Hübsch, bunt, leicht

Yoshi's Woolly World Preview

Man nehme den süßesten aller Dinos, drücke ihm ein Wollknäuel in die Hand und fertig ist der Plattform-Exklusivhit? Wir verraten euch, weshalb uns der Arcade-Titel für WiiU visuell verzückt, spielerisch überrascht, aber noch nicht ganz überzeugt hat.
Benjamin Braun 1. Juni 2015 - 20:43 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Eigentlich verläuft im Yoshi-Land alles nach dem Motto "Friede, Freude, Eierkuchen". In allen Farben, die der Regenbogen hergibt, tummeln sich die komplett aus Garn geflochtenen Dinos um das Wollknäuel in der Mitte ihres Dorfes. Quietschfidel hüpfen die verschiedenfarbigen Yoshis umher – bis zu jenem Moment, als Fiesling Kamek auftaucht, alle bis auf den grünen und den roten Dino in Wollknäuel verwandelt und kurzerhand in seinen Sack packt. Keine Frage: Irgendwie müssen wir unsere Freunde wieder zurückholen! Was wir in Yoshi's Woolly World erlebt haben und was uns am WiiU-Titel gefallen hat und was nicht, erfahrt ihr in unserer Preview.

Wolle statt Eier
Mit Wollknäueln feuert Yoshi um sich, um Gegner zu beseitigen und Objekte wie diese Wolke zu aktivieren. Da wir für solche Aktionen stehenbleiben müssen, verlangsamt sich automatisch das Gameplay.
Ganz oberflächlich betrachtet wirkt Yoshi's Woolly World wie ein Yoshi's New Island (GG-Test: 7.5), nur eben mit Wollknäueln statt Eiern. Dieser erste Eindruck täuscht allerdings, denn mit der Wolle könnt ihr viel mehr und ganz andere Dinge anstellen als mit den bunt gefleckten Kalkschalen. Normale Gegner schießt ihr damit zwar genauso sofort ab, größere Feinde wie Piranha-Pflanzen oder auch die Schatztruhen-ähnlichen Krebse in einem Strandabschnitt wickelt ihr mit euren Geschossen aber bloß ein und gebt ihnen auf Wunsch durch einen Sprung auf den Kopf den Rest. Euer Vorrat an Knäueln ist natürlich begrenzt, ihr findet in den Levels aber immer wieder neue in Nachschubkanistern. Alternativ saugt ihr die kleineren, ebenfalls aus Garn bestehenden Gegner ein, und verwandelt sie dann per Knopf in ein neues Knäuel. Bis zu sechs davon auf einmal nimmt euer Yoshi wie von Geisterhand ins Schlepptau, um sie bei Bedarf auf Gegner zu schleudern oder Bonusobjekte zu zerstören.

Die bringen mal Juwelen, mit denen ihr weitere Extras freischaltet, kleine Herzwesen, mit denen ihr eure Gesundheit wieder etwas auffrischt, oder auch Pusteblumen, die zur Freischaltung des Zusatzlevels einer Spielwelt benötigt werden. Das ist auch die größte Motivation, in den Levels alle Geheimnisse aufzudecken. Vom natürlichen Drang der Komplettisten abgesehen, mangelt es an Anreizen, alle Bonusobjekte wie die von Kamek auf der Flucht verlorenen Yoshi-Knäuel einzusammeln. Suboptimal ist dabei auch, dass ihr die Levels wie auch im 3DS-Ableger quasi immer durchrushen könnt. Elemente, die einen stärker dazu zwingen, die Levels genauer zu erkunden, könnte es definitiv häufiger geben. Ausreichend Raum gibt es dafür aber in jedem Fall. Bereits die frühen Welten bieten unzählige Bonusgebiete, die nur auf indirektem Weg erreichbar sind.

Manchmal muss Yoshi Gegner wie einen Fahrstuhl benutzen, ein anderes Mal sind ein paar gut getimte Sprünge zwischen verschiedenen Plattformen notwendig. Hier gilt es, Stachelfallen aus dem Weg zu gehen, dort werfen Feinde mit Bomben nach uns, die uns im Regelfall spätestens nach dem zweiten Treffer zum letzten Checkpoint zurücksetzen. Versuche habt ihr von dort aus aber unendlich viele, und auch in vielen anderen Bereichen verzeiht Yoshi's Woolly World sehr viele Fehler. Wer etwa beim Springen über Plattformen falsch abspringt, stürzt nicht automatisch in den Tod. Seid ihr nahe genug an der nächsten Plattform dran, saugt uns Yoshis Fußpropeller quasi automatisch daran hoch.
Yoshi ist verglichen mit anderen Plattformern im Regelfall eher langsam unterwegs und nach den bisherigen Spieleindrücken auch nicht gerade ein Super Mario Bros. 2.

Langsam, aber nicht trägeDas Gameplay ist nicht nur verglichen mit dem teils pfeilschnellen Rayman Legends (GG-Test: 9.5) recht langsam. Yoshi ist in seiner normalen Form fast ausschließlich im Schritttempo unterwegs und wird an vielen Stellen zudem immer wieder ausgebremst. Dass wir warten müssen, bis die großen schwingenden Wollknäuel nahe genug zu unserer Seite rüberkommen, um draufspringen zu können, ist prinzipiell nachvollziehbar. Dadurch verlangsamt sich das Abenteuer aber teils so stark, dass es ab und zu unnötig zur Geduldsprobe wird. Ebenfalls gestoppt wird Yoshi immer wieder vor Abgründen, die er nur mithilfe seiner Wolle überwinden kann.

So müssen wir auf kleine Wolken schießen, um eine große Blume aus dem Boden wachsen zu lassen oder feuern unser Garn auf die angedeuteten Flügel einer Windmühle, die erst unter Beschuss als nutzbare Plattformen erscheinen. Die Steuerung selbst, die auch mit Pro Controller oder Wii-Remote möglich ist, funktioniert tadellos.
Yoshi ist groß, Yoshi ist mächtig, Yoshi hat 'nen Schwanz von drei Meter 60.
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