WRC 9

WRC 9 Preview+

Rallye-Sim mit Detailverbesserungen

Benjamin Braun / 31. Juli 2020 - 14:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
PCPS4PS5SwitchXOneXbox X
Sport
Rennspiel
3
KT Racing
Nacon
04.09.2020
Link
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Teaser

Mit ihrem neuen Spiel zur FIA-Rallye-Meisterschaft steigert sich Kylotonn noch einmal nach dem starken WRC 8. Das liegt weniger an großen Änderungen, sondern vor allem an kleinen Verbesserungen.
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Alle Screenshots und Videoszenen stammen von GamersGlobal

Die WRC-Reihe blickt auf eine langjährige Tradition zurück. Bereits Anfang der Nullerjahre entwickelten die inzwischen aufgelösten Evolution Studios (MotorstormDriveclub) mehrere Rallye-Simulationen exklusiv für Sonys PlayStation 2. Danach übernahm der italienische Rennspiel-Spezialist Milestone (MotoGP, Ride), um schließlich im Jahr 2015 durch die bis dato eher mäßig bekannte französische Spieleschmiede Kylotonn Games ersetzt zu werden. Die Anfänge waren mit WRC 5 eher ernüchternd, mit quasi jeder Fortsetzung aber gelang Kylotonn eine Steigerung der Reihe, die inzwischen längst das Niveau der Milestone-Umsetzungen übertroffen hat.

Mit WRC 9 hat das in Paris ansässige Studio seinen nunmehr fünften Teil der Serie in der Werkstatt. Wie gehabt rast ihr mit reellen Autos über fast alle Strecken der FIA World Rally Championship. Auch eine Vielzahl echter Fahrer ist mit von der Partie und ihr kriegt von eurem Kopiloten ganz wie bei einer echten Rallye die nächsten Schwierigkeiten auf der Strecke angesagt, um angemessen reagieren zu können. Eine der Neuerungen, die ich selbst aber noch nicht anspielen konnte, ist ein Online-Modus, bei dem ihr gemeinsam mit einem echten Mitspieler die Rollen Fahrer und Beifahrer unter euch aufteilt.

Ich konnte Hand an eine Preview-Fassung von WRC 9 legen und dabei auch selbst Videoszenen aufnehmen. Wie gut dem Studio, das auch Flatout 4 - Total Insanity und die zweifelhafte Fortsetzung V-Rally 4 auf dem Kerbholz hat, die neuste Rallye-Simulation gelungen ist, erfahrt ihr in dieser Preview.
Drei neue Rallyes kommen in der diesjährigen Version dazu. Die Etappen in Japan haben mir definitiv am besten gefallen.
 

Viel drin, viel dran, viel drauf

Wenn man schon die offizielle Lizenz zur FIA World Rally Championship besitzt, muss man sie natürlich auch nutzen. Kylotonn Games macht das und bietet mit 52 Teams aus WRC, WRC 2, WRC 3 und Junior WRC samt aller Fahrzeuge, Fahrer und visuellen Designs einen üppigen Umfang. Gekleckert wird auch nicht bei der Anzahl der Etappen, die bei WRC 9 auf über 100 ansteigt. Allerdings sind lediglich 14 der 15 Länder des regulären Rennkalenders der Rallye-WM 2020 dabei. Dazu sei aber gesagt, dass eine Reihe der realen Rennen aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste. In WRC 9 müsst ihr auf die drei neuen Rallyes in Japan, Neuseeland und Kenia sowie viele weitere Rennorte aber keinesfalls verzichten.

