Test: ACAH, der Bruchpilot

Ace Combat Assault Horizon Test

Jörg Langer 12. Oktober 2011 - 19:45 — vor 8 Jahren aktualisiert
Fliegerasse sind nur im Dogfight-Modus angreifbar. Es gilt, den Gegner in unserem Zielkreis zu behalten, dann treffen wir.
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Gelungene Inszenierung
Im Großen und Ganzen hat uns die Inszenierung von Assault Horizon gut gefallen. So werden Abschüsse in Zeitlupe gezeigt, und das Gefühl für Geschwindigkeit in den Dogfights geht auch in Ordnung. Teils bewegt ihr euch durch einen Stützpunkt, wo ihr dann wie beim Anfang von Deus Ex Human Revolution zwar nicht eure Beine, aber euren Kopf steuern dürft. Hinzu kommen noch einige Skriptsequenzen, beispielsweise rammt ein Gegner mit voller Wucht die Video-Leinwand des Baseball-Stadions in Miami, während ein anderer auf den vielbefahrenen Highway kracht. Vergesst aber bitte nicht, dass die Spielgrafik an sich arm an Details und reich an Matsch ist. Auch die Explosions- und Partikeleffekte lassen eindeutig zu wünschen übrig.
 
Gut sehen die Zwischensequenzen aus, mit denen die Story fortgeführt wird. Manchmal lassen sich sogar Emotionen wie Freude in den Gesichtern der Charaktere erkennen. Auch die Synchronsprecher sind gut gewählt, bei der Eindeutschung hat Namco einen sehr guten Job gemacht. Dabei müssen sich die deutschen Sprecher keinesfalls hinter den englischsprachigen verstecken. Während der Gefechte ist die Interaktion mit den Kollegen begrenzt. Meist knallen sich die Charaktere nur flapsige Kommentare an den Kopf, die allesamt doch ziemlich aufgesetzt wirken. Auf einer Mission in Afrika etwa ist es unser Ziel, die Ölfelder vor den Rebellen zu beschützen. Der Schenkelklopfer-Spruch dazu: „Die haben wohl die Rauchverbotsschilder übersehen!“


Wow! Neben der Farbe eures Jets könnt ihr auch die Farbe des Raketenrauchs nach euren Wünschen anpassen.
Freie Missionen und Koop-Luftkämpfe
Missionen, die ihr in der Einzelspielerkampagne erfolgreich beendet habt, könnt ihr fortan als "Freie Mission" direkt anwählen. Dann dürft ihr auch euren Schwierigkeitsgrad bestimmen und Upgrades für euren Flieger freischalten, etwa stärkere Waffen oder mehr Munition. Ihr bezahlt diese Extras durch erfolgreiches Abschließen von Missionen. Ihr könnt eurem Fluggerät auch einen neuen Anstrich verpassen. Ihr dürft allerdings nicht mit einem Jet über eine Helikopter-Map düsen, oder mit einem Heli eine Bomber-Mission neu erleben.
 
Dafür könnt ihr die Missionen auch kooperativ angehen (sofern sie schon freigespielt sind). In reguläre Multiplayer-Partien stürzen sich bis zu 16 menschliche Piloten. Alle Upgrades, die ihr im Solopart freigeschaltet habt, stehen euch auch online zur Verfügung, und umgekehrt.
 
Testfazit: Bitte weiterfliegen
Ace Combat – Assault Horizon ist in jederlei Hinsicht Mittelmaß. Sei es die grafische Aufmachung oder die Handlung – beides haben wir in anderen Actionspielen (und auch Action-Flugsims) schon viel besser erlebt. Und wir müssen dazu nicht mal zurück zu den Zeiten eines Strike Commander. Zwar ist die Inszenierung -- insbesondere durch die Cutscenes -- besser als beim entfernt vergleichbaren Heroes over Europe (GG-Test: 6.5), das uns mit schnöden Texttafeln abspeiste. Doch während wir dort auch mal Jagd auf ein Schlachtschiff machen durften oder tief ins Deutsche Reich hineinflogen, ändern sich bei Assault Horizon quasi nur der grafische Background, nicht aber die repetitiven Missionen. Das ist der Kardinalfehler von Assault Horizon: Schon nach kurzer Zeit wird das Geschehen eintönig. Und auch wenn die Entwickler versuchen, durch die ganzen Fluggeräte und Schauplätze und ein paar grundsätzliche Missionstypen Abwechslung zu erzeugen, ändert sich am eigentlichen Ablauf überhaupt nichts: Erste Welle abwehren, zweite Welle abwehren, dritte Welle abwehren. Dem Spiel hätten vor allem ein paar Missions- und Gegnertypen mehr gut getan. Was bleibt, ist ein einsteigerfreundlicher Shooter mit Flügeln, der euch trotz ordentlicher Inszenierung bestenfalls kurzfristig an den Bildschirm fesseln dürfte.
 
Autor: Jonas Schramm / Redaktion: Jörg Langer (GamersGlobal)

 Ace Combat Assault Horizon
Einstieg/Bedienung
  • Einfache Steuerung...
  • Gutes Tutorial
  • Fair verteilte Speicherpunkte
  • Drei Schwierigkeitsgrade
  • ... die aber entsprechend wenig Flugmanöver erlaubt
Spieltiefe/Balance
  • KI ist ganz gut
  • Viele Flugzeuge und Helikopter
  • Länge der Kampagne in Ordnung
  • Missionen nach Durchspielen der Kampagne frei wählbar
  • Viel zu langatmige Missionen
  • Altbekannte 08/15-Bösewicht-Story
  • Aufträge werden schnell eintönig
  • Zu wenige Gegnertypen
  • Keinerlei taktischer Anspruch
Grafik/Technik
  • Zwischensequenzen optisch gut gemacht
  • Einige Sehenswürdigkeiten erkennbar
  • Helikoptermissionen sehen recht ordentlich aus (Kamera näher dran, viele 3D-Gebäude)
  • Gutes Geschwindigkeitsgefühl in den Dogfights
  • Bodentexturen sehen extrem schwammig aus
  • Wenig Details (außer eigenes Flugzeug)
  • Wettereffekte haben keine Auswirkung auf Missionsverlauf
  • Nur manche Gebäude stechen aus den flachen Texturteppich heraus
Sound/Sprache
  • Deutsche sowie englische Sprachausgabe gleichauf
  • Solide Waffengeräusche
  • Soundtrack wiederholt sich im Laufe der Mission
  • Dialoge wirken aufgesetzt und unlustig
Multiplayer
  • Koop-Modus
  • Multipalyer-Modus für bis zu 16 Spieler
 
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Userwertung
6.5
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Jörg Langer 12. Oktober 2011 - 19:45 — vor 8 Jahren aktualisiert
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