Tormented Souls

Tormented Souls Preview+

Kuriose Hommage an Resident Evil & Co.

Hagen Gehritz / 20. Juli 2021 - 17:42 — vor 1 Jahr aktualisiert
Steckbrief
PCPS4PS5SwitchXOneXbox X
Survival-Horror
18
Abstract Digital
pQube
27.08.2021
Link
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Teaser

Der Survival-Horror-Titel aus Chile singt mit jedem Pixel ein Loblied auf klassischen Survival-Horror. Dabei bleibt die Kulisse, die gleichzeitig Villa und Klinik ist, nicht die einzige Kuriosität.
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Alle Sreenshots und Videoszenen stammen von GamersGobal

Die chilenischen Studios Dual Effect und Abstract Digital liefern gemeinsam mit Publisher PQube Limited eine spielerische Hommage an die Hochzeit des klassischen Survival-Horrors, der geprägt wurde von Titeln wie Resident Evil, Silent Hill und Alone in the Dark. Allerdings gibt sich Tormented Souls nicht nur mit festen Kameraperspektiven, Ressourcen-Knappheit und einem Mix aus Rätseln und Erkundung zufrieden, es muss auch noch in einer Villa spielen und lässt euch nur speichern, wenn ihr Bänder für die Audiorekorder in Speicherräumen mit melancholisch-entspannender Musik dabei habt. Tormented Souls muss sich spätestens damit die Bezeichnung Resident-Evil-Klon gefallen lassen.

Ich bin selbst noch dem Survival-Horror alter Schule mehr als angetan, wie ihr unter anderem im Test zu Song of Horror (Note 8.0) erleben konntet. Tormented Souls soll im Laufe des Jahres 2021 für PC, Switch, PS4, PS5, Xbox One und Xbox Series X|S erscheinen. Ich habe schon jetzt in einer PC-Betaversion mit Protagonistin Caroline die ersten Räume der Wildberger-Villa erkunden können. Beziehungsweise eigentlich ist der Schauplatz doch kein Standard-Herrenhaus, denn es ist aus unerfindlichen Gründen gleichzeitig eine Klinik!
Für Rätsel untersucht ihr häufiger Bildausschnitte in Großaufnahme. In diesem Fall scheint das Größenverhältnis der goldenen Taschenuhr zum Badezimmerschrank nicht so recht zu passen.

Stimmige Rätselei

Ich verbrachte einen Großteil der Zeit in Tormented Souls damit, die zahlreichen Räume des Krankenhaus-Anwesens zu durchforsten und wie widersinnig die Mischung auch ist, so angenehm ungewöhnlich ist sie auch. Eben noch spaziere ich zwischen Ritterstatuen entlang und im nächsten Raum begrüßt mich eine Leuchtwand mit Röntgenaufnahmen. Auch wenn dem Titel gerade bei den Charaktermodellen das nicht unbegrenzte Budget anzusehen ist, sind die Kulissen sehr ansehnlich gestaltet.

Hin und wieder gibt es Jump-Scares wie Gestalten, die plötzlich schreiend in Spiegeln auftauchen. Effektiver für die Stimmung ist aber die bedrohliche Soundkulisse. Andere Räume sorgen für sanfte Entspannung mit dramatischen  Klavierklängen ganz wie im Foyer des Polizeipräsidiums im klassischen Resident Evil 2.

Die Rätsel erfordern von euch oft, gewisse Gegenstände zu suchen, um unsinnig aufwendig verriegelte Türen zu entsperren. Es geht aber auch mal darum, erloschene Kerzen in einer Nahaufnahme einer Raumecke zu erspähen und anzuzünden. Andere Rätsel führen euch in eine Parallelwelt hinter Spiegeln und sind etwas surrealer in ihrer Logik.
Carolines erste Waffen sind ein Brecheisen und eine Nagelpistole.

Kampf mit der Nagelpistole

Dazwischen müsst ihr immer wieder Räume von Feinden säubern, um diese in Ruhe untersuchen zu können. Carolines erste Waffe ist eine Nagelpistole, für die auch in angenehmen Abständen "Munition" am Schauplatz verteilt ist. Die Feinde greifen die Krankenhaus-Thematik in Form von ekligem Body-Horror auf. Ich kann nicht sagen, ob es sich um dämonische Geschöpfe oder Opfer widerlicher Experimente handelt.

Ihr könnt die nicht ganz hellen Gegner auch umlaufen, allerdings hält Caroline nicht viel aus, sollte sie doch in eine Ecke gedrängt werden und Heil-Items schienen merklich rarer gesät als Munition, noch spärlicher sind nur Bänder zum Speichern verteilt. Ein nettes Detail ist der Umstand, dass Caroline sich nicht zu lange in finsteren Räumen aufhalten darf. Das führt zu einer an Doom 3 erinnernden Situation, da ihr euch entweder für die Lichtquelle oder die Waffe als angelegtes Item entscheiden müsst. Versperren Gegner in finsteren Teilen der Krankenhaus-Villa den Weg, müsst ihr folglich erst den Strom aktivieren, damit die Beleuchtung anspringt.
Muss der seltsam unbeteiligt auftretende Priester etwas mit der enormen Größe seines Kreuzes kompensieren?
 