Während die üblichen Spielmodi und Onlinefunktionen der letztjährigen Version erhalten bleiben, kommen zwei gänzlich neue Features hinzu. Zum einen werdet ihr Clubs gründen können, um mit Freunden oder Fremden eure eigenen Meisterschaften auszutragen. Natürlich müssen die Clubs nicht öffentlich sein. Wenn ihr möchtet, bleibt ihr mit euren Freunden unter euch. Der zweite neue Modus ist eine Koop-Variante. Spannend finde ich die Idee schon, einen echten Mitspieler die Streckenansagen übernehmen zu lassen. Ich stelle mir das allerdings insbesondere mit Bezug aufs richtige Timing schwierig vor. Der Modus könnte aber für ein besonders authentisches Rallye-Flair sorgen. Natürlich ist auch der lokale Splitscreen-Modus wieder mit von der Partie. Oben drauf kommen 15 klassische Rallye-Fahrzeuge, wobei etwa der Audi quattro A2 mit dem 1984er WM-Sieger Stig Blomqvist als Fahrer nur für Vorbesteller kostenlos ist.
WRC 9 ist eine Rennsimulation, allerdings nicht so strikt wie Dirt Rally 2.0. Das Fahrmodell fühlt sich gut und realistisch an, allerdings wirkt sich in meiner Vorschauversion starker Regen quasi nicht aufs Fahrverhalten aus.
 

Realistisches Fahrmodell und schönes Wetter

Ganz so stark auf Realismus ausgelegt wie in Dirt Rally 2.0 ist das Fahrmodell in WRC 9 nicht. Das verwundert aber nicht weiter, da schon die Vorgänger etwas verzeihender waren. Dadurch wird Kylotonns Rennspiel keineswegs zu einem Arcade-Racer, aber insgesamt ist WRC eindeutig zugänglicher. Spaß machen die Boliden vor allem aufgrund des sehr guten Geschwindigkeitsgefühls. Nicht zu verachten ist aber auch, wie gut man bereits bei der Gamepad-Eingabe spürt, ob man gerade über losen Schotter brettert oder über den eisigen Untergrund in Schweden düst.

Woran es bei Kylotonn Games, die erneut ihre eigene Engine nutzen, noch hapert, ist der Einfluss der zusätzlichen Wettereffekte. Denn während sich Asphalt oder Schnee völlig unterschiedlich und ziemlich echt anfühlen, habe ich bei Starkregen kaum Auswirkungen aufs Fahrverhalten bemerkt. Dramatisch finde ich das nicht, zumal ich ansonsten womöglich schnell überfordert sein könnte. Aber um den Ansprüchen von Fans knallharter Simulationen genügen zu können, sollte nasser Untergrund schon deutlich rutschiger sein.

Dafür sehen die Wettereffekte ziemlich klasse aus. Besonders gut gefällt mir, wie sich der Dreck an Karosserie und Windschutzscheibe absetzt. Lustig finde ich immer noch, dass ich den Scheibenwischer manuell aktivieren muss. Immerhin sieht man aus dem Cockpit irgendwann fast nichts mehr, wenn man ihn nicht einschaltet und bei anderen Rallye-Spielen gehen die Wischer von selbst an. Die Scheinwerfer werden bei Nachtrennen übrigens automatisch eingeschaltet. Aber wenn ihr Walter Röhrls nächtlichen Nebelblindflug in Portugal nacherleben wollt – auf einer Sonderprüfung war er fast fünf Minuten schneller als der Zweitplatzierte – könnt ihr die Lampen manuell ausschalten.
Natürlich könnt ihr auch in WRC 9 frei aus vielen Perspektiven auswählen. Anders als in den meisten anderen Rennspielen komme ich in der Cockpitansicht generell besser zurecht als mit den Außenansichten.
 

Mehr Inhalte nach dem Launch

Etwas kurios wirkt der Umstand, dass Kylotonn Games und Publisher Nacon (ehemals Big Ben Interactive) einen mehrmonatigen Post-Launch-Plan verfolgen. So sollen grob von Oktober bis Dezember drei große kostenfreie Inhalts-Updates nachgereicht werden. Die bringen unter anderem einen Fotomodus, aber auch größere Dreingaben wie komplett neue Rallye-Varianten von Portugal und Finnland. Auch der "Co-Driver"genannte Koop-Modus wird nicht in der Release-Fassung Anfang September enthalten sein. Zum Abschluss kommt zudem ein Update, das den eSport-Start im Januar vorbereiten soll.

