The Sojourn

The Sojourn Preview+

Entspannter Puzzle-Ausflug

Dennis Hilla / 1. August 2019 - 11:00 — vor 2 Jahren aktualisiert
Steckbrief
PCPS4XOne
Adventure
Ego-Adventure
3
Shifting Tides
20.09.2019
Link

Teaser

Nicht nur auf den ersten Blick erinnert das Erstlingswerk von Shifting Tides an The Witness. Wir hatten Besuch in der Redaktion und haben erste Rätsel gelöst und die malerische Spielwelt erkundet.
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Ihr seid alleine in einer Welt unterwegs, in der nur versteinerte Menschen und alte Statuen von einer scheinbar längst vergangenen Zivilisation zeugen. Doch so ganz auf euch allein gestellt seid ihr nicht, ein helles Licht führt euch durch die Ruinen vergangener Tage. Und dann gibt es da ja auch noch diese seltsamen Apparaturen, die euch in eine alternative Realität hinüber wechseln lassen. Nur mit ihnen habt ihr überhaupt eine Chance, weiter in den Gängen voranzuschreiten und die übernatürlichen Türme, die überall herumstehen, zu eurem Vorteil zu nutzen.

Die Ausgangslage von The Sojourn weist nicht umsonst gewisse Parallelen zu The Witness (im Test, Note: 7.5) von Jonathan Blow auf. Schließlich geben die Entwickler von Shifting Tides den Puzzler als eine ihrer Inspirationsquellen an. Wie auch der Titel von Thekla ist das Erstlingswerk des britischen Studios ein First-Person-Rätselspiel, das seine Geschichte über die Spielwelt und Rätsel erzählen will, narrative Elemente oder gar Cutscenes soll es nicht geben. Bei einem Besuch des Publishers Iceberg Interactive in der Redaktion konnte ich mich den ersten Rätseln stellen.
Das Storytelling von The Sojourn beschränkt sich auf ein Minimum, wie dieser mysteriös leuchtenden Figuren.
 

Ab in die dunkle Welt

Die beschriebenen Plattformen, die euch in eine andere Realität wechseln lassen, waren in meiner Anspielsitzung eines der Kernelemente für die Rätsel. In der so genannten dunklen Welt bilden sich Brücken, die davor nicht da waren, auch Gestrüpp, das euch zuvor den Weg versperrt hatte, verschwindet oder ist anders herum nur in ihr überhaupt da. Zudem habt ihr in ihr die Möglichkeit, bestimmte Türme zu aktivieren.

Diese Gebilde sind ebenfalls essenziell für die Puzzlemechanik. Ich konnte in meiner Anspielsitzung zwei Stück davon sehen und nutzen. Mit dem einen Turm kann ich den Platz tauschen, was mich an Orte bringt, die ich sonst niemals erreichen kann. Der andere hingegen ist eine Harfe, die, wenn ich sie spiele, für kurze Zeit zusätzliche Brücken erscheinen lässt. Da ich die Objekte nur innerhalb der dunklen Welt aktivieren kann und ich in dieser nur eine bestimmte Anzahl an Schritten wandeln darf, ist gutes Timing von hoher Wichtigkeit.
Die Plattform rechts bringt euch in die dunkle Welt, die Harfe in der Mitte baut die zerstörte Brücke wieder auf und mit der Eulen-Säule links könnt ihr Platz tauschen – sofern ihr in der dunklen Welt seid.
 

Die Reihenfolge macht’s

Einen Großteil der Rätsel in The Sojourn löst ihr also, indem ihr euch mit dem jeweiligen Abschnitt vertraut macht und abschließend den genauen Ablauf herausfindet, den ihr zum Lösen benötigt. So musste ich an einer Stelle einen von den Platztausch-Türmen auf eine Plattform bringen, damit seine Energie ein Tor öffnet. Allerdings musste ich mich selbst zunächst so positionieren, dass ich von der getauschten Position aus noch in die dunkle Welt hinüberwechseln konnte, um eine Harfe zu spielen, da ich sonst keine Chance gehabt hätte, den Ausgang zu erreichen.

Später in meiner Anspielsitzung kam noch ein Relikt dazu, dass ich in die Türme einsetzen konnte. Dieses hat die praktische Eigenschaft, dass es mich die Bauten auch ohne in der dunklen Welt zu sein aktivieren lässt. Spätestens ab diesem Moment zog der Schwierigkeitsgrad der Puzzles auch deutlich an, in den ersten Abschnitten kam mir The Sojourn noch ziemlich leicht vor. Was den Entwicklern meinem Eindruck nach her sehr gut gelungen ist, ist übrigens das Leveldesign. Egal, wie sehr ich mich verbaut hatte, es gab immer einen Weg zurück, ich musste also nie über das Menü neu starten.
Die Eule ist gelandet, beziehungsweise steht schon einmal auf der richtigen Plattform, um ein Tor zu öffnen. Nun müsst ihr nur noch die zerstörte Brücke überwinden und das Ziel ist nicht mehr fern.
 

