DLC-Test: Meucheln in Florenz

AC2: Fegefeuer der Eitelkeiten Test

Knapp drei Wochen nach der Veröffentlichung des ersten AC2-DLC "Schlacht um Forli", der uns nicht umfangreich genug war, bringt "Fegefeuer der Eitelkeiten" nun die letzte noch fehlende Erinnerungssequenz ins Spiel. In unserem Test erfahrt ihr, wieso uns der zweite Download-Content fast in allen Belangen besser gefällt.
GG-Redaktion 19. Februar 2010 - 17:28 — vor 6 Jahren aktualisiert
PC 360 PS3
von Carsten Friedrich

Der erste DLC zum großartigen Assassin's Creed 2 -- Schlacht um Forli -- hinterließ bei uns im Test einen durchwachsenen Eindruck: Zu kurz war der Trip nach Forli, der die Storylücken zwar interessant, aber im Großen und Ganzen dann doch etwas abwechslungsarm schloss. Im Ergebnis konnte der erste Zusatzinhalt für Assassin's Creed 2 daher nur ein Befriedigend einfahren. Mit der zweiten Download-Episode Fegefeuer der Eitelkeiten möchte der Publisher und Entwickler Ubisoft nun alles besser machen. Bevor ihr euch aber in neue Abenteuer stürzen könnt, müsst ihr euch entscheiden, welche der zwei zur Verfügung stehenden Varianten des DLCs ihr erwerben wollt. Die Basisversion enthält ausschließlich Sequenz 13 und kostet knapp 4 EUR. Mit dem Kauf der erweiterten Version für etwa 7 EUR erhaltet ihr zusätzlich noch die drei Templerverstecke, die allerdings schon in der Black Edition des Hauptprogramms enthalten waren. Wer diese also schon sein eigen nennt, kann sich die Mehrkosten getrost sparen.

Wieder prächtig anzusehen: Fegefeuer der Eitelkeiten erweitert Florenz um einen komplett neuen, großen Distrikt.

Nichts als Scherereien

Am Ende der Schlacht um Forli verfolgte Ezio den Mönch Savonarola in seine Heimatstadt Florenz. Dieser hatte Ezio zuvor den Eden-Apfel abgenommen, nachdem er ihn von den Orsi-Brüdern zurückerlangen konnte. Endlich in Florenz angekommen trifft sich der Assassine zuallererst mit Machiavelli, der ihm berichtet, dass Savonarola mittlerweile mit dem Eden-Splitter die Stadt unter seine Kontrolle gebracht hat. Das schaffte er, in dem er die neun einflussreichsten Bürger der Stadt mit der Aussicht auf Macht und der mystischen Kraft des Eden-Apfels für seine Sache gewinnen konnte. Savonarola möchte Florenz nämlich wieder zurück ins Mittelalter stürzen, da er mit der Renaissance so gar nichts anfangen kann. Nun liegt es an Ezio, die neun Leutnants Savonarolas auszuschalten.

Abwechslungsreiches Meucheln
Dieser Priester ist einer von Savonarolas Gefolgsleuten. Er hat sich auf dem Dach einer Kathedrale verschanzt, doch allzu sicher sollte er sich hier nicht fühlen...

Im Gegensatz zum ersten DLC gestaltet sich das Missionsdesign in Fegefeuer der Eitelkeiten um einiges interessanter, denn die Aufträge spielen die Stärken von Assassin’s Creed 2 aus, die schon das Hauptprogramm so gut gemacht haben: Die neun Attentate, die teilweise auch in einem komplett neuem Stadtviertel durchgeführt werden, entpuppen sich als überaus abwechslungsreich und spannend. Einmal müssen wir beispielsweise einen verrückten Künstler ausschalten, der versucht, die Bürger von Florenz auf Savonarolas Seite zu bringen. Um zu ihm zu gelangen, haben wir mit Ezios neuer Fertigkeit, dem Sprint-Sprung, eine breite Häuserschlucht passiert, um danach den besessenen Maler per Sprung-Attentat von einem Gerüst aus ins Jenseits zu befördern. In einer anderen Mission müssen wir einen Priester eliminieren, der sich auf dem Dach einer Kathedrale verschanzt hat. Die Herausforderung besteht darin, dass wir einerseits die Zielperson erreichen müssen, andererseits aber bei unseren waghalsigen Klettermanövern nicht entdeckt werden dürfen.

Fegefeuer der Eitelkeiten hat mit den eher unmotivierten Eskort-Aufträgen und den wenig abwechslungsreichen Attentaten aus dem ersten DLC nicht mehr viel gemein. Vor allem ist auch der Schwierigkeitsgrad etwas angestiegen, sodass ihr wohl nicht alle zu begehenden Morde jedes Mal direkt im ersten Anlauf schaffen werdet. Dennoch bleibt das Spiel in seinen Anforderungen an euch stets fair. Ebenfalls schön: Auch die stimmungsvollen Dialoge kurz vor dem Tod der Opfer sind wieder vorhanden. Alles in allem wird euch Fegefeuer der Eitelkeiten für ungefähr drei Stunden prächtig unterhalten.

Zwei kleine Enttäuschungen haben wir dann aber doch festgestellt: Zunächst einmal hätte gerade das Finale in Fegefeuer der Eitelkeiten weniger abrupt enden dürfen. Wir wollen euch an dieser Stelle natürlich nicht verraten, was genau dort passiert, aber hier hätten die Entwickler eindeutig noch mehr aus der Handlung herausholen können. Außerdem wirkt Ezios neue Sprung-Fähigkeit etwas lieblos intergriert. Wirklich erforderlich ist sie nämlich nur in der oben beschriebenen Mission. Doch alles in allem können diese Unzulänglichkeiten den Spielspaß nicht wirklich trüben.

Requiestat in pace: Auch die kurzen, "versöhnlichen" Dialoge kurz vor dem Tod eines Opfers sind wieder drin.
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