Auf meine Frage in einem Briefing vor der Spielesitzung fand Producer Sébastien Waxin eine sehr ehrliche Antwort: Mit Corona habe es nichts zu tun, dass manche Inhalte erst später kommen. Vielmehr habe man bei den DLC- und Update-Plänen anderer (Rennspiel-)Hersteller erkannt, dass es Vorteile hat, Neues nachzuliefern und so auch länger "im Gespräch" zu bleiben. Wichtig könnte das im Fall von WRC 9 auch für die Next-Gen-Fassungen sein, die bis Ende des Jahres verfügbar sein werden. Dazu haben Entwickler und Publisher in der Präsentation vor dem Hands-on zwar bereits ein bisschen was verraten. Darüber sprechen darf ich allerdings noch nicht. Doch übrigens: Wer WRC 9 für PS4 oder Xbox One digital erwirbt (ob das auch für die Disc-Version gilt, weiß ich nicht) kann die Next-Gen-Fassung auf der jeweiligen Nachfolgeplattform ohne Zusatzkosten beziehen.

Autor: Benjamin Braun, Redaktion: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Benjamin Braun

Ich mochte Rallye-Spiele schon immer sehr gerne. Selbst die technisch nicht gerade erstklassigen WRC-Spiele von Milestone habe ich jedes Jahr mit Freude aufs Neue gespielt. Kylotonn Games hatte 2015 mit WRC 5 zwar auf ähnlich mittelmäßigem Niveau begonnen, sich aber seitdem konstant gesteigert. Damit meine ich nicht nur technisch, sondern auch spielerisch. Objektiv betrachtet ist Dirt Rally sicherlich die bessere Rallye-Simulation, mir ist sie allerdings etwas zu realistisch. Da spricht mich WRC mit seinem zugänglicheren Fahrmodell deutlich mehr an.

Wahnsinnig viel verändert sich, von den neuen Rallyes in Japan, Neuseeland und Kenia mal abgesehen, vielleicht nicht. Aber die vielen kleineren Verbesserungen bei Technik und Fahrphysik machen sich bemerkbar und lassen WRC 9 den Vorgänger noch einmal leicht übertreffen. Ich freue mich jedenfalls auf den September, ganz besonders gespannt aber bin ich auf die speziellen Funktionen der neuen Konsolen. Denn gerade, wenn Sony bei den Features des neuen Gamepads nicht zu viel verspricht, könnte auch der Spielspaß in WRC 9 davon deutlich profitieren.
 
WRC 9
Vorläufiges Pro & Contra
  • Simulationslastiges, aber einsteigerfreundliches Fahrmodell
  • Schöne, flüssige Grafik mit tollen Wettereffekten
  • Großer Umfang mit mehr als 100 Etappen in 14 Ländern
  • Offizielle Lizenz mit Rallyes in 14 Ländern und 52 "echten" Fahrern und Beifahrern
  • Etliche Detailverbesserungen beim Fahrmodell
  • Karriere kaum verbessert
  • Inkonsequente Wettersimulation
Aktuelle Einschätzung
WRC 9 verbessert sich rein spielerisch zwar eher in Nuancen, liefert jedoch insgesamt eine noch etwas bessere Rallye-Simulation als die Vorjahresversion. Dank dem großen Umfang und den interessanten neuen Modi könnte sie sogar der beste Teil der Reihe werden.
Gut
Aktueller Stand
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Benjamin Braun 31. Juli 2020 - 14:00 — vor 1 Jahr aktualisiert
Dennis Hilla Redakteur - P - 152315 - 27. Juli 2020 - 13:01 #

Viel Spaß beim Lesen/Hören/Sehen!

