Test: ACAH, der Bruchpilot

Ace Combat Assault Horizon Test

Jörg Langer 12. Oktober 2011 - 19:45 — vor 8 Jahren aktualisiert
 
Jedes Fluggerät hat eine Spezialwaffe, die ihr vor Beginn eines Einsatzes auswählen könnt. Hier haben wir gerade vier AGM-Raketen auf die Bodenziele abgefeuert. Arme Bodenziele!
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Belanglose Missionen
Zu Beginn eines jeden Auftrags wählt ihr zuerst einmal euren fliegenden Untersatz aus. Im Ace-Combat-Hangar steht eine solide Auswahl an Kampfjets, Helikoptern und Bombern, durchweg Nachbildungen original existierender Fluggeräte. So könnt ihr euch hinter den Steuerknüppel von F-117A Nighthawk, F-22A Raptor oder AH-64D Apache Longbow klemmen.

Allerdings muss euer Fluggerät vom jeweiligen Einsatz erlaubt sein, ihr könnt also nicht mit einem Bomber eine Helikopter-Mission bestreiten, und so weiter. Habt ihr euch entschieden, wählt ihr noch eine Spezialwaffe aus, eine Bombe oder zielsuchende Raketen. Das Missionsdesign passt gut zur Steuerung, die ja sehr simpel ist. Beispielsweise sollen wir zu Einsatzbeginn ein paar Jäger abfangen. Hierzu visieren wir die per Knopfdruck an, verringern den Abstand und lassen einige Raketen los.
 
Später treffen wir dann noch auf sogenannte „Flugasse“, die sich durch solche Fire-and-forget-Spielchen nicht beeindrucken lassen. Vielmehr müssen wir sie mannhaft im Dogfight niederringen. Also hängen wir uns ans Heck des Feindes und leiten eine Art Highspeed-Wettrennen ein. Dann gilt es, den Gegner in unserem Zielkreis zu behalten, denn nur so können wir mit unseren Waffen zuschlagen. Es ist dann durchaus befriedigend, den Trigger zu drücken und danach dem besiegten Gegner Adieu zu winken.
 
Klingt gar nicht so schlecht? Ist es ja auch nicht, für die erste Mission im Spiel. Dummerweise bietet aber Ace Combat – Assault Horizon im weiteren Verlauf nicht mehr viel neues. Wir müssen zwar später auch mal einen Bomber aufhalten oder den Einschlag einer Cruise Missile verhindern, die Herangehensweise an diese Kämpfe ist aber immer dieselbe: Vorgeplänkel, Dogfight-Modus, ein paar Raketen abfeuern, und wieder von vorne. Das gilt auch für die Helikoptereinsätze, in denen wir meist Bodentruppen unterstützen. Letztendlich läuft es aber bei diesen darauf hinaus, dass ihr alles in eurem Sichtfeld zerstören müsst, um die nächste Zwischensequenz einzuleiten.

Die Einsätze wiederholen sich außerdem auch noch. Da die Schauplätze keinerlei Auswirkung auf den Spielverlauf haben, ist es dann auch vollkommen egal, ob wir nun unsere Truppen in Mogadischu oder wenig später in Russland beschützen müssen.
 
Mach mal Pause
Neben der Eintönigkeit, die sich aufgrund der überschaubaren spielerischen Abwechslung bald einstellt, finden wir die Länge der Einsätze negativ. Die sind uns nämlich allesamt zu lang! Die gegnerischen Angriffe finden in Wellen statt, was in Verbindung mit den wenigen Gegnertypen keine sehr prickelnde Idee ist. Es läuft nämlich darauf hinaus, dass wir es normalerweise erst mit ein paar Jägern der Kategorie Kanonenfutter zu tun bekommen, dann mit einer Welle Fliegerasse, und schließlich eine Welle Bomber abfangen. Im weiteren Verlauf des Spiels steigt dann die Zahl der Gegnerwellen, so mussten wir in Dubai verhindern, dass gleich drei Bombergeschwader hintereinander die Stadt in Schutt und Asche legten. Immerhin sind die Speicherpunkte allesamt fair verteilt, sodass uns der Frust, eine der länglichen Missionen von vorn beginnen zu müssen, erspart blieb.
 
Für ein wenig Abwechslung sorgen immerhin die Missionen an einer Minigun oder an Bord eines Bombers, zumindest, wenn ihr sie zum ersten Mal spielt. Überraschenderweise stellen sich zudem die Gegner vergleichsweise schlau an. So weichen Fliegerasse immer wieder unseren Raketen aus und leiten manchmal sogar Gegenmanöver ein. Außerdem nehmen uns die Feinde ihrerseits gerne unter Beschuss, sodass wir schleunigst ausweichen oder unsere Flares einsetzen müssen, um nicht selber vom Himmel zu fallen.
 
Die Wettereffekte sind manchmal ganz schön anzusehen. Dass es hier in Russland in Strömen regnet, schlägt sich aber in keiner Weise auf das Flugverhalten unseres Jets nieder.
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