Test: Staatsanwälte & Peitschen

Ace Attorney Investigations Test

Die Ace-Attorney-Serie dürften die meisten Spieler vom Nintendo DS kennen, doch auch wem der Name noch nichts sagt, sollte der Gerichts- und Detektiv-Reihe eine Chance geben. Mit Ace Attorney Investigations: Miles Edgeworth ist nun der fünfte Teil erschienen, der einige Neuerungen und einen ehemaligen Gegenspieler als Helden bringt.
Christian Witte 23. Februar 2010 - 15:31 — vor 10 Jahren aktualisiert
DS
Vor einigen Jahren trat zum erstmals der junge Phoenix Wright als Anwalt in Erscheinung und machte, ursprünglich für den GBA erschienen, auf dem DS eine noch bessere Figur. Denn Capcom nutzte den Touchscreen und auch das Mikrofon sehr sinnvoll. Es sind aber seit jeher vor allem die abgedrehten, wortgewandten Gefechte im Gerichtssaal und an diversen Tatorten, denen die Ace Attorney-Adventureserie ihren guten Ruf verdankt. Die skurrilen Charaktere wurden im Laufe der bisherigen vier Teile immer weiter ausgearbeitet; sogar kleine Nebenrollen sind vielen Spielern ans Herz gewachsen.

Wer die Serie noch nicht kennt: Über drei Teile hinweg haben wir die Geschicke von Phoenix gelenkt und aus ihm einen wahren Meisteranwalt geformt. Im vierten Teil schlüpfte ein neuer junger Anwalt in die Hauptrolle, doch der Neuling Apollo Justice konnte nicht ganz an den Charme von Phoenix Wright anknüpfen -- der, wie zum direkten Vergleich, auch noch im Spiel auftauchte. Im nun vorliegenden fünften Teil (im Grunde ein Spin-Off der Serie), Ace Attorney Investigations - Miles Edgeworth übernehmt ihr die Rolle des langjährigen Gegenspielers von Phoenix, eben Edgeworth. Mit dem adretten Herrn haben wir uns über Jahre hinweg harte Wortgefechte vor Gericht geliefert,  aber letztlich auch eine Art von Freundschaft aufgebaut.

Franziska von Karma ist eine alte Bekannte aus Deutschland, die Gute hat übrigens eine Peitsche immer griffbereit...

Staatsanwalt, Peitsche, Instant-Nudeln und alte Bekannte

Ihr denkt dass wir bei dieser Überschrift vielleicht doch unseren Verstand verloren haben? Nein, Serienkenner werden bereits wissen worauf wir anspielen. Allen anderen sei verraten, dass ihr keinesfalls ein staubtrockenes Adventure im Gerichtssaal vorgesetzt bekommt. Wie in den Vorgängern sprühen auch hier die Dialoge nämlich nur so vor Wortwitz und Humor und manchmal auch Aberwitz. Trotzdem hat das neue Ace Attorney Investigations durchaus seine ernsteren Stellen, denn schließlich geht um die Aufklärung von Morden, Entführungen und anderen Missetaten.

Ihr spielt Miles Edgeworth, Staatsanwalt und ehemaliger Gegenspieler von Phoenix Wright.
Den Hauptcharakter haben wir ja bereits vorgestellt, denn ihr schlüpft in die Rolle eines Staatsanwaltes, des erfahrenen Miles Edgeworth. Dieser wird dabei im Spiel von seinem tollpatschig-liebenswerten alten Bekannten Detective Gumshoe begleitet. Der leidet leider aufgrund von regelmäßigen Fehlern an ständigen Gehaltskürzungen, weshalb sich viele seiner Gedanken auch um die restlichen Nudeln drehen, die er sich gerade so noch leisten kann.

Aber auch viele weitere alte Bekannte werden Veteranen freudig wiedererkennen. Da wäre die strenge Franziska von Karma, die mit ihrer Peitsche gerne Gumshoe malträtiert. Nebencharaktere aus vorherigen Teilen wie etwa Magey Byrde, die auch weiterhin beständig vom Unglück verfolgt wird, oder der tollpatschige Polizist, der einmal so werden möchte wie Gumshoe. Aber keine Sorge, auch Winston Payne ist zu sehen und es gibt unzählige humoristische Anspielungen auf weitere Charaktere der Serie, darunter die schrullige ältere Dame (Wendy Oldbag), die ein Auge auf den jungen „Edgey“ geworfen hat. Für Serienveteranen ist Ace Attorney 5 also auch eine Hommage an die älteren Teile und voller Seitenhiebe auf Phoenix Wright.

Weg vom Gericht und hinein ins Geschehen


Für Ace Attorney Investigations hat Capcom einiges am klassischen Spielprinzip geändert. Spielte sich bisher ein Großteil der Spielzeit vor Gericht ab, fehlen diese Abschnitte nun komplett. Doch keine Panik, ihr vernehmt weiterhin diverse Verdächtige, nur eben direkt am Tatort oder in dessen Nähe. Dies ist eine durchaus willkommene Abwechslung, die den Spielfluss nicht nur interessanter, sondern auch dynamischer gestaltet. Eine weitere Neuheit ist die direkte Begehung der Spielwelt: Bislang musstet ihr euch durch Standbilder klicken, doch Miles Edgeworth bewegt ihr direkt als gut animierte Sprite-Figur durch die Manga-Welt. Die Charaktere sind bei Dialogen aber weiterhin in Großaufnahme zu sehen und überzeugen hier durch ihre grandiose, gewollt-übertriebene Mimik.

Für die Traditionsreihe sind das große Änderungen, auch wenn sie eher geringe Auswirkungen auf den Spielablauf haben. Das gesamte Adventure lässt sich weiterhin bestens mit dem Stylus steuern, wahlweise könnt ihr eure Figur aber auch mit dem Steuerkreuz bewegen (was wir zumindest in den Bewegungsabschnitten durchaus empfehlen würden). Neu ist ferner das Partner-Feature. Ihr habt nämlich fast immer einen Gefährten zur Seite, oft den lieben Detective Gumshoe. Diesen könnt ihr nicht nur nach Ideen oder Hinweisen befragen, sondern ihm auch Beweise, die ihr gesammelt habt, zeigen -- vielleicht kommt ja eurer Begleiter auf eine Idee, die euch versagt blieb.

Die beiden typischen Spielbestandteile: LINKS seht ihr eines der vielen Gespräche, RECHTS untersucht ihr ein Opfer.
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