Harry67 20 Gold-Gamer - - 20713 - 31. Juli 2020 - 15:10 #

Interessant. Danke für die Einschätzung!

Benjamin Braun Freier Redakteur - 423451 - 31. Juli 2020 - 15:56 #

Immer gerne! Aber mich würde noch mehr interessieren, wie du (und andere) Sébastien Waxin ausspricht. ;) Das ist natürlich nicht wirklich ernstgemeint, aber Französisch, ich liebe die Sprache wirklich, ist halt schon, mmh, besonders, auch im Vergleich mit allen anderen romanischen Sprachen. Italienisch mag ich persönlich klanglich ja sogar noch lieber, aber das kann ich zwar (keine Übertreibung) echt richtig gut aussprechen, aber im Gegensatz zum Französischen kann ich da (quasi) gar nichts außer irgendwelchen Einzelwörtern oder Kurzsätzen, die mir mein Vater (der sehr gut Italienisch kann) in den etlichen Italienurlauben beigebracht hat.

Übrigens kleiner Insider, als Kind konnte ich schon ein ziemlicher Wüterich sein: Wir hatten damals immer eine Ferienwohnung in Italien und waren meisten in den Abruzzen beim selben Vermieter, von wo aus wir Tagestouren ins Umland gemacht haben. In Einzelfällen auch mal 300 km allein für den Hinweg. Nebenbemerkung. Jedenfalls kann meine Mutter kein Italienisch, aber man kann sich ja auch mit einzelnen Wörtern und Händen und Füßen verständigen. Jedenfalls sagte die Vermieterin (Roberta, deren Mann indes Roberto hieß) zu meiner Mutter nur "Benjamino Vulcano". Aber sie haben mich (meine Eltern sowieso, ich meine die Vermieter der Ferienwohnung) trotzdem geliebt. Blondes Kind so, nun, fast in Süditalien, das mögen die. Hatte jedenfalls zum 10. Geburtstag, wie auch immer die das mitbekommen hatten, einen Ferrari GTO von Burago von denen geschenkt bekommen.

Worum ging es noch mal? Ach, WRC 9. Sorry, ein "bisschen" Off-Topic muss erlaubt sein. ;)

Harry67 20 Gold-Gamer - - 20713 - 31. Juli 2020 - 17:02 #

:) Na klar. Hast mich gerade an meine eigenen Kindheitsferien erinnert, die wir immer in einem Ferienbungalow in Cannero am Lago Maggiore verbracht haben. Bei mir wars dann eine Honda CB750 von Burago - ein tolles Modell. Das eigentliche Objekt der Begierde war aber natürlich der rote 65er Alfa Romeo Junior unseres Vermieters vor Ort, womit wir dann schon fast wieder beim Rallysport angekommen wären ;)

Krambambulle von Ölz 09 Triple-Talent - 344 - 31. Juli 2020 - 21:13 #

"Walter Röhrls nächtlichen Nebelblindflug in Portugal" - schöne Anekdote. Kennst du das Buch "Walter und ich" von Röhrls damaligem Beifahrer Christian Geistdörfer? Darin kommt die Geschichte auch vor. Das Buch ist sehr zu empfehlen!

Selber bin ich zu jung, um Röhrls aktive Zeit miterlebt zu haben, aber seit Jahren verfolge ich die WRC am TV bzw. im Internetstream.

"Allerdings sind lediglich 14 der 15 Länder des regulären Rennkalenders der Rallye-WM 2020 dabei." --- Ist es Estland, das im Spiel fehlt? Diese Rallye debütiert dieses Jahr ja in der WRC (am 4. September), weil ja andere Rallyes abgesagt wurden.