Stimmungsschwankungen

Bei der Bedienung wählt Tormented Souls nicht den Weg der "Panzersteuerung", bei der die Figur in ihre Blickrichtung läuft, wenn ich nach vorn steuere und sich mit links und rechts um die eigene Achse dreht. Stattdessen läuft Caroline an den unteren Bildrand, wenn ich nach unten drücke und so weiter. Allerdings nur per Controller, mit Maus und Tastatur gilt in der Vorschauversion kurioserweise genau das Prinzip der Panzersteuerung, statt der benutzerfreundlicheren direkten Steuerung (die Kamera-Winkel sorgen schon ausreichend für das gewisse stimmungsfördernde Maß leichter Desorientierung).

Während die guten Ansätze jedoch Atmosphäre versprühen, löst die Inszenierung bei mir keinen Grusel aus. Direkt zu Beginn  wird Protagonistin Caroline bei der nächtlichen Ankunft im Krankenherrenhaus (angelockt durch einen mysteriösen Brief mit einem Foto von Zwillingen, das bei ihr Kopfschmerzen auslöst) niedergeschlagen. Danach erwacht sie nackt mit einem Schlauch im Hals in einer Badewanne und sie muss feststellen, dass ihr ein Auge entfernt wurde. Die Exploitation-Übergriffigkeit erinnert an Flucht-Horror mit verletzlichen Damen wie Haunting Ground oder Clock Tower. Auch diese genannten Titel neigten bisweilen zum Grotesken und absurden, hatten dabei aber überwiegend eine Sicherheit in der Regie, die Tormented Souls in der Beta öfter abgeht. So wirft einen das Spiel zum Beispiel viel zu schnell und unzeremoniell ins Spielgeschehen zurück, als Caroline von der Entdeckung ihres fehlenden Auges ganz aufgelöst ist. Diesem Auftakt folgen viele kleine Momente der Absurdität, aber vor allem sorgten die schrägen Dialoge mit teils holprigem Englisch und hölzernen Sprechern bei mir für Lacher.

 
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Meinung: Hagen Gehritz

Ich spiele heute noch gerne Survival-Klassiker mit festen Kamera-Perspektiven. Von daher bin ich genau das Zielpublikum von Tormented Souls. Die Umgebung und das Sounddesign sind stimmig und mir gefällt die Erkundung des kuriosen Schauplatzes ebenso wie das Gegner-Design. Allerdings finde selbst ich es bei aller Liebe zum Vorbild zu arg, dass es doch allen Ernstes Bänder gibt, die ihr einsammeln müsst, um zu Speichern. Immerhin hat das Inventar kein Platzlimit.

Allerdings sticht ins Auge, dass Tormented Souls eine klare Vision für seine Horror-Story fehlt, stattdessen gibt es ein kurioses Potpurri mit Experimenten, Spiegeln, die in andere Dimensionen führen und Indianer-Friedhöfen (kein Witz!). Und mittendrin sticht die Protagnostin mit ihrer Blumenkleid-Lederjacken-Kombi heraus. Die Dialoge machen den Camp-Faktor komplett, der eher zum Lachen als zum Gruseln animiert.

Als Fan des Genres werde ich wohl dennoch mit den gelungenen Ansätzen meinen Spaß haben und die Unsinnigkeiten bieten wiederum eine eigene Art Unterhaltungswert. Aber viele werden wohl entweder durch die unfreiwillige Komik oder durch Gemeinheiten wie die notwendigen Items zum Speichern abgeschreckt.
TORMENTED SOULS
Vorläufiges Pro & Contra
  • Atmosphärische Umgebungen und Sounds
  • Viele Rätsel
  • Bedrohung durch Ressourcenknappheit
  • Unfreiwillig komische Inszenierung wirft alle möglichen Horror-Versatzstücke zusammen
  • Limitierte Items zum Speichern nötig
  • Gegnertypen nicht die hellsten
  • Panzersteuerung mit Tastatur
Aktuelle Einschätzung
Tormented Souls will Fans der frühen Formel von Resident Evil abholen, hält sich aber in Bezug auf die Speicher-Items schon zu eng an die Vorlage. Während Gegner-Design, Umgebung und Sound Stimmung aufbauen können, bringt die trashige Geschichte eher zum Lachen.
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Hagen Gehritz 20. Juli 2021 - 17:42 — vor 1 Jahr aktualisiert
Hagen Gehritz Redakteur - P - 105595 - 20. Juli 2021 - 17:42 #

Viel Spaß mit der Preview!

Wuslon 19 Megatalent - - 15810 - 20. Juli 2021 - 18:19 #

Geiles T-Shirt!

Bruno Lawrie 21 AAA-Gamer - - 25394 - 20. Juli 2021 - 17:52 #

"Unfreiwillig komische Inszenierung wirft alle möglichen Horror-Versatzstücke zusammen" klingt für mich eher nach einem Pluspunkt. :-)

Hat ja auch bei Deadly Premonition und Resident Evil Village gut funktioniert, zumindest für mich. Horror und Trash passen schon gut zusammen.

