Test: Besser als das Hauptspiel?

Age of Conan: Rise of the Godslayer Test

Das "MMO für Erwachsene" Age of Conan vergrätzte beim Start vor zwei Jahren mit Bugs und fehlenden Inhalten viele Spieler. Funcom besserte seitdem mit unzähligen Patches nach. Nun steht die erste kostenpflichtige Erweiterung im Handel und verspricht weitere Neuerungen und Verbesserungen. Lohnt sich die Rückkehr oder der Neu-Einstieg?
Christoph Licht 25. Mai 2010 - 0:16 — vor 8 Jahren aktualisiert
PC
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von Sebastian Schäfer und Christoph Hofmann

Es hat sich viel getan, seit am 23. Mai 2008 die Server des Erwachsenen-MMOs Age of Conan online gegangen sind. Litt das Spiel anfangs vor allem unter fehlendem High-End-Conent, einem quasi nicht vorhandenem PvP-System und vielen, vielen Bugs, hat sich seitdem das Spiel dank unzähliger Patches spürbar in allen Bereichen verbessert. Besonders die riesigen und lang andauernden Schlachten um die Gildenfestungen sind zu einem echten Highlight geworden. Mit der Veröffentlichung der ersten kostenpflichtigen Erweiterung namens Rise of the Godslayer gehen PvP-Spieler jedoch erst einmal leer aus. Mit dem Addon spricht Funcom vornehmlich PvE-Spieler mit Level 80 an. Doch auch Neueinsteiger erwarten ab Level 20 nicht nur einige Neuerungen, sondern vor allem ein mittlerweile ausgereiftes MMO. Wir haben uns erneut für mehrere Wochen in die wüsten Lande von Hyboria gewagt -- einer Welt, die der Groschenromanschreiber Robert E. Howard in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts erfand.

Zwei der Neuerungen im Addon: Ein riesiges Albino-Mammut als Reittier und ein asiatischer Tempel.

Die Reise nach Khitai

Info: Was sich getan hat
Über 60 Updates hat Funcom seit der Veröffentlichung von Age of Conan im Mai 2008 nachgeschoben und so das unfertige Spiel Stück für Stück auf Vordermann gebracht.



Es wurde viel an der Balance der einzelnen Klassen gearbeitet, darunter der des Nekromanten und seiner Begleiter (siehe Bild). Außerdem ging es einer Vielzahl von Bugs an den Kragen. Ferner gab es einige tiefgreifendere Änderungen: Neben zusätzlichen High-Level- und Raid-Instanzen wie dem Schlachthaus-Keller, wurde das PvP-System umfangreich überarbeitet, mitsamt eines neuen PvP-Minispiels. Dadurch bietet AoC mittlerweile -- auch ohne Addon -- für Einzelgänger und Gilden viele Möglichkeiten zum Austoben. Zudem wurde der langerwartete DirectX-10-Modus aktiviert, auch wenn dieser weiterhin noch sehr verbuggt ist.

Andere Schwächen sind geblieben, so wirken die Gegenstände (Waffen, Rüstungen et cetera) immer noch generisch und austauschbar. Dennoch: Wer AoC schon vor längerem den Rücken gekehrt hat, und nun mal wieder rein schaut, könnte positiv überrascht werden.

Die größte Neuerung von Rise of the Godslayer ist eine Gebietserweiterung im Osten. Das Imperium von Khitai hat seine Pforten geöffnet, nachdem es nach Tausenden von Jahren Ruhe plötzlich wieder mit den Hyrkanianern Probleme bekommt. Gleichzeitig sorgen die einheimischen Zauberer dafür, dass die neuen Gebiete nicht gerade in „Schöner Wohnen“ auftauchen werden. Insgesamt fünf neue Zonen stehen euch zum Erforschen und Quest-Erfüllen offen. Um in die neuen Lande zu gelangen, müsst ihr jedoch zuerst nach Khemi, der Hauptstadt von Stygien. Dort befindet sich ein Karawanenmeister, der euch gegen ein wenig Bares in die neuen Lande mit nimmt.

Wer sich das Geld sparen möchte, darf sich alternativ als Wache eines Schiffs verdingen, was wiederum zu Zufallsbegegnungen auf eurer Reise führt. Dies können Kämpfe gegen Piraten sein, oder ihr müsst Pflanzen für ein Heilmittel auf einer Insel suchen, da die komplette Mannschaft des Schiffes schwer krank wurde. Erfreulich: Wir haben diese Reise zu Testzwecken mehrmals gemacht und hatten jedes Mal eine andere Herausforderung zu bewältigen. Wenn ihr diese Aufgabe geschafft habt, gelangt ihr nach Tor, dem ersten neuem Gebiet von Khitai, dass sich vornehmlich an Spieler der Levels 20 bis 40 richtet. Erst die angrenzenden, nördlichen Graslande sind für Charaktere mit Stufe 80 gedacht, dem maximalen Charakterlevel von Age of Conan.  Die drei weiteren neuen Gebiete sind die Provinz Chosain, Kara-Korum und Paikang.

Alle neuen Gebiete sind gefüllt mit Dutzenden neuer Quests sowie Gegnern. Dazu kommen insgesamt zwölf neue Dungeons, der Beginn des T4-Raids und damit verbunden natürlich unzählige neue Ausrüstungsgegenstände. Zudem werdet ihr hier erstmals auf das neue Spielervolk treffen, die Khitaner. Was schon für die ursprünglichen Völker des Hauptprogramms gilt, trifft wiederum zu: Sie unterscheiden sich nur wenig von den anderen Rassen. Ihr dürft als neuer Spieler auch als Khitaner starten, durchlebt eure ersten cirka 20 Levels dann aber genauso wie alle anderen auf der Tutorial-Insel Tortage -- erst danach werdet ihr in euer Heimatland entlassen. Tortage ist immer noch eine sehr intensive, gelungene MMO-Einführung, die mit ihren vielen vertonten Quests fast an ein Solo-Rollenspiel erinnert. Doch nachdem ihr es verlassen hat, wird dieser Aufwand auf MMO-typische Textmissionen heruntergeschraubt -- hier hat sich nichts wesentliches geändert.

Die zwölf Neuen

In den neuen Gebieten von Khitai werdet ihr immer wieder auf neue Nicht-Spieler-Fraktionen stoßen. Insgesamt zwölf solcher Parteien buhlen um eure Gunst, zwei davon bleiben zunächst unbekannt, bis ihr sie durch eine besondere Questreihe freischaltet. Schließt sich ein Spieler einer bestimmten Gruppierung an, macht er sich damit eventuell bei einer anderen zum Feind (oder auch Verbündeten). Manche Fraktionen bleiben stets in der Nähe ihrer Heimat, andere wiederrum ziehen plündernd durchs Land. Ihr werdet bei den Gruppierungen mit jeder Menge Quests versorgt und erfahrt mehr über die Mythen und Geheimnisse Khitais. Damit ihr nicht den Überblick verliert, welche Partei euch wie gesonnen ist, oder welche Auswirkungen das jeweilige Verhältnis hat, gibt's ein neues Menü namens Gruppierungsfenster. Ist euer Ansehen hoch genug, dürft ihr euch bei den dazugehörigen Händlern mit interessanten Belohnungen und speziellen Rüstungssets eindecken. Spätestens seit World of Warcraft ist ein solches System zwar keine Innovation mehr, aber dennoch ein nicht zu verachtender Motivationsquell.

Eine der Aufgaben auf der Reise nach Khitai kann sein, Pflanzen für ein Heilmittel zu sammeln. um die Crew zu retten.

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