Danke für die Vorschau. Immer schön, über Rallye-Spiele was zu lesen. Persönlich gefällt mir Dirt Rally 2.0 zwar besser (und Dirt Rally 1 noch besser), aber vlt. geb ich WRC9 eine Chance. Das letztjährige habe ich ausgelassen, mit Teil 7 hatte ich durchaus Spass, auch wenn mir die Fahrphysik der Dirt Rallys einfach viel besser gefällt. Dass man in WRC so einfach und stark abbremsen kann, gefällt mir nicht so, die Autos haben für mich im Vergleich zu Dirt Rally zu viel Haftung. Und die Motorensounds finde ich leider nicht gelungen in den WRC-Spielen von Kylotonn.

In Dirt Rally hatte ich es bis in die Master-Liga geschafft in der Singleplayer-Karriere, in Dirt Rally 2.0 will mir das leider nicht gelingen. Den Schwierigkeitsgrad kann man ja leider nur zu Beginn der Karriere einstellen, ich hatte den, glaube ich, auf 70 (Standardeinstellung) gelassen.
Aktuell bin ich mit einem Lancia Delta HF Integrale in der Elite-Liga (der vierthöchsten von fünf), aber auf dem letzten Platz und muss in der letzten Rallye unbedingt noch punkten, sonst steige ich wieder eine Liga ab :-( Die Reparaturkosten sind einfach absurd und ich muss, damit Geld reinkommt, zwischendurch Rallyecross-Rennen bestreiten mit dem Anfangsauto, das sich gratis reparieren lässt.

Bei WRC9 würde mich die Kenia-Rallye sehr reizen. Mal schauen, ist ja bald so weit und das Spiel erscheint. :-)

Tand 16 Übertalent - P - 5168 - 31. Juli 2020 - 21:24 #

Weniger Simulation und die schlechtere Grafik... Auch wenn mich die Lizenz reizt, ich bleibe dann doch lieber bei meinem Dirt Rallye.

Benjamin Braun Freier Redakteur - 423451 - 1. August 2020 - 18:07 #

Ist halt die Frage, was man will. Ich persönlich, sage und schreibe ich, brauche gerade bei einem Rallye-Spiel keine Hardcore-Simulation, generell auch nicht so sehr, aber etwa bei Rennspielen mit Rundkursen auf Asphalt (egal ob F1 oder Project Cars) reizt mich das schon eher, obwohl ich auch da nicht alle Einstellungen auf Realismus festlegen würde. Ich will da schon noch Spaß haben, mich nicht quälen müssen, und ja, da ist WRC definitiv die bessere Wahl. Dirt Rally war mir allgemein zu frustig. Wenn ich mich erst ein paar Stunden einarbeiten muss, bis ich nicht mehr regelmäßig Mist baue, ist mir die Zeitspanne, bis bei mir Spielspaß aufkommt, einfach zu lang.

Krambambulle von Ölz 09 Triple-Talent - 344 - 1. August 2020 - 19:19 #

Fährst du eigentlich mit Lenkrad oder mit Gamepad?

Ich habs mal auf einer Messe an einer Anspielstation (WRC 8) mit Lenkrad versucht, kam aber überhaupt nicht klar damit :-) Bin immer schon mit Gamepad gefahren bzw. früher bei Colin McRae 2.0 sogar mit der Tastatur, das ging wunderbar.

Bei Dirt Rally hatte ich am Anfang total Mühe, auf der Strasse zu bleiben. Aber irgendwann hatte ich die Steuerung "im Blut" und wusste, wie vorsichtig man fahren muss. Und in der Karriere hatte ich das Gefühl, dass dir die KI zum Teil auch sehr "hilft": Gegner, die in der Meisterschaftstabelle vor mir lagen, hatten schon mal Ausfälle, damit ich es am Schluss einer Rallye oder einer Meisterschaftsliga unter die ersten 3 schaffte. Ich hatte also nicht so viel Mühe, alle Ligen zu durchfahren, wenngleich ich nur in der untersten Meisterschaft Meister wurde (evtl. noch in der 2. Liga), in der obersten reichte es dann auch nicht mehr fürs Podium.