Micha 18 Doppel-Voter - - 9314 - 20. Juli 2021 - 17:54 #

Gefällt mir und spricht mich an, muss ich sagen. Grade der gewisse Trash-Faktor und nachdem ich letztens erst mal wieder Silent Hill 2 durchgespielt habe, ist die feste Kameraeinstellung für mich eher nochmal ein Nostalgie-Faktor mehr :)
Einzig das Speichersystem sagt mir so gar nicht zu. Müsste man sehen, wie sich das im Spiel auf längere Sicht auswirkt und ansonsten hoffentlich auf einen Fan-Patch/Mod stoßen, die das aushebeln...

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 20. Juli 2021 - 18:05 #

Finde ich ja sehr ansprechend, wird auf jeden Fall mal beobachtet, wäre toll wenn ihr das testet!

Danywilde 30 Pro-Gamer - - 133327 - 20. Juli 2021 - 22:41 #

Das sekundiere ich.

Slaytanic 25 Platin-Gamer - - 60462 - 22. Juli 2021 - 18:48 #

Ein Check würde mir schon reichen.

Altior 17 Shapeshifter - - 6064 - 20. Juli 2021 - 21:08 #

Absolut schräg, Danke Hagen für diese Einblicke!

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25847 - 20. Juli 2021 - 21:34 #

Einen gewissen Reiz hat es ja :)

MachineryJoe 18 Doppel-Voter - 9208 - 21. Juli 2021 - 9:05 #

Danke für den Test!
Aus mir unerklärlichen Gründen erinnert mich das daran, dass ich lieber ein Bioforge-inspiriertes Spiel hätte. Kennt das noch jemand? War mit festen Kameraperspektiven, Kampfmechanik, Inventar, Rätseln, einigen Dialogen und ein gruseliges Sci-Fi Szenario...

Gekko Goodkat 18 Doppel-Voter - - 11590 - 21. Juli 2021 - 18:27 #

Oh ja, einen Bioforge Nachfolger wünsche ich mir auch schon sehr lange. Ich habe das Spiel geliebt!

Gorkon 19 Megatalent - - 16612 - 21. Juli 2021 - 21:13 #

Ich erinnere mich vor allem an die "Steuerung". Die kam direkt aus der Hölle. Bis ich aus dem ersten Raum raus kam.....

zfpru 18 Doppel-Voter - 10841 - 22. Juli 2021 - 0:06 #

Ich kann mich nur noch an den Saurier erinnern.

TSH-Lightning 25 Platin-Gamer - - 56148 - 21. Juli 2021 - 11:14 #

Irgendwie hat das was, obwohl die Speichermechanik abschreckt. Schauen wir mal was der Test sagt.

reen 15 Kenner - - 3712 - 21. Juli 2021 - 13:10 #

Dem muß ich mich anschließen, ich freue mich wieder auf so ein oldschool resilike wie dieses hier. Auch mich nervt jetzt schon die Tatsache das man Farbbänder zum Speichern braucht, aber das gesamtwerk lässt mich darüber hinaus sehen und ich denke ich werde mir die switch Version zulegen

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 21. Juli 2021 - 13:24 #

Hoffe ja, dass sie ähnlich wie beim RE1 Remake das optional machen, habe ich auch einfach keinen Nerv für, zumal man ja auch mit Abstürzen rechnen muss oder einfach nicht ewig Zeit zum Spielen hat.

Bruno Lawrie 21 AAA-Gamer - - 25394 - 29. Juli 2021 - 8:52 #

Das vom GameCube, was dann auf neuere Systeme portiert wurde? Aber da hat man doch auch noch die Schreibmaschinenbänder? Je nach Modus sind es nur so dermaßen viele, dass es effektiv wie unlimitiert ist. Aber man muss weiterhin immer zu den Schreibmaschinen laufen, um zu speichern.

Ich spiel das auf der Switch und da hat das durch den Standby auch viel vom Nervfaktor verloren. Wenn ich aufhören will, drücke ich den Powerbutton und muss nicht speichern.

rammmses 21 AAA-Gamer - P - 28522 - 29. Juli 2021 - 12:44 #

Ja stimmt, die waren ja nicht ganz weg, aber eben wahnsinnig viele, also da konnte man oft speichern. Obwohl man ja so und so nicht wirklich viel Fortschritt bei den Spielen verloren hat, da ja alles sehr schnell geht, wenn man "weiß, was zu tun ist".

LRod 19 Megatalent - P - 13492 - 21. Juli 2021 - 16:22 #

Bäh, nein, sowas ist einfach nicht meins :/

TheRaffer 22 Motivator - - 34446 - 21. Juli 2021 - 18:49 #

Das mit dem Speichern hätten sie sich klemmen können :(

paschalis 30 Pro-Gamer - - 236272 - 28. Juli 2021 - 22:05 #

Endlich wird die Grafikpower der neuen Konsolen mal so richtig ausgenutzt ;-)