Rasante Mech-Gefechte

Titanfall Preview

Wenn die Erschaffer der erfolgreichsten Egoshooter-Marke an einem neuen Multiplayer-Spiel werkeln, sind die Erwartungen besonders hoch. Doch können Mechs als Zugabe diese wirklich erfüllen? Wir sind in die Titanen gestiegen, mittels "Jumptech"-Technologie ganze Häuser hinauf gesprungen und fleißig im Level aufgestiegen.
Christoph Vent 12. Februar 2014 - 19:17 — vor 5 Jahren aktualisiert
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Alle Screenshots stammen von GamersGlobal

Halo 5 wurde zwar bereits angekündigt, bis zum Release wird jedoch noch einige Zeit ins Land ziehen. Auf einen großen Multiplayer-Titel, den sich Xbox-One-Besitzer wenigstens vorerst nicht mit PlayStation-Jüngern teilen müssen, brauchen Actionfans dennoch nicht mehr allzu lange zu warten: Mit Titanfall für Microsofts Nextgen-Konsole, die Xbox 360 und den PC steht bereits im März ein Spiel vor der Tür, das im Vorfeld auf mehrere Arten auf sich aufmerksam machte. Positiv, weil hinter Titanfall mit Respawn Entertainment ein Studio steht, das zu großen Teilen aus ehemaligen Mitarbeitern von Infinity Ward (Call of Duty - Modern Warfare) besteht. Eher negativ, weil sich einige Spieler nicht vorstellen konnten, dass Team-Schlachten mit maximal sechs Spielern pro Seite zeitgemäß sind und Spaß machen können.

In München hatten wir Gelegenheit, ausführlich die in wenigen Tagen startende Beta-Version von Titanfall auf der Xbox One zu spielen. Auf den folgenden Seiten erfahrt ihr unter anderem, ob sich die vermeintlich zu geringe Spielerzahl tatsächlich negativ auf das Spielerlebnis auswirkt. Des Weiteren klären wir euch über die titelgebenden Titanen, die Spielmodi sowie das Levelsystem auf.

Flinke Soldaten
Joel Emslie, Lead Artist bei Respawn Entertainment, und Christoph Vent.
Das Setting von Titanfall spielt auf einem vom Krieg gebeutelten, nicht näher benannten Planeten. Wir schlüpfen entweder in die Rolle eines Soldaten der IMC (Interstellar Manufacturing Corporation) oder der verfeindeten Miliz, die beide um diverse Ressourcen auf dem Planeten kämpfen. Eine tiefergehende Story dürft ihr allerdings genauso wenig erwarten wie auch eine Einzelspieler-Kampagne: Titanfall wurde von Beginn an als reines Multiplayer-Spiel konzipiert. Dennoch wird es zumindest einen storybasierten Multiplayer-Modus geben, zu dem uns Joel Emslie, Lead Artist von Respawn Entertainment, allerdings noch keine Details nennen wollte.

Herzstück von Titanfall sind die schnellen Mehrspieler-Gefechte zwischen den Infanteristen – auch Piloten genannt – und den Mech-ähnlichen Titanen. Gleich in der ersten Partie wird deutlich: Hier waren Leute am Werk, die bereits an mehreren Ablegern von Call of Duty mitgearbeitet haben. Wie in Activisions erfolgreicher Shooter-Reihe ist die Steuerung extrem präzise, jede Eingabe wird sofort auf unseren Soldaten übertragen. Unterschiede machen sich dennoch bemerkbar: So sind wir als Infanterist nicht zwingend an den Boden gefesselt, sondern verfügen dank "Jumptech"-Technologie über einen Doppelsprung und die Eigenschaft, wie Faith in Mirror's Edge an Wänden entlang laufen zu können. Fallschaden gibt es zudem keinen. Aus diesem Grund kommt in Titanfall eine ganz neue Komponente hinzu, die zunächst ein Umdenken in unserer Vorgehensweise erfordert. Sind wir es aus Call of Duty und Konsorten gewohnt, über maximal zwei Ebenen miteinander zu kämpfen, sind es hier meist drei oder vier Etagen.

Anmeldung zur Beta
Ab dem 14. Februar findet sowohl auf Xbox One als auch PC eine Betaphase zu Titanfall statt. Die Anmeldung zu dieser erfolgt über diese Website. Ob ihr zu den glücklichen Teilnehmern gehört, erfahrt ihr bis spätestens zum 17. Februar, vermutlich wird Respawn die Kapazitäten in mehreren Wellen erhöhen.
So ist es etwa kein großes Problem, innerhalb weniger Sprünge bis auf Häuserdächer hinauf zu gelangen. In einer engen Gasse laufen wir beispielsweise schräg eine Wand an, springen von ihr ab auf die andere Straßenseite und erreichen von dort aus ohne Weiteres einen Vorsprung. Dieser wiederum bringt uns mit einem weiteren Doppelsprung auf ein Dach, von dem aus wir die halbe Map überblicken. Auf Anhieb gelingen solche Kunststücke allerdings nicht. Neben guter Kenntnis der Karten ist auch einiges an Übung nötig. Das Training hierfür erhalten wir vorab in einem ausführlichen Tutorial. Dort erlernen wir nicht nur, die einzelnen Fähigkeiten einzusetzen, sondern sie auch gezielt in einem Parcours miteinander zu kombinieren.
Wer derart offen über ein freies Feld läuft, hat es nicht anders verdient. Wir haben uns derweil in einem Haus verschanzt.

Halbfuturistisches Waffenarsenal
Neben der Bewegung unserer Spielfigur wird uns im Tutorial auch das Handling der Waffen näher gebracht. Die wiederum orientieren sich stark am Standard anderer Shooter.
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Titanfall spielt zwar in der Zukunft, auf futuristische Lasergewehre wird dennoch verzichtet. Stattdessen rüstet ihr euren Kämpfer entweder mit Schnellfeuergewehren oder an Schrotflinten erinnernde Knarren aus. Eine Ausnahme stellt die Smart Pistol dar, die Feinde von alleine anvisiert und auf Knopfdruck zielsuchende Projektile losschickt. Wer jetzt gleich an eine unfaire Zielhilfe denkt, darf sich wieder beruhigen: Wir haben die Smart Pistol nach kurzer Testphase wieder abgelegt, da das Erfassen von Feinden relativ lange dauert und wir mit ihr nur selten dazu kamen, den Abzug zu drücken. Um uns gegen die riesigen Mechs wehren zu können, haben wir zudem eine Anti-Titanen-Waffe im Gepäck. Hierbei handelt es sich, je nach gewählter Klasse, um einen zielerfassenden Raketenwerfer oder eine schwerkalibrige Kanone im Stil einer Gatling Gun.

Zu Beginn einer Partie entscheiden wir uns für eine von mehreren zur Verfügung stehenden Klassen, die in Sachen Waffen und Extras alle ihr eigenes Ausgangssetting haben. Schon früh im Spiel schalten wir aber auch die Option frei, unsere eigenen Klassen zu kreieren, die wir dann in den Partien über Quickslots anwählen.
Ein letzter Treffer mit unserem Raketenwerfer, dann ist auch dieser Titan endgültig Geschichte.

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