Bei Dirt Rally 2.0 geht es mir jetzt aber so, wie es wahrscheinlich dir bei Dirt Rally gegangen ist :-) ... eher frustig. Zu Release soll die KI-Stärke in der Karriere offenbar auch vom verwendeten Auto abhängig gewesen sein. Mit gewissen Autoklassen hatte man es also leichter in der Karriere und mit anderen extrem schwer - ob das gepatcht wurde, weiss ich leider nicht.

Wiederholst du / wiederholt ihr manchmal Etappen, wenn sie euch misslingen oder ihr einen Totalschaden habt?

Ich bei Rallyespielen normalerweise nie - ich fahre so, wie wenn das eine "echte" Rallye wäre. Mit Fehlern muss ich leben und bei einem Totalschaden gibts halt null Punkte in der Rallye. Beim alten Colin McRae 2.0 habe ich hingegen die Etappen neu gestartet, bis die Zeiten gut genug waren, um weiterzukommen in der Karriere. Vlt. mache ich das jetzt bei DR 2.0 auch, um den Ligaerhalt zu schaffen.

Zu den WRC-Titeln: Allgemein liebe ich die Rallye-Spiele, aber mit mehr Entwicklungszeit wäre noch viel mehr möglich, z.B. die Fahrer-Gesichter, die sind in den WRC-Spielen, wenn ich mich nicht täusche, nicht den echten Fahrern nachempfunden. Oder man könnte Video-Footage aus der echten WRC fürs Spiel verwenden. Das hatte WRC4 von Milestone wenigstens im Menü und dazu echte Fahrerfotos mit Zitaten zwischen den Etappen.
Oder eben noch markantere Strecken mit weniger sich wiederholenden Streckenobjekten/-grafiken - ist halt alles eine Frage des Aufwands. Ich bin gespannt, wie das Codemasters ab 2023 machen wird, wenn sie die WRC-Lizenz haben werden und alle WM-Länder nachbauen müssen/dürfen. Ob Qualität und Umfang evtl. die Kylotonn-WRCs übertreffen können?

Die Grafik von WRC8 sieht auf Youtube toll aus, deshalb freue ich mich in dieser Hinsicht auf WRC9. Ich habe das Gefühl, vor allem der Nachbereich inkl. Auto ist sehr detailliert, in der Entfernung (Strecke) wird es dann leider verwaschener/detailärmer.

Liebe Grüsse und einen schönen Abend

Benjamin Braun Freier Redakteur - 423451 - 1. August 2020 - 19:34 #

Ich habe es mit Gamepad gespielt, müsste ich im Video aber auch sagen. Es ist mit Lenkrad nebst Pedalerie definitiv anders. Wie bei den meisten REnnspielen, die das unterstützen, ist es generell erst mal nur eine Umstellung. Aber bei WRC hatte ich (wie gesagt, bei WRC 8, den neuen Teil konnte ich hier nur via Gamepad spielen, Tastatur macht imo wenig Sinn) den Eindruck, dass sich das Spielgefühl viel stärker ändert, der Realismus-Grad wesentlich stärker anwächst, übrigens auch im Vergleich mit Dirt Rally 2.0. Ich fand die Aussage schon wichtig, sonst hätte ich sie auch nicht gemacht. Ich bleibe aber dabei, dass die meisten Spieler mit Gamepad unterwegs sind. Und deshalb ist das Spielgefühl damit aus meiner Sicht entscheidender. Nicht nur auf Konsole, sondern auch auf PC.

