohl die einzelnen Zonen etwa 50 Prozent größer geworden sind als noch im Hauptprogramm. Zudem wirkten die Gebiete im Hauptspiel teils stark schlauchartig, was in der Erweiterung besser gelöst wurde. Jedes neue Gebiet ist sehr schön mit einem mehr oder minder starken asiatischen Touch designt. Der hohe Detailgrad sorgte auf einem unserer beiden verwendeten Testsysteme, einem etwa zwei Jahre alten Spiele-PC, teilweise zu Nachlade-Rucklern führte. Dank vieler neuer Schalter in den Grafikoptionen könnt ihr das Spiel aber nun deutlich besser an die eigene Hardware anpassen. Und auch relativ stark runtergeregelt sieht AoC: RotGS vielerorts noch gut aus.

Echte grafische Neuerungen findet ihr im DirectX-10-Modus, der dynamisches Licht bietet, allerdings gleichzeitig die Frameraten in den Keller schickt. Und auch für den DirectX-9-Modus benötigt ihr anständige Hardware unter der Haube, bevor ihr Aquilonia in seiner ganzen Bracht erleben könnt. Dann aber ist das Spiel aber auch heute noch eine wahre Pracht, mit detaillierten, geschmeidig animierten Charakteren und aufwändigen Umgebungen.

Für die formidable orchestrale Untermalung sorgte, wie im Hauptprogramm, der Komponist Knut Avenstroup Haugen. Passend zum Land Khitai ist diese Musik asiatisch angehaucht. Leider hat Funcom keine einzige der neuen Quests vertont.

Die fünf neuen Zonen könnten unterschiedlicher nicht sein: Links seht ihr die nördlichen Graslande, in der Mitte den Zugang zu Khitai und ganz rechts die Provinz Chosain. 

Fazit: Viele neue Inhalte

Unsere beiden Tester gehörten vor zwei Jahren auch zu denjenigen, die ungefähr bei Level 50 die Lust an Age of Conan verloren. Zu viele versprochene Features fehlten, darunter der groß angekündigte PvP-Modus, andere Features waren zwar eingebaut, funktionierten aber mehr schlecht als recht. Zudem fehlten viele Inhalte, was das Spiel über weite Strecken zum reinen Grind-Wettbewerb machte, also das Ausführen repetitiver Handlungen erforderte. Da konnten die wunderschöne Grafik und das innovative Kampfsystem auch nicht mehr helfen.

Doch Funcom hat die Zeit seit Release genutzt, stark am Spiel gearbeitet und es zu dem gemacht, was es schon bei Release hätte sein sollen: ein sehr gutes MMO. Mit dem Addon Rise of the Godslayer erreicht das Spiel nun ganz klar einen Höhepunkt, den viele noch vor einem Jahr kaum für möglich gehalten hätten. Allerdings: PvP-Spezialisten schauen bei der Erweiterung weitgehend in die Röhre. Dennoch werden Veteranen und Neueinsteiger gleichermaßen viele sinnvolle Neuerungen entdecken, darunter das motivierende Fraktionssystem. Und natürlich die wunderschönen neuen Landschaften, die wir auf dem Weg zu abwechslungsreichen Quests gerne besucht haben. Und zwar mit unserem zuerst kleinen, später dann ausgewachsenen Tiger. Und wir arbeiten daran, dass auch der Wolf uns irgendwann gehören wird...

Autor: Sebastian Schäfer / Redaktion: Christoph Hofmann (GamersGlobal)

Einstieg/Bedienung  Zusätzliche Komfortfunktionen für Gelegenheitsspieler Forderndes Combo-Kampf-System Einsteiger bekommen die Neuerungen erst spät zu Gesicht
Spieltiefe/Balance Alternatives Aufstiegssystem Neues spielbares Volk Fünf riesige zusätzliche Gebiete Anspruchsvollere Bossgegner  Fraktionssystem mit starken Auswirkungen  Eigener Charakter stark individualisierbar  Klassenbalance weiterhin unausgeglichen Items immer noch sehr  generisch
Grafik/Technik Detaillierte Charaktere und Umgebungen Schicke Animationen Weiterhin extrem hohe Hardwareanforderungen Sehr lange Ladezeiten DX10-Modus sorgt für unspielbare Frameraten  Zu Stoßzeiten beobachten wir seit Release häufige Lags
Sound/Sprache Gelungener Soundtrack  Atmosphärische Umgebungsgeräusche  Hohe Effektdichte  Keine der neuen Quests sind (anders als in AoC ) vertont
Multiplayer Abwechlsungsreiche, neue Dungeons und erste T4-Raids für große Gruppen  Umfangreiches PvP-System mit Gildendörfern- und -Kriegen Umfangreiche Community-Features  Zusammenarbeit wird belohnt  Keine neuen PvP-Inhalte durchs Addon
 
Christoph Licht 24. Mai 2010 - 23:16 — vor 9 Jahren aktualisiert
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