Van Helsing lässt grüßen

Victor Vran Preview

Bekannt ist Haemimont Games vor allem für die Arbeit an der Wirtschafts-Simulationsreihe Tropico. Zuletzt arbeitete das Studio fast nur mit Publisher Kalypso. Ihr kommendes Action-Adventure, in dem sie Hack-and-Slay-Gameplay samt Schwertern und Schusswaffen mit Dracula-mäßiger Dämonenstory verbinden, stemmen sie hingegen ganz alleine.
Benjamin Braun 26. Februar 2015 - 15:41 — vor 4 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Namen sind für viele unter uns wie Schall und Rauch. Wer von euch kann spontan die Charaktere Darren Michaels, Cole Phelps oder David McNamara den richtigen Spielen zuweisen? Oder umgekehrt gefragt: Wie heißen die Hauptfiguren aus Far Cry 4, Watch Dogs oder Dishonored? Zumindest über die gedankliche Verknüpfung von Charakternamen und Spieletitel müsst ihr euch bei Haemimont Games' kommendem Action-Adventure keine Gedanken machen. Victor Vran ist im Spiel der Bulgaren nämlich gleich beides. Anstatt uns aber über den absolut nichtssagenden Namen des Spiels zu echauffieren, möchten wir euch in unserer Preview viel lieber verraten, weshalb uns das stark an The Incredible Adventures of Van Helsing erinnernde Dämonen-Jägerspiel bereits in der aktuellen Version viel Spaß macht.

Die verfluchte StadtIn Victor Vran verschlägt es euch nach Zagoravia, unter Dämonenjägern besser bekannt als die verfluchte Stadt. Wo genau der mittelalterliche Ort liegt, verrät uns das Spiel nicht – was jedoch auch damit zu tun haben kann, dass die aktuelle Early-Access-Version Storydetails noch großflächig ausspart. Die Kulisse schreit allerdings nach dem Moldau-Städtchen Krumau, das dem einen oder anderen aus Eli Roths Hostel bekannt sein dürfte. So ganz freiwillig ist Victor allerdings nicht in Zagoravia. Tatsächlich wurde er von seinem totgeglaubten Freund Adrian dorthin teleportiert. Von den freundschaftlichen Gefühlen von einst scheint jedoch nicht mehr viel übrig zu sein, Adrian ist nämlich zu einem fiesen Dämon mutiert. Aber vielleicht können wir die Seele unseres Freundes ja doch noch irgendwie retten...

Mit Schwert und KnarreVictor Vran spielt sich im Wesentlichen wie ein klassisches Hack-and-Slay-Rollenspiel. Die Tastatur setzt ihr allerdings wesentlich umfangreicher ein als etwa in Diablo 3: Reaper of Souls (GG-Test: 9.5). Den Charakter bewegt ihr nicht per Mausklick über die Straßen und durch finstere Katakomben, sondern mithilfe von WASD. Der Mausklick dient einzig und allein dem Zweck des Angriffs. Optimal finden wir das nicht, denn im Kampfgetümmel kommt es bei Ausweichbewegungen deshalb immer wieder vor, dass wir den Mauszeiger kurz aus den Augen verlieren. Die Bedienung mit dem Gamepad ist da bedeutend intuitiver, wobei wir hoffen, auch hier im fertigen Spiel selbst bestimmen zu dürfen, mit welchen Buttons wir die Spezialmanöver auslösen. Gekämpft wird sowohl im Nah- als auch im Fernkampf, wozu unzählige Ein- und Zweihandwaffen wie Schwerter und Kriegshämmer, aber auch Schusswaffen zur Verfügung stehen. Jede Waffengattung verfügt dabei über zwei Spezialangriffe. Mit dem an sich deutlich langsameren Kriegshammer holt ihr etwa zu einem Schmetterschlag aus. Die deutlich flinker geschwungenen Schwerter wiederum verfügen über besondere Schläge, die einen einzelnen Gegner zurückschleudern oder ihn betäuben. Zusätzliche Effekte ergeben sich meist im Zusammenhang mit kritischen Treffern. Der betäubende Schlag wirkt sich dann beispielsweise auch auf alle Feinde im näheren Umkreis aus. Während ihr normale Attacken nach Belieben einsetzt, verfügen die Spezialschläge über eine Cooldown-Phase, die ihr durch besondere Tränke oder auch die freischaltbaren "Schicksalskarten" reduziert. Die Schicksalskarten, von denen ihr maximal zwei auf einmal einsetzt, bringen zumeist aber andere Boni wie etwa zusätzliche Rüstung oder einen erhöhten Nahkampfschaden.