Was die Grafik betrifft, gilt quasi dasselbe wie für fast alles andere. Abseits der neuen Rallyes und der neuen Spielmodi (ist ja nicht so, als wenn da nichts Neues hinzu käme) tut sich technisch und auf der Strecke selbst eher wenig im Vergleich zum Vorjahr. Ich finde das aber nicht wirklich schlimm, eben da Kylotonn spätestens letztes Jahr einen guten Standard erreicht hatte, der bereits deutlich über dem schwebt, was Milestone zuvor fabrizierte. Und ich meine, die machen es auch mit einer eigenen Engine, die das Current-Gen-Niveau erreicht, und auf PC ist bei Detailweitsicht usw. schon noch deutlich mehr drin. Da waren die Milestone-WRCs doch eher eher auf niedrigem Current-Gen-Niveau, bis zum Schluss.

Ich meine, ich kann und werde einem Entwickler das mögliche niedrige verfügbare Bugdet nicht positiv anrechnen. Aber Kylotonn macht dennoch viel draus. Und dass die auch schon richtigen Scheiß produziert haben, das verschweige ich bereits in der Einleitung nicht.

Krambambulle von Ölz 09 Triple-Talent - 344 - 6. August 2020 - 22:05 #

Mal ne Frage zur Fehlermelden-Funktion. Hab 3 Fehler eingereicht. Ich bin nicht auf EXP aus, das ist mir wurst, und ich hab durchaus die rechte Spalte gelesen, was man nämlich NICHT anmerken soll beim Fehlermelden.

Ich hatte früher schon mal einen Fehler gemeldet und noch was ins rechte Feld angemerkt. Dort gabs auch keine EXP. Wie gesagt, EXP sind mir egal.
Aber es wirkt halt doch demotivierend/undankbar, wenn man einen Fehler meldet und einem dann mit Orange beschieden wird, etwas "falsch" gemacht zu haben. Das ist absurd.

Seid ihr zu stolz, dass man euch keine Anmerkungen zu den falschen Textstellen machen darf? Ich verstehe schon, dass es auch eine Zeitfrage ist, dass ihr euch nicht lange Anmerkungen noch durchlesen wollt, weil das Zeit kostet, aber ein kurzer Hinweis, was denn fehlt / falsch ist, erspart doch im Zweifelsfall eher Zeit – oder ein Hinweis, dass der Fehler im Lead ist (=> Fehler ist unter Umständen auch auf der GG-Frontseite zu sehen, das will man vlt. ZUERST korrigieren - war mein Gedanke dabei).

Bei kurzen Anmerkungen kann ich es mir also nur mit Stolz erklären. Oder was ist der Grund dafür?

Beste Grüsse

Benjamin Braun Freier Redakteur - 423451 - 8. August 2020 - 18:17 #

Ich will mich da nicht aus dem Fenster lehnen, auch, da ich deine Korrekturanmerkungen selbst nicht sehen kann. Aber ich finde schon, dass die Unterstellung der Arroganz da deutlich zu weit geht. Fakt ist, dass es Vorgaben dafür gibt, was bzw. wie User Fehlerkommentare einreichen können. Wenn da mit "..." oder so gearbeitet wird, ist das nicht hilfreich. Das findet man so nicht im Text, sondern muss etwa die "..." entfernen. Und ja, wenn dann so etwas als "nicht den Vorgaben für Fehlermeldungen entsprechend" abgelehnt wird, ist das nicht verkehrt. Denn diese "falschen Fehlermeldungen" bedeuten einfach zusätzlichen Aufwand, und das bringt nix, eher mehr Arbeit als weniger. Musst du einfach so sehen, selbst, wenn es dir nicht direkt einleuchten mag. Ich weiß nicht, ob das eventuell bei deinen Korrekturvorschlägen der Fall war, die Regeln, wie man Fehler meldet, sind jedenfalls recht klar formuliert, und ja, es macht absolut Sinn, dass man dagegen nicht verstößt. Würde man trotz eines Mehraufwands aufgrund der Art der Einreichung einfach so darauf eingehen, wo käme man dann hin? Anders gesagt: Das geht nicht. Korrekturvorschläge müssen den VOrgaben entsprechen und werden ansonsten notfalls abgelehnt. Punkt!