Schicke Pastelloptik

Grafisch erinnert The Sojourn ohne Zweifel ebenfalls an The Witness. Die Spielwelt ist in schicker Pastelloptik gehalten, woraus sich ein leicht comichafter Look entwickelt. Allerdings stehen die einzelnen Puzzles, beziehungsweise Levels, für sich, es handelt sich also anders als in Blows Spiel nicht um eine direkt zusammenhängende Welt. Das erste Kapitel verbindet die Rätsel noch durch Türen, in einem späteren Abschnitt, den ich sehen konnte, steuert ihr die Segmente über einen Hub-Raum an.

Auch die Musik trägt zur gewollt entspannten Atmosphäre bei. Sanfte Klänge, meist von einer Akustikgitarre, begleiten euch auf eurem Ausflug. Die Soundeffekte sind ebenfalls sehr dezent gehalten, in Kombination mit der schicken Optik hat The Sojourn einen durchaus stimmigen Gesamteindruck auf mich gemacht. Erscheinen wird das Spiel am 20.9.2019 für Xbox One, PS4 und den PC. Auf Letzterem ist der Titel zunächst exklusiv im Epic Games Store zu haben, ein Release auf Steam soll im Jahr 2020 folgen.

Autor: Dennis Hilla (GamersGlobal)

 
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Meinung: Dennis Hilla

Die ganz großen Kopfnüsse sind in meiner Anspielsitzung mit The Sojourn noch ausgeblieben. Auch als jemand, der sich nicht als Rätsel-Profi bezeichnen würde, bin ich noch verhältnismäßig gut durch die mir gezeigten Abschnitte gekommen. Diese waren allerdings früh aus dem Spiel, es ist also zu erwarten, dass die Schwierigkeit noch einmal deutlich anzieht. Was ich aber schonmal sagen kann, selbst wenn ich mich einmal komplett verplant hatte und plötzlich an einer ganz falschen Stelle stand, war das Leveldesign stets so gut, dass ich die Ausgangslage ohne einen kompletten Neustart wiederherstellen konnte.

Ob The Sojourn nun wirklich ein Puzzle-Hit wird, hängt vor allem davon ab, ob die Entwickler noch ein paar mehr Mechaniken im Spiel unterbringen. Die Harfe und das Platztauschtürmchen funktionieren zwar gut und gehen auch Hand in Hand und ich habe auch schon Tore gesehen, die mich beim Durchschreiten in die dunkle Welt bringen, ähnlich wie in Hellblade. Allerdings wurden mir diese in einem späteren Abschnitt des Spiels gezeigt, die Grundmechaniken sind also die selben geblieben. Hier stellt sich die Frage, ob das nicht auf Dauer zu wenig ist. Von der Geschichte, die mir die Spielwelt erzählen will, habe ich freilich noch nichts mitbekommen, der Pastell-Artstyle und die minimalistische Musik gefallen mir aber schon einmal sehr gut und unterstreichen den künstlerischen Aspekt, mit dem Shifting Tides an dem Titel arbeitet.
 
The Sojourn
Vorläufiges Pro & Contra
  • Interessante Rätselmechanik...
  • Schicke Optik
  • Stimmungsvolle Musik
  • Leveldesign ohne Sackgassen
  • ...deren Komplexität noch nicht absehbar ist
  • Scheinbar keinerlei Hilfe abseits der Einführung
  • Quasi kein Storytelling
Aktuelle Einschätzung
Auch wenn The Witness als Inspiration klar erkennbar ist, spielt sich The Sojourn doch an einigen Stellen anders. Das nicht-existente Storytelling ist sicherlich nichts für jedermann, die Rätsel machen aber bereits jetzt einen vielversprechenden Eindruck. Sofern sie sich nicht zu sehr auf ihre Grundmechanik verlassen könnte The Sojourn ein heißer Tipp für Knobelfreunde werden.
Gut
Aktueller Stand
  • Preview-Build (PC)
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Dennis Hilla 1. August 2019 - 11:00 — vor 2 Jahren aktualisiert
Dennis Hilla Redakteur - P - 151523 - 31. Juli 2019 - 15:24 #

Viel Spaß beim Lesen/Hören/Sehen!

Drapondur 30 Pro-Gamer - - 150520 - 1. August 2019 - 11:11 #

Gefällt mir. Hat was entspannendes.

ZockerVater 23 Langzeituser - - 38984 - 1. August 2019 - 13:35 #

Vielen Dank für die Preview. Klingt erst einmal ganz interessant. Steht auf meiner Warteliste.

Noodles 26 Spiele-Kenner - P - 67440 - 1. August 2019 - 14:43 #

The Witness fand ich ja fantastisch. Vom Look her erinnert The Sojourn wirklich stark daran, in The Witness gibt es ja ebenfalls so versteinerte Menschen. Was ich hier im Video aber bisher vom Rätseldesign gesehen hab, spricht mich nicht so an, mal das fertige Spiel abwarten.

Maverick 32 User-Veteran - - 717746 - 1. August 2019 - 16:15 #

Spricht mich optisch an. Mal abwarten, ob das Gesamtkonzept im Test überzeugen kann.

TheRaffer 22 Motivator - P - 32672 - 5. August 2019 - 19:28 #

Optisch für diese Art Spiel echt schick :)
Aber so ganz ohne Storytelling finde ich dann doch irgendwie schade.

JensJuchzer 21 AAA-Gamer - P - 25441 - 1. September 2019 - 14:16 #

Sieht nicht so schlecht aus, aber vielleicht sollte man vorher doch mit dem jetzt preisgünstigen The Witness einsteigen :)