Während der Kampf mit Schwertern, Hämmern und Co. auch aufgrund der vielen schönen Effekte mächtig Laune macht, wirkt die Anwendung der Schusswaffen vergleichsweise nutzlos. Mehr Schaden als mit den Schlagwaffen richten wir nicht an, müssen aber immer ein paar Hundertstelsekunden warten, bis wir nachgeladen haben – per se eine nachvollziehbare Einschränkung. Da wir es allerdings zumeist mit dutzenden Gegnern auf einmal zu tun bekommen und uns oft auf relativ engem Raum mit dem Dämonenpack balgen, gibt es aktuell keinen Grund, den Ballermännern den Vorzug zu geben. Zugriff auf weitere Angriffsarten hat der gute Victor in Form von Dämonenkräften, die er mit so etwas wie Runen aktiviert, in dem er maximal zwei davon in seinem Inventar ausrüstet. Zu diesen Kräften zählt etwa ein Meteorschlag, dessen Einsatzort ihr mit dem Mauszeiger frei im aktuellen Bildausschnitt bestimmt. Eine Cooldownphase gibt es hierfür nicht. Ihr benötigt aber Dämonenenergie, um die Kräfte einsetzen zu können.

Hüpft doch mal wiederEine Besonderheit von Victor Vran besteht in der Sprungfähigkeit der Spielfigur. Ihr benötigt sie an bestimmten Stellen, um Hindernisse wie Wurzeln oder umgestürzte Bäume zu passieren. Mittels eines Wandsprungs erreicht ihr höher gelegene Punkte wie Dächer, wo sich oft Schatztruhen und andere Geheimnisse befinden. Eingesetzt haben wir die Fähigkeit aber vor allem, um aus einem Kampf schneller zu entkommen. Anders als in anderen Hack-and-Slays müsst ihr euch aus einem Gegnerpulk nicht zwingend herausprügeln. Letzteres ginge oft auch gar nicht. Genauso wie ihr bei den Feinden können nämlich auch sie eure Angriffsbewegung mit Attacken unterbrechen. Insofern ihr noch genügend Freiraum habt, könnt ihr euch aber auch wegrollen. Das ist gerade bei großen, schwerfälligeren Gegnern effektiv nutzbar.

Welche Gegner ihr zuerst ent
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sorgt, sollte aber immer eure höchste Priorität sein. Wir begegneten oft Nekromanten, die nicht nur sich selbst bis zu einem gewissen Grad, sondern auch die kleineren Skelette mehrfach wiederauferstehen lassen können. Überhaupt gefällt uns das Angebot an Feindtypen sowie die Notwendigkeit, taktisch klug vorzugehen und ihr Verhalten zu studieren, sehr gut. Skelettmagier sind beispielsweise in der Lage, sich zu teleportieren. Passt ihr also nicht den richtigen Moment ab, geht ein Spezialangriff auch mal völlig ins Leere. Die Magier sind zudem in der Lage, Bannkreise zu errichten. Die verlangsamen beispielsweise eure Bewegungsgeschwindigkeit, und damit auch die eurer Schläge massiv, wenn ihr den Kreisen nicht entfleucht. Richtig gut hat uns auch der Bosskampf gegen Adrian gefallen. Der zaubert, je länger der Kampf dauert, zunehmend mehr Vorrichtungen herbei, die uns Lebensenergie entziehen. Zerstören wir die nicht möglichst schnell, wobei er mit jeder "Phase" auch mehr Pyromanten und Skelette an seine Seite ruft, segnen wir schnell das Zeitliche. Besonders in diesem Kampf wird deutlich, dass es eine gute Entscheidung war, dass auch Heiltränke nicht gespammt werden können.
Vampirboss Adrian ruft nicht nur kleine Helfer herbei, sondern erschafft auch diese Totems, die uns konstant Lebensenergie entziehen und die dem Blutsauger zugeführt wird. Deshalb müssen wir die Totems rasch zerstören und Heiltränke sinnvoll nutzen.
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