Ich kann die Fehlermeldungen selbst nicht sehen, aber meine eigenen Artikel editieren. Du kannst mir die Fehleranermerkungen gerne auch via PN schicken und ich werde sie sicherlich ausbessern, genauso wie die Redaktion das bei sachgemäß gemeldeten Fehlern bislang immer gemacht. Sollte es natürlich darauf hinauslaufen, dass du glaubst, einen Fehler entdeckt zu haben, der faktisch keiner ist, was soll man da machen? Dann wird halt "kein Fehler" angeklickt, weil am Ende interessiert, ob es wirklich ein Fauxpas ist oder der Meldende womöglich bloß glaubt, dass es sich um einen solchen handelt.

Ich weiß es nicht, schick es mir gerne noch mal per PN. Aber beispielsweise im Teaser-Text ist kein Fehler drin, soweit ich und auch die interne Redaktion das sieht. Da wäre es vielleicht auch schön, wenn du die Möglichkeit akzeptieren würdest, dass nicht alle anderen Beteiligten, sondern vielleicht auch du falsch liegt und einen Fehler zu erkennen glaubst, der eigentlich keiner ist.

Krambambulle von Ölz 09 Triple-Talent - 344 - 8. August 2020 - 21:19 #

Danke für deine Antwort, Benjamin, du bist immer sehr engangiert in den Kommentaren, das finde ich top.

Die 3 Fehler, die ich angemerkt hatte, wurden auch korrigiert, von daher ist ja alles gut. Und mein Ton in obigem Beitrag war harsch, ich fands einfach demotivierend, wenn man freiwillig Fehler meldet, um GG zu helfen, und dann dieses orange "nicht ganz korrekt gemacht" (sinngemäss) zurückkommt.

Die drei Fehler waren:

das in Paris ansässige Studio ihren

des regulären Rennkalender
Bemerkung: Genitiv-s fehlt

Änderungen sondern
Bemerkung: Komma fehlt (im Lead)

Gut, das mit dem Genitiv-s hätte ich nicht anmerken müssen, das ist ja sehr klar. Und auch beim fehlenden Komma kommt man wohl schnell drauf (ausser vlt. man weiss nicht, dass dort ein Komma hinmuss). Es ist nicht so, dass ich mir gedacht habe, dass ihr da nicht draufkommt, was ich für Fehler meine, aber ich dachte halt, mit einer kurzen Ergänzung ist es gleich 100% klar und man muss nicht noch überlegen, was gemeint ist.

Ich arbeite bei einer Onlinezeitung als Korrektor, und bei uns können die Leser auch Fehler einsenden. Wenn ein Leser kommentarlos eine Textstelle einsendet, finde ich das meist mühsam, weil dann oft nicht sofort klar ist, was er moniert.
Deshalb dachte ich, eine kurze Anmerkung kann nur hilfreich sein, um Zeit zu sparen, zumal ich ja die falsche Textstelle wie gewünscht unverändert eingereicht hab, damit die GG-Redaktion schnell Ctrl+F ausführen kann.

Wie dem auch sei. Ich verstehe, dass GG Regeln hab, aber so hab ich halt zukünftig eher keine Lust mehr, entdeckte Fehler zu melden.

Danke, dass du geantwortet hast, obwohl es dich ja gar nicht direkt betroffen hat.
Und sorry für meinen Ton, ich mag GG und eure Arbeit sehr!
Freundliche Grüsse ans ganze Team und ein schönes Restwochenende

Harry67 20 Gold-Gamer - - 20713 - 9. August 2020 - 7:07 #

Zur Auflockerung gibt's gerade in der FAZ einen netten Artikel einer Lektorin.

https://m.faz.net/aktuell/feuilleton/katja-scholtz-ueber-den-korrekturfetisch-der-lektoren-16891